Kreis Heinsberg - Datenschutz wird ganz groß geschrieben

Datenschutz wird ganz groß geschrieben

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Sie organisieren den Zensus im Kreis Heinsberg: Guido Willems, Kristina Bauchmüller und Ernst Kremers (v.l.n.r.) vom Haupt- und Personalamt des Kreises Heinsberg sichten das angelieferte Material zum Zensus.

Kreis Heinsberg. Der 9. Mai ist der offizielle Stichtag für den Zensus 2011. Auch im Kreis Heinsberg steht die Volkszählung an. Hier werden rund 32500 Menschen in 10200 Haushalten befragt; etwas mehr als zehn Prozent der Bevölkerung.

Solch ein Erhebungsverfahren wird von einem organisatorischen Aufwand begleitet. Zuständig für die Durchführung des Zensus 2011 ist im Kreis Heinsberg die Kreisverwaltung. Dort wurde eigens dazu eine räumlich vom normalen Dienstgeschäft abgetrennte Erhebungsstelle geschaffen, die von Ernst Kremers, dem Leiter des Haupt- und Personalamtes, geführt wird. Hinzu kommen die Mitarbeiter Kristina Bauchmüller und Guido Willems, ebenfalls vom Haupt- und Personalamt.

Zufallsprinzip

Doch wer wird im Kreis Heinsberg überhaupt befragt? Nach dem Zufallsprinzip werden die zu Befragenden nach Anschriften ausgewählt. Dabei ist es unerheblich, ob sich hinter dieser Anschrift ein Einfamilienhaus oder ein größeres Mietshaus verbirgt. Sollte zu einer ausgewählten Adresse beispielsweise ein Sechs-Familien-Haus gehören, so werden alle dort lebenden Mietparteien befragt.

Die Angst vor unverständlichen oder komplizierten Fragebögen ist nach Angaben des Kreises Heinsberg unbegründet. In der Regel gelte es, eine passende Antwort anzukreuzen. Nur bei einigen wenigen Fragen sei eine Antwort in Wort und Schrift notwendig.

Für die Befragung wurden zirka 320 Erhebungsbeauftragte ausgewählt. „Das hat problemlos geklappt”, berichtete Ernst Kremers. „Es haben sich aufgrund der guten Zusammenarbeit mit unseren Kommunen überwiegend Mitarbeiter unserer kommunalen Verwaltungen zur Verfügung gestellt.” Diese Erhebungsbeauftragten werden sich mit den zu Befragenden in Verbindung setzen und zwar in der Regel mit einer Terminankündigungskarte.

Natürlich, so der Kreis, können Termine im Einvernehmen mit dem Erhebungsbeauftragten geändert werden. Der Erhebungsbeauftragte ist beim Ausfüllen des Fragebogens behilflich. Selbstverständlich ist es auch möglich, den Fragebogen ohne den Erhebungsbeauftragten auszufüllen. Ebenso gibt es ein Online-Verfahren.

„Allerdings bietet das Ausfüllen gemeinsam mit dem Erhebungsbeauftragten die Gewähr, dass alle Fragen richtig beantwortet werden”, erklärte Ernst Kremers im Hinblick auf die maximal 46 zu beantwortenden Fragen. Allerdings müssen meistenteils nicht alle der 46 Fragen beantwortet werden. Je nach Antwort werden Folgefragen bisweilen ausgeschlossen.

Wenn der oder die Befragte das Alter von 15 Jahren nicht überschreitet, sind beispielsweise maximal 25 Fragen zu beantworten. Kristina Bauchmüller und Guido Willems haben den Fragebogen beide schon für sich getestet und sagten übereinstimmend: „Das Ausfüllen wird etwa zehn Minuten dauern.”

Wer angeschrieben wird, hat keine Möglichkeit, sich dieser Befragung zu entziehen, denn es besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht. Wer sich der Befragung entzieht, muss unter Umständen mit einem Zwangsgeld rechnen.

Befragt wird erst nach dem Stichtag 9. Mai. Wenn der Erhebungsbeauftragte vor der Tür steht, so kann dieser sich ausweisen. Der vorgezeigte Zensus-Ausweis ist allerdings nur in Verbindung mit dem Personalausweis gültig. Sollte jemand danach immer noch Zweifel an der Legitimation des Erhebungsbeauftragten haben, so sind Nachfragen bei der Zensusstelle des Kreises Heinsberg möglich.

Der Kreis geht davon aus, dass viele Bürger Fragen zum Zensus haben. Antworten auf viele mögliche Fragen und viele weitere allgemeine Informationen zum Zensus sind im Internet unter http://www.zensus2011.de zu finden.

Die Befragungen laufen im Mai und Juni. Die Fragebögen werden ausschließlich in der Kreisverwaltung gesammelt. „Hierbei wird der Datenschutz ganz groß geschrieben”, betonte Ernst Kremers und verwies auf die diesbezüglichen strengen gesetzlichen Vorgaben: „Die Daten dürfen nicht für andere Dienstgeschäfte des Kreises verwendet werden, etwa im Sozialamt oder Jugendamt.”

Wenn die Befragung im Juni abgeschlossen ist, werden die kompletten Fragebögen von IT.NRW - Information und Technik Nordrhein-Westfalen (dies ist das frühere statistische Landesamt) ausgewertet.

IT.NRW nimmt in Verbindung mit dem Zensus eine Gebäude- und Wohnungszählung vor. Dies ist eine Vollerhebung, die alle Haus- und Wohnungseigentümer betrifft. Diese Befragung erfolgt ohne Erhebungsbeauftragte über den Postweg. Auch da ist der Bürger gesetzlich auskunftspflichtig.

Zusätzlich zur Haushaltsbefragung führt der Kreis Heinsberg im Rahmen vom Zensus eine Befragung in sogenannten Sonderbereichen durch. Im Kreis Heinsberg betrifft dies vor allem Altenheime, aber auch die Justizvollzugsanstalt Heinsberg, ein Kloster sowie verschiedene Behindertenwohnheime. In diesen Bereichen sollen insgesamt zirka 4600 Bewohner in 108 Einrichtungen befragt werden.

Zu diesem Zweck wurden zusätzliche Erhebungsbeauftragte ausgewählt. Es wird zwischen sensiblen und nicht sensiblen Bereichen unterschieden. Die JVA in Heinsberg zählt zu den sensiblen Bereichen. Dort werden aber nicht die Einsitzenden selbst befragt, sondern die Anstaltsleitung.

Es wird in den sensiblen Bereichen mit gesonderten Fragebögen gearbeitet. Als nicht sensible Bereiche gelten Alten- und Seniorenheime. Dort werden die Bewohner selbst befragt, es sei denn, sie leiden unter Demenz und stehen unter Betreuung. In Alten- und Behindertenheimen wird den Erhebungsbeauftragten eine besondere Rolle zukommen. Entsprechend werden diese Beauftragten unterwiesen und geschult.
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