Kreis Heinsberg - Das Publikum wirkt wie verzaubert beim Meisterkonzert

CHIO-Header

Das Publikum wirkt wie verzaubert beim Meisterkonzert

Von: ulla
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie”: Diese Überzeugung Beethovens schien sich beim fünften VHS-Meisterkonzert dieser Saison in der Erkelenzer Stadthalle bestätigt zu haben.

Das Publikum wirkte wie verzaubert von der Musik Beethovens, Schuberts und Tschaikowskys und deren Darbietung und Interpretation von Professor Ilja Scheps (Klavier), Professorin Kamilla Schatz (Violine) und Emil Rovner (Violoncello).

Die beiden russischen Künstler Scheps und Rovner und die Schweizerin Schatz waren sowohl auf ihren jeweiligen Instrumenten absolute Virtuosen als auch im Zusammenspiel exzellent, so dass niemand sich mit seinen Fähigkeiten hervortat, sondern immer das Werk mit seinen Ansprüchen, Inhalten und Aussagen im Vordergrund stand.

Das Konzert begann mit der Sonate für Violine und Klavier Nr. 4 a-Moll op. 23 von Ludwig van Beethoven (1770-1827). In diesem Werk, das im Gesamtschaffen des Komponisten eigentlich eine Randstellung einnimmt, kommt nichtsdestoweniger dessen Genialität zum Ausdruck, indem Dramatik und Spannung, Licht und Dunkel, harmonische Spielereien und Kapriziöses sich abwechseln und für ein ungemein fesselndes Musikerlebnis sorgen.

Bemerkenswert auch, dass im Unterschied und Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten im kompositorischen Schaffen Klavier und Geige gleichberechtigt nebeneinander musizieren.

Unikum in der Musikliteratur

Danach folgte die Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll D 821, auch Arpeggione genannt, von Franz Schubert (1797-1828). Arpeggione ist ein 1823 von einem Wiener Geigenbauer erfundenes Streichinstrument, eine Mi-schung aus Gitarre und Violoncello, das sich aber nicht durchgesetzt hat und aus der Musik verschwunden ist.

Insofern ist dieses Stück in der Musikliteratur ein Unikum, auch weil die Möglichkeiten vom Arpeggione auf die des Cellos umgeschrieben werden mussten, bei dem sich so ungeahnte Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen für den Cellisten auftaten. Das Werk selber ist in einem freundlichen Grundton gehalten und erfreut durch seinen melodischen Reichtum.

Nach der Pause folgte dann das Trio für Klavier, Violine und Violoncello a-Moll op. 50 von Peter Tschaikowsky (1840-1893), das der Komponist seinem kurz zuvor gestorbenen Freund und Förderer Nikolaj Rubinstein, Leiter des Moskauer Konservatoriums, gewidmet hat.

Es ist also eine Art Requiem, in dem die Musik die Trauer verarbeitet und eine resignative Grundstimmung das gesamte Werk durchzieht, bei der für die Hoffnung nicht viel Platz ist. Ein russisches Lied mit seinen elf ausdrucksstarken farbigen Variationen steht im Mittelpunkt des zweiten Teiles dieses einzigen Klaviertrios des großen Komponisten.

Mit lang anhaltendem Beifall dankte das Publikum für einen ­außergewöhnlichen Musikabend. Das Trio dankte seinerseits mit einer Zugabe, einem Walzer aus dem letzten Trio.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert