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Das effizienteste Kraftwerk der Welt

Von: Anna Petra Thomas
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Frank Obernitz, Wolfgang Diede
Frank Obernitz, Wolfgang Dieder, Jakob Wöllenweber und Klaus Bekemeier (v.l.) starten das Mikro-Kraftwerk im Heinsberger Rathaus. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Von außen gesehen ist es ein eher unscheinbarer grauer Kasten in Größe einer Waschmaschine. Innen drin steckt es voller Technologie, das sogenannte Brennstoffzellen-Mikro-Kraftwerk, das jetzt im Eingangsbereich des Heinsberger Rathauses seinen Betrieb aufgenommen hat.

Dieser mit Gas betriebene Generator namens „BlueGen”, hergestellt von Ceramic Fuel Cells im Industriepark Oberbruch, produziert Strom und Wärme mit Hilfe von 204 zu einem Stapel verbundenen Brennstoffzellen.

Ein „wunderbares Projekt”

Zum Betätigen des Startknopfs konnte Bürgermeister Wolfgang Dieder neben Jakob Wöllenweber, Vorstand Alliander AG als Besitzer und Betreiber der Anlage sowie Frank Obernitz, Geschäftsführer Ceramic Fuel Cells GmbH, auch Klaus Bekemeier, Leiter des Referats Kraftwerks- und Netztechnik im Wirtschaftsministerium NRW, begrüßen. Die „Energiewende in Heinsberg” sei ein „wunderbares Projekt”, erklärte er. Dem Wirtschaftsministerium lägen Projekte der Energiewende in Städten und Gemeinden ganz besonders am Herzen, da es wichtig sei, den Bürgern zu vermitteln, dass die Energiewende Erfolg habe und nur so die Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2050 gelingen könne.

„Heinsberg macht hier einen sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung”, betonte er. Dieses kleine Kraftwerk erzeuge Strom und Wärme mit gesicherter Leistung. Wenn es gelinge, es mit anderen zu vernetzen, könne Heinsberg Beispiel sein für andere Städte in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland.

Ziele für die Zukunft

„Wir sprechen nicht nur von intelligenten Netzen. Wir entwickeln sie!”, antwortete ihm Wöllenweber und erläuterte, dass das Mikro-Kraftwerk im Rathaus mit den bereits bestehenden Anlagen im Netzbetrieb von Alliander und bei der Unternehmensgruppe Frauenrath zu einem ersten sogenannten virtuellen Kraftwerk in Heinsberg verbunden werden solle. Ziel für die Zukunft sei die Vernetzung mit weiteren, dezentral aufgestellten Anlagen.

Ein Vorteil für Alliander als Netzbetreiber ergäbe sich aus diesen Mikro-Kraftwerken auch im Hinblick auf die Stabilität der Stromversorgung. Durch die Kopplung von Anlagen wie dem „BlueGen” könne diese Stabilität weiter gesichert werden. So bleibe die Stromversorgung zuverlässig, bei maximaler Nutzung der regenerativen Energien.

Der „BlueGen” sei das effizienteste Kraftwerk der Welt, erläuterte Obernitz weitere Details zu der neuen Anlage im Rathaus. Mit bis zu 60 Prozent habe es den weltweit höchsten elektrischen Wirkungsgrad, bei einem Gesamtwirkungsgrad von bis zu 85 Prozent. Dadurch ließen sich gegenüber dem deutschen Strommix rund 50 Prozent der CO2-Emissionen einsparen.

Bei einer Leistung von 1,5 kW erzeuge die Anlage pro Jahr bis zu 13 000 kWh Strom, was für die Versorgung von zwei bis drei Einfamilienhäusern ausreiche. Ceramic Fuel Cells habe mehr als zehn Millionen Euro investiert in die Produktionsanlagen, die derzeit noch im Einschichtbetrieb laufen würden. „Wir warten auf Auslastung”, sagte Obernitz. Forschung und Entwicklung für den „BlueGen” hätten mehr als 250 Millionen Euro verschlungen.

Jeder Einzelne könne sich jetzt aktiv einbringen und Teil der Energiewende werden. „So kann aus Heinsberg die Brennstoffzellen-Hauptstadt Deutschlands werden!” Mit BlueGen könnten Endkunden ihre Stromkosten in etwa halbieren. Allerdings beläuft sich der Anschaffungspreis für ein BlueGen derzeit noch auf rund 20.000 Euro.

Weitere Informationen sind telefonisch unter Telefon 02452/89039 erhältlich und auch im Internet unter http://www.brennstoffzelle-heinsberg.de

Auszeichnung für Ceramic Fuel Cells

Gerade erst ist Ceramic Fuel Cells für seine Entwicklung auf dem Gebiet von Mikrokraftwerken auf Basis von Brennstoffzellen von Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller mit dem Innovationspreis Brennstoffzelle, dem „f-cell Award 2012” in der Kategorie Classic ausgezeichnet worden. Gelobt wurde dabei der extrem hohe elektrische Wirkungsgrad der Anlagen mit Namen „BlueGen”.

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