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con brio feiert sein 100. Kammerkonzert mit Dvorák und Beethoven

Von: hl
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Hückelhoven. „Was für ein schöner Tag”, zitierte der Vorsitzende von „con brio” Rudolf Lengersdorf in der Aula des Gymnasiums den frisch gewählten Bundespräidenten, als er überraschend und erfreulich viele Zuhörer zum 100. Kammerkonzert begrüßte.

Dieser besondere Anlass wurde von den Freunden der Kammermusik allerdings nicht mit einem Kammerkonzert gefeiert, sondern mit einem Sinfonieorchester, der „Sinfonietta Regio e.V.”, dem Orchester der Städte Region Aachen.

Nach Grußworten des stellvertretenden Bürgermeisters Dieter Geitner und von Dr. Veit Luxem, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Erkelenz eG, begann das Jubiläumskonzert.

Zwei bedeutende Werke der Musikliteratur hatte sich con brio zu seinem Jubiläum ausgesucht: Das „Tripelkonzert” von Beethoven und „Aus der neuen Welt” von Dvorák.

Bei Ersterem, dem „Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56”, das der geniale Beethoven zur selben Zeit komponiert hatte wie die „Eroica” und „Fidelio”, liegt ein Grund dafür, dass dieses anspruchsvolle Werk selten zu hören ist, in der Tatsache, dass hier ein virtuoses Klaviertrio und ein Orchester zusammen spielen (müssen), ohne dass ein Teil der Musiker sozusagen die Oberhand gewinnen möchte.

Die Bälle zugeworfen

Und mit dem „Rein Klaviertrio” (Matthias Rein, Klavier, Michael Rein, Violine und Kana Shirao, Violoncello) war dies hervorragend gelungen: In einem harmonischen, gleichzeitig aber intensivem Dialog warfen sich Orchester und Trio die musikalischen Bälle, wobei vor allem an den Part der Cellistin höchste Ansprüche gestellt wurden.

Dass an diesem Abend doch noch die eigentliche Kammermusik zu ihrem Recht kam, zeigte sich in der Zugabe des Trios nach nicht enden wollendem Beifall: Im zweiten Satz des „Trios für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll op. 49” von Mendelssohn, in dem die drei Instrumente in ganz hervorragender Weise miteinander kommunizieren, ohne dass bei den musikalischen Dialogen jemand zu einem Monolog ansetzen würde.

Nach der Pause dann die „Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt” von Dvo?ák, zu der er sich bei einem dreijährigen Aufenthalt in Amerika hatte inspirieren lassen, die er aber nicht als amerikanische Musik verstanden wissen wollte.

Und sicherlich schwingt auch ein Grundton vom Optimismus einer besseren Welt mit, was sich dem Zuhörer von heute weniger erschließt. Insgesamt beeindruckt die Sinfonie durch ihre Rhythmik und Melodik, durch ihren mitreißenden Schwung, aber auch ihre wehmütigen und fast klagenden Töne.

Es geht durch Mark und Bein

Und wenn das Orchester seine ganze Kraft entfaltete, gings dem Publikum, wenn man das bei ernster Musik so sagen kann, durch Mark und Bein. Auch hier gab es nach minutenlangem Beifall natürlich eine Zugabe, ein Stück aus „Der neuen Welt”.

Ein wesentliches Verdienst an dem äußerst gelungenen Konzertabend gebührt dem Dirigenten Jeremy Hulin.

Mit Leib und Seele bei der Sache und mit starkem körperlichem Einsatz leitete und lenkte er nicht nur die Musiker, die übrigens aus allen Altersklassen kamen, er gab Impulse, variierte gekonnt zwischen pianissimo und fortissimo und übertrug seine Begeisterung auf das Orchester und das Trio.

Den Freunden der Kammermusik „con brio” ist zu bescheinigen, dass sie seit ihrer Gründung vor genau 18 Jahren und unter ihren Vorsitzenden Kurt Hopstein, Dr. Eva Maria Seidel und weiter unter ihrem jetzigen Vorstand das kulturelle Leben in Hückelhoven und seiner Umgebung bereichert haben und wohl auch weiterhin bereichern werden.
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