Chrom, Motorräder, Mode und Musik

Von: Karl-Heinz Hamacher
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„So heiraten Motorradfahrer”, behauptete Ed Haartmans bei der Modenschau. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Guck dir mal die Reifen an”, zieht bewundernd der kleine Mann seinem Vater am Ärmel. Sie stehen vor einem der rund 200 Motorräder, die am Wochenende in Gangelt um die Gunst, den Applaus und die Bewunderung der Gäste buhlten.

Die „Biker- und Trikerfreunde ohne Grenzen” hatten wieder zu ihrer März-Veranstaltung „Harley-Custom & US Car Show” geladen. Es war eines dieser Custombikes, dessen Hinterreifen den Jungen so faszinierte.

Der Kreativität dieser Motorradbauer setzt scheinbar nur der TÜV Grenzen. Dabei hat man als unbedarfter Betrachter den Eindruck, dass pragmatische Eigenschaften wie Geradeauslaufstabilität, Schräglagenfreiheit oder Federungskomfort, die bei den Serienmodellen ganz wichtig sind, hier wirklich nicht die Hauptrolle spielen.

Die Individualität gegenüber den Serienmotorrädern ist das Maß der Dinge. Horst Sommer und Ed Haartmans, die beiden Veranstalter des Wochenendes, hatten angekündigt, jeden Gast mit einem Gläschen Sekt zu begrüßen. Bei der Vielzahl der Besucher mussten sie allerdings bald passen und das Mit-Trinken den Kollegen aus dem Verein überlassen. Denn beide hatten noch andere Aufgaben.

Während Horst Sommer sich darum kümmern musste, dass die umlagerte Kaffeemaschine wieder lief, bereitete Ed Haartmans seine Premiere als Moderater einer Modenschau vor. Hier gab es keine schwarzen Anzüge und luftige Sommerkleider zu sehen, sondern weitestgehend Leder. In der Form, wie es Biker tragen. Ein Modell konnte Ed Haartmans sogar als „heiratskonform” vorstellen.

Neu bei der „Harley-Custom & US Car Show” waren die US-Autos. Größtenteils natürlich die aus der Klasse, die sich in Amerika nun gar nicht mehr verkaufen lassen. Bullig und schwer, PS- und hubraumstark waren sie aber von vielen Gästen umlagert und stießen auf reges Interesse.

Während Hummer H2 mit 6,2 Litern Hubraum oder das „Sparmodell” Ram mit 5,7 Litern Hubraum wohl Auslaufmodelle sind, möchte man beim Anblick eines Chevrolet „BelAir” aus dem Jahre 1955 alle Umweltgedanken beiseite schieben. Zeitlos klassisch präsentierte sich die Karosserie mit den beiden Heckflossen und der Zweifarben-Lackierung. Während Horst Sommer irgendwann verkünden konnte „Kaffee läuft wieder”, machte Kollege Ed Werbung für die „Biker- und Trikerfreunde ohne Grenzen”.

Am Sonntag sahen die Besucher ein Konzert von „Mill-House”, sowie verschiedene Tanzauftritte rund um die Hauptschule in Gangelt. Und natürlich Motorräder und US-Cars.

197 Mitglieder hat der Verein, der sich neben dem Spaß am Motorrad vor allen Dingen der Integration Behinderter in ihre Arbeit auf die Kluft geschrieben hat. „Die drei Leute bis zur 200 werden wohl doch wohl heute noch finden!”
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