Heinsberg - Christuskirche wird Forschungsprojekt

Christuskirche wird Forschungsprojekt

Von: Anna Petra Thomas
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So soll die evangelische Chris
So soll die evangelische Christuskirche nach der Sanierung aussehen. Auf 1,35 Millionen Euro ist das Projekt derzeit veranschlagt. Rund eine Million Euro kann die Kirchengemeinde bislang selbst aufbringen.Grafik: Rongen Architekten

Heinsberg. „Wir bauen hier ein Forschungsprojekt!” Stolz klingen die Worte, mit denen Professor Ludwig Rongen im Beisein von Vertretern des Kirchenbauvereins und des Presbyteriums am Donnerstagmittag im ehemaligen Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde die fertigen Pläne zu Erweiterungs-, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen für die Christuskirche in der Heinsberger Innenstadt präsentierte.

Am Neujahrstag um 15 Uhr wird hier der letzte Gottesdienst gefeiert. Danach gibt es nochmals ausführliche Informationen für alle, die sich für das Projekt interessieren. Und dann gehts los. Bis zur Fastenzeit vor Ostern 2013 soll aus der Kirche nicht nur ein modernes Gotteshaus, sondern ein offener Treffpunkt mit vielerlei Veranstaltungsangeboten für die Menschen in der Stadt werden.

Wer nun Professor Rongen aus Wassenberg kennt, der weiß, dass sein Herz an der Realisierung von Passivhäusern hängt. Dass dies auch mit bestehenden Gebäuden durch eine neue Außenhaut möglich wird, ist auch schon bekannt. Aber was tun, wenn bei historisch wertvollen Bauwerken wie der Christuskirche das äußere Erscheinungsbild in Form der Klinkerfassade erhalten bleiben soll?

Keine detaillierten Kriterien

Dann wird sie halt von innen gedämmt und so auch zum Passivhaus. Die Christuskirche wird demnach im Rahmen eines Pilotprojekts zum ersten bestehenden Gebäude weltweit, das mit einer Innendämmung entsprechend dem Zertifizierungssystem „EnerPhit” des Passivhaus Instituts in Darmstadt ausgestattet wird, so Rongen. Ein Forschungsprojekt ist sie deshalb, weil es für diese Art des Passivhausbaus noch keine detaillierten Kriterien gibt. Sie werden erst durch das Heinsberger Projekt entwickelt, „und dann weltweit künftig für alle Passivhausbauten dieser Art verbindlich sein”, so der Architekt, der selbst dem Kirchenbauverein angehört und sich in die Planung mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement eingebracht hat.

Zugleich betont er, dass alle Ideen, die jetzt verwirklicht werden sollen, erst nach intensiver Diskussion in Verein und Presbyterium in die Planung aufgenommen wurden. Sichtbare Veränderungen von außen werden ein Windfang vor dem in die Mitte verlegten Haupteingang sein, ein Erweiterungsbau, der das Kirchenschiff im hinteren Bereich optisch mit dem bestehenden, ehemaligen Pfarrhaus verbindet, und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Neu gestaltet werden zudem die Außenanlagen hinter der Kirche.

Links vom Haupteingang wird ein kleiner Raum der Stille entstehen, der auch zugänglich sein wird, wenn die Kirche geschlossen ist, und einen Blick in den hellen und künftig bestuhlten Innenraum zulässt. Hinter dem Altar soll ein großes Fenster den Blick auf die Außenanlagen freimachen.

Durch eine flexible Trennwand kann der Erweiterungsbau, der auch über eine Küche verfügt, für Gottesdienste oder alternativ für parallel stattfindende Veranstaltungen genutzt werden. Ganz neu ergänzt die bisherigen Planungen schließlich eine Krypta in Form einer Ellipse, die behindertengerecht über das Untergeschoss des Erweiterungsbaus zugänglich sein wird und den Besucher schneckenförmig zum dortigen Altar führt.

Auf 1,35 Millionen Euro ist das Projekt derzeit veranschlagt. Rund eine Million Euro kann die Kirchengemeinde bislang selbst aufbringen aus Rücklagen und aus dem Verkaufserlös des Jugendheims „Arche”. 300.000 Euro verbleiben an Spendenbedarf. 40.000 Euro sind auf den Konten des Kirchenbauvereins bisher schon eingegangen. Eine Förderung erhofft er sich für sein ehrgeiziges Projekt zudem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und vom Land Nordrhein-Westfalen.

Wer das Projekt Christuskirche unterstützen möchte, kann dies auf folgenden Spendenkonten tun: Heinsberger Volksbank 39061981, Konto 3018266015, Kreissparkasse 31251220, Konto 1401662786 und Raiffeisenbank 37069412, Konto 3303014011.

Nach dem letzten Gottesdienst am Neujahrstag werden Mitglieder des Kirchenbauvereins in den ersten Januarwochen die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung selbst durchführen. Dazu gehört in der ersten Januarwoche auch der Ausbau der Kirchenbänke. Diese können dann gegen eine Spende in der Kirche abgeholt werden. Weitere Informationen gibt es im Gemeindebüro, Telefon 02452/24978.
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