Cem Özdemirs Besuch löst Freude aus

Von: disch
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Willkommen in Hückelhoven: Sati Tavsan (r.), Vorsitzender des Türkischen Arbeitnehmervereins als Träger des Interkulturellen Zentrums, begrüßte den Bundesvorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, besuchte am Mittwoch das Interkulturelle Zentrum im Kreis Heinsberg. Begrüßt wurde der Politiker von Sati Tavsan, dem Vorsitzenden des Türkischen Arbeitnehmervereins, der Träger des Zentrums in Hückelhoven an der Martin-Luther-Straße ist.

„Wir sind uns bewusst, dass der Besuch im Zusammenhang mit den Landtagswahlen zu sehen ist”, hatte Tavsan im Vorfeld dieser Veranstaltung erklärt, die auf Anregung der Grünen zustande gekommen war.

Dessen ungeachtet freue sich der Vereinsvorstand außerordentlich über den Besuch, so Tavsan. Denn Özdemir gehöre „zu den Schlüsselpersonen dieses Landes, die den Integrationswillen und die Integrationskompetenzen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte vorbildhaft verkörpern”.

Nachdem Tavsan dem Gast das Zentrum als „Ort der Begegnung, des Lernens, der Information und der Beratung” vorgestellt hatte, nutzte Bürgermeister Bernd Jansen (CDU) die Gelegenheit, um dem Grünen Spitzenpolitiker die ehemalige Zechenstadt, den Strukturwandel („Erfolgsgeschichte”) und die bereits seit 1972 laufenden Integrationsaktivitäten in Hückelhoven nahezubringen.

„Integration wird bei uns weiter groß geschrieben”, bezeichnete Jansen Multi-Kulti als Chance. Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich, skizzierte die Flüchtlings- und Migrationsarbeit der Evangelischen Kirche. Es gehe darum, den Menschen ein Stück Heimat zu geben und sie einzubinden, aber auch umgekehrt ein Stück ihrer Kultur zu erfahren. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr.Ruth Seidl, plädierte für ein Landesintegrationsgesetz und für einen Mentalitätswechsel. Es müsse ein klares Bekenntnis zur Zuwanderung geben, Fremdenfeindlichkeit müsse geächtet werden.

„Integration findet kommunal statt”, sagte Cem Özdemir (44). Deshalb müssten den Kommunen entsprechende Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Dieses Geld sei „gut angelegt”. Der Sohn einer türkischen Gastarbeiterfamilie, der 1983 die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, sprach sich für erleichterte Einbürgerung und doppelte Staatsbürgerschaft aus. Kinder müssten früher, länger und besser betreut werden. Özdemir forderte, Ausbildung und Bezahlung der Erzieher zu verbessern. Und es müsse Ganztagsschulen geben, die diesen Namen auch verdienten. Der Grüne kritisierte, dass die Kinder im jetzigen Schulsystem nach der vierten Klasse getrennt würden - „nach Herkunft”. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer „Parallelgesellschaft”.

Christian Ehlers von der Integrationsagentur moderierte dann eine Runde, in der Özdemir Projekte und Initiativen des Interkulturellen Zentrums präsentiert wurden. Da standen Integrationslotsen, Berater und Dolmetscher ebenso im Blickpunkt wie Interreligiöser Dialog, Bündnis gegen Rechts und Schule ohne Rassismus sowie Lern- und Vorlesepaten.
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