Caritas betont: „Kein Mensch ist perfekt”

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Bei der Mitgliederversammlung
Bei der Mitgliederversammlung der Caritas: Hermann-Josef Ronkartz, Erika Radtke, Martina Gottschalk, Geschäftsführer Gottfried Küppers und Vorsitzender Pfarrer Winfried Müller (v. l.) vor kunstvollen Gipsmasken.

Kreis Heinsberg. Künstlerisch gestaltete Gipsmasken und Stühle sowie bemalte Leinwände haben bei der Mitgliederversammlung des Caritasverbandes für die Region Heinsberg im Ratheimer Haus der Begegnung die Blicke auf sich gezogen.

Sie wurden von Menschen mit psychiatrischen Krankheitsbildern im Wohnheim Mutter Teresa in Geilenkirchen gestaltet. Dies erfuhren die Mitglieder beim „Blick hinter die Fassade” mit drei Erfahrungs- und Lebensberichten von Stella, Robert und Anne, um anschaulich das Jahresthema der Caritas-Kampagne „Kein Mensch ist perfekt - Behinderte Menschen: Menschen wie Du und ich” zu verdeutlichen.

Behindert sein, gehindert werden

Die eigenen Geschichten, vorgelesen von Martina Gottschalk, Frank Wittke und Erika Radtke - alle Mitarbeiter aus der Abteilung Gefährdeten- und Behindertenhilfe - sollten zeigen, dass jeder Mensch, mit einer Behinderung wie Borderline-Störung, Alkoholabhängigkeit und Schizophrenie oder ohne, seinen Platz in der Gesellschaft sowie Talente und Fähigkeiten besitzt.

Damit wurde noch einmal anschaulich gemacht, was Hermann-Josef Ronkartz, Leiter der Abteilungen Gefährdeten- und Behindertenhilfe und Gemeindedienste, im Vorfeld in seinem fesselnden Vortrag „Behindert sein, gehindert werden” konkretisiert hatte. Nämlich, dass kein Mensch perfekt sei und jeder den Mensch an sich, ohne die Behinderung, sehen solle. „Normal ist verschieden zu sein”, so Ronkartz. Es gelte zu lernen, die Menschen nicht auf ihre Behinderung zu reduzieren. Dies sei der Sinn der Caritas-Kampagne.

In seinem Vortrag, der die Zuhörer auch provozieren sollte, „um sie anzuregen, sich mit ihrer Haltung, ihrem Tun und Unterlassen auseinanderzusetzen”, setzte sich Ronkartz mit dem Begriff „Behinderung” historisch wie gesellschaftlich auseinander - angefangen von der tödlichen Definition im Nationalsozialismus bis heute. Er ging der Frage „behindert oder gehindert” nach, um festzustellen, dass Menschen mit Behinderung es ermöglicht werden solle, am Leben teilzunehmen. Und beschrieb die verschiedenen Formen des gesellschaftlichen Umgangs mit Behinderungen mit den Begriffen Exklusion, Separation, Integration und schließlich Inklusion (Einschluss) als verbindlichen Auftrag - auch für die Caritas - zur gesellschaftlichen Umgestaltung. „Jetzt entscheide ich selbst” sei das Konzept der Eingliederungshilfe, betonte Ronkartz.

Dies sei entnommen aus „Die Heilung eines Blinden bei Jericho” (Lk, 18, 35-43), wo Jesus den Blinden frage: „Was soll ich dir tun?” Jesus richte den Blick auf das Wesentliche, nicht auf die Behinderung. Denn „Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und damit von eigenem Wert und eigener Würde”, zitierte Ronkartz aus dem Leitbild des Caritasverbandes. „Für uns ist der Hilfe suchende Mensch nicht nur Klient, sondern wir sehen ihn als unseren Nächsten.”

40 neue Mitglieder

Womit sich der Caritasverband im vergangenen Jahr beschäftigte, dies stellte Geschäftsführer Gottfried Küppers mit dem Jahresbericht vor. Er wies unter anderem darauf hin, dass es eine neue Satzung - die alte ist von 1979 - geben wird. Diese läge beim Bischof zur Unterschrift vor und enthalte einige Änderungen wie zum Beispiel die Verkleinerung des Caritasrates und die Bildung von Arbeitsgemeinschaften auf GdG-Ebene anstatt einer Mitgliederversammlung.

Ferner sagte er, dass der Caritasverband im vergangenen 40 neue Mitglieder gewonnen habe und zum Jahresende insgesamt 2052 Mitgliede zählte. Zur wirtschaftlichen Situation der Caritas-Werkstatt erklärte er, dass sie sich 2010 gegenüber dem Vorjahr um 40.000 Euro verbessert habe.
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