Bus und Bahn optimal miteinander verknüpfen

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Wenn – voraussichtlich zum großen Fahrplanwechsel am 15. Dezember – die Wurmtalbahn ihren Betrieb aufnehmen und von frühmorgens bis spätabends auf der Schienen­strecke Heinsberg – Lindern Passagiere befördern wird, dann soll der Busverkehr möglichst optimal darauf abgestimmt werden.

Dies war der Tenor im Ausschuss für Umwelt und Verkehr, der unter Vorsitz von Dr. Gerd Hachen (CDU) im Kreishaus tagte.

Wie Ralf Dick vom Amt für Umwelt und Verkehrsplanung mit Blick auf den aktuell in Arbeit befindlichen neuen Nahverkehrsplan erklärte, stünden bei der Optimierung der Buslinien hauptsächlich die Bahnstationen in Heinsberg, Dremmen und Randerath im Blickpunkt. Auf verschiedenen Linien werde es Fahrplan- und Wegänderungen geben.

So sollen die Leistungen der West-Linie 401 zwischen Hückelhoven und Dremmen ergänzt werden; am Wochenende werden sie auf die SB 4 verlagert. Änderungen soll es auch bei den West-Linien 405, 413 und 436 sowie bei den RVE-Linien 410, 474, 475, 492 (neu) und 493 geben. Auf der Linie 493 (Heinsberg – Lindern) wird, wenn der Zugverkehr starte, zwar der Busverkehr eingeschränkt, aber im Stundentakt bestehen bleiben, um so in Lindern eine günstige Anbindung an den Schienenverkehr in Richtung Mönchengladbach zu erreichen.

Die Bahnkunden auf ihrer Fahrt nach Aachen brauchen ohnehin nicht umzusteigen, da die Wagen an die Züge auf der Hauptstrecke angekoppelt werden. Unter dem Strich wird mit einem Mehraufwand von bis zu 95.000 Kilometern im Busfahrplan gerechnet.

Mehr Fahrgäste in Multi-Bussen

Über steigende Fahrgastzahlen in Multi-Bussen berichtete der Leiter des West-Verkehrsbetriebes, Udo Winkens. 2012 wurden 113 538 Fahrgäste gezählt; 2011 waren es 98 817. Die Betriebsleistungen sind allerdings auch von 789 893 auf 857 437 Kilometer erhöht worden. Im vergangenen Jahr waren die Fahrzeugkapazitäten erweitert worden; zudem wurde auf den Linien SB 4 und 401 das Angebot im herkömmlichen Linienverkehr in den Abendstunden wieder erweitert.

An den Karnevalstagen sind in diesem Jahr zusätzliche Fahrzeuge bereitgehalten worden; die Fahrgastzahl in Multi-Bussen stieg an den „tollen Tagen“ von 2091 auf 2208 an. In den ersten Monaten dieses Jahres wurden insgesamt 51 191 Fahrgäste registriert. Winkens sagte: „Der Multi-Bus wird akzeptiert und angenommen.“ Das Anruf-Bus-System biete ein Höchstmaß an Flexibilität.

Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, bei dem die Mehr­kosten für den erweiterten Multi-Bus-Betrieb und die Einsparungen aufgrund der vollzogenen Einstellungen im Linienverkehr miteinander verrechnet werden, wurde für 2012 ein Minus von 117.099 Euro ausgewiesen; nach 178.428 Euro im Jahr 2011. Für 2014 wurde beim „Status quo“ ein Minus von 107.989 Euro prognostiziert. Um die steigende Fahrgastnachfrage erfüllen zu können, wurde von der West erweiterter Linienverkehr auf den Linien SB 3 (Geilenkirchen – Gangelt) und 408 (Erkelenz – Wegberg) in Abendstunden und an Wochenenden in Erwägung gezogen. Das Minus würde dann aber auf 257.509 Euro ansteigen. Die West favorisiert daher eine erneute Erweiterung der Kapazitäten. „Multi-Bus plus“ dürfte zu einem Minus von 174 280 Euro führen. Trotzdem gab es im Ausschuss viel Lob für das Multi-Bus-System, das Erwin Dahlmanns (CDU) als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnete – und das koste eben auch eine gewisse Summe.

Keine Mehrheit, sondern nur Unterstützung von der SPD fanden die Grünen im Ausschuss mit ihrem Antrag, zum Fahrplanwechsel 2013/14 die Verlängerung der Linienführung nach Sittard wieder aufzunehmen – mit vier Verbindungen an Wochentagen und zwei am Wochenende. Ein Antrag, den der Grüne Ulrich Horst „mehr als politisches Signal“ verstanden wissen wollte. Doch Verwaltung wie Ausschussmehrheit verwiesen auf die damit verbundenen Mehr­kosten und den nach ihrer Einschätzung auch jetzt nicht vorhandenen Bedarf.

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