Bürgersolaranlagen auf ehemaligen Deponien?

Von: disch
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Kreis Heinsberg. In einem gemeinsamen Antrag haben sich die Kreistagsfraktionen von CDU und Grüpnen für Bürgersolaranlagen auf den ehemaligen Mülldeponien in Wassenberg-Rothenbach und Gangelt-Hahnbusch stark gemacht.

Im Ausschuss für Umwelt und Verkehr fand der Vorschlag jetzt einhellige Zustimmung: Die Verwaltung wurde beauftragt, die Eignung und die Bereitstellung von Flächen zur Installation von Fotovoltaikanlagen auf den Deponien zu prüfen. Sollten entsprechende Flächen in Betracht kommen, soll die Umsetzung möglichst über ein Betreibermodell erfolgen, das eine wirtschaftliche Beteiligung von Bürgern ermöglicht. Das Ergebnis der Prüfung und gegebenenfalls ein Umsetzungsvorschlag sollen dem Ausschuss noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

In dem Antrag erinnerten CDU und Grüne daran, dass der Kreis mit großem Erfolg durch die Verpachtung großflächiger Dächer kreiseigener Gebäude das Modell einer Betreibergesellschaft für Bürgersolarstrom ins Leben gerufen habe. Viele Bürger hätten die Gelegenheit genutzt und sich an dieser eingetragenen Genossenschaft beteligt. Der Kreis solle weiter einen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten und den Menschen im Kreis weitere Möglichkeiten bieten, sich mit einem individuellen Beitrag an der regenerativen Energieerzeugung zu beteiligen und gleichzeitig eine interessante Kapitalrendite zu erzielen. Für die Nutzung von Fotovoltaikanlagen kämen - neben Dachflächen oder Industriebrachen - auch ehemalige Deponien in Betracht.

Es entspreche dem Grundsatz „Global denken, lokal handeln”, wenn der Kreis unter Beteiligung der Bürger seine bisherigen Aktivitäten bei der Nutzung und beim Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorantreibe, hatten die Fraktionsvorsitzenden Norbert Reyans (CDU) und Maria Meurer (Grüne) im Antrag formuliert. Damit leiste der Kreis zugleich einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Ausrichtung auf Berufspendler

Ebenfalls einstimmig beauftragte der Ausschuss für Umwelt und Verkehr die Verwaltung, eine Mobilitätserhebung für den Kreis Heinsberg vornehmen zu lassen. Dafür sollen Angebote von leistungsfähigen Ingenieurbüros für Verkehrsplanung eingeholt werden. Der Kostenrahmen wird auf 75.000 bis 80.000 Euro geschätzt.Zum Fahrplanjahr 2013 soll bekanntlich die Regionalbahn Heinsberg - Lindern reaktiviert werden. Das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Kreis müsse auf die neuen Anforderungen ausgerichtet werden. hieß es in der Vorlage der Verwaltung für die Ausschusssitzung. Der Heinsberger Busbahnhof sei heute schon eine Drehscheibe für das aufeinander abgestimmte Angebot der Schnell- und Regionalbusse mit den Orts- und Nahverkehren sowie auch zum Multi-Bus. Als „echter” Bahnhof sei die Ausrichtung auf die Berufspendler jedoch notwendiger denn je. Da für eine vorausschauende Planung keine aktuellen, kleinräumigen, relevanten Daten zur Verfügung stehen würden, sei eine Mobilitätserhebung das geeignete Instrument, um das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung analysieren und geeignete Verkehrsmodelle für die Zukunft ent­wickeln zu können.

Zentrale Fragen könnten nach Ansicht der Verwaltung bei einer solchen Erhebung gestellt werden: „Wie oft sind wir täglich unterwwgs? Welche Wege legen wir im Einzelnen zurück? Wann, wozu und mit welchem Verkehrsmittel? Wie erreichen wir den Arbeitsplatz? Wie kommen wir zum Einkaufen? Wie erreichen die Kinder die Schule oder den Kindergarten?” Außerdem sei es möglich, in die Haushaltsbefragung Aspekte zur Zufriedenheit mit bestimmten Angeboten wie Multi-Bus oder Reaktivierung der Regionalbahn einzubeziehen oder die Akzeptanz eines Komfortzuschlags bei bestimmten ÖPNV-Elementen abzufragen.
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