Botanischer Zauber im Ganzjahresgarten

Von: Franz Windelen
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Zusammen mit ihrem Enkel Corne
Zusammen mit ihrem Enkel Cornelis (7) bereiten die Eheleute Schlicher in Schierwaldenrath derzeit ihren Garten vor. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. Die Frühlingssonne gibt an diesem Apriltag ihr Bestes. Das Signal für die Pflanzen im Garten von Rieke und Heinz-Josef Schlicher, der neuen Saison mit Saft und Kraft entgegenzustreben.

Da, wo sich noch vor ein paar Wochen blanke Erde zeigte, breitet sich inzwischen ein grüner Teppich aus, der von vielen kräftigen Farbtupfern durchsetzt ist. Primeln, Tulpen, Christrosen, Forsythien und auch Magnolie entfalten bereits ihre ganze Pracht, andere Frühlingsblüher sprießen gerade aus dem Boden oder halten sich noch dezent zurück. „Noch ein paar warme, sonnige Tage, und dann explodieren Farben und Blattwerk”, schwärmt Riekie Schlicher von dem botanischen Zauber, der sich Jahr für Jahr in ihrem Garten im Klein Feldchen 12 in Schierwaldenrath wiederholt. Der Garten der Schlichers hebt sich nicht nur durch seine Größe - er misst rund 2000 Quadratmeter - von anderen ab, sondern auch durch die außergewöhnliche Pflanzenvielfalt. Die Schlichers haben längst aufgehört, die verbuddelten Zwiebeln, Stauden, Kräuter sowie Sträucher und Bäume zu zählen. Wie auch. „Seit fast 40 Jahren arbeiten wir an unserem Garten - frei nach dem Motto: Ein guter Garten wird nie fertig”, konstatiert Heinz-Josef Schlicher.

Garten als Perpetuum Mobile

Ein echter Gartenfreund müsse auch den Mut und natürlich den nötigen Sachverstand haben, mit dem Grünzeug zu experimentieren. Und so hat das Schierwaldenrather Ehepaar dem Garten im Laufe der Jahre auch eine nicht alltägliche Struktur verpasst: Beete, Rasen, der kleine Teich und die idyllische Terrasse sind kreis- oder halbkreisförmig angelegt. „Die Rundungen bauen eine gewisse Spannung auf.

Der Betrachter wird neugierig und will das Areal erforschen”, weiß Riekie Schlicher aus Erfahrung. Ein Beleg hierfür sind auch jene zwei Juni-Tage im vergangenen Jahr, als die Eheleute Schlicher erstmals die Öffentlichkeit zur Besichtigung ihres botanischen Allerleis eingeladen hatten. Über 200 Besucher kamen - und staunten.

Durch diesen Erfolg bestärkt, werden Riekie und Heinz-Josef Schlicher am Samstag und Sonntag, 21. und 22. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr Pflanzen- und Gartenliebhaber wiederum in ihr Schierwaldenrather Blütenmeer einladen.

Der Betrachter wird schnell erkennen: Die Eheleute sind mit Leidenschaft bei der Sache, sie kennen die Pflanzen sogar mit ihren lateinischen Namen. Beide haben den berühmten grünen Daumen - sozusagen von Geburt an. Riekie Schlicher kommt aus einer niederländischen Familie, der Vater war Gartenbaulehrer, nach ihm ist sogar eine Fuchsien-Art „Oranje van Os” benannt; der Großvater von Heinz-Josef Schlicher war Besitzer einer Baumschule, auf deren Areal heute der Prachtgarten gedeiht. Die Eheleute sind zudem Mitglied in der Gesellschaft der Staudenfreunde in Deutschland, Regionalverband Düsseldorf, und im Gartenbauverein im niederländischen Echt. „Dort tauschen wir Erfahrungen aus, dort werden wertvolle Tipps weitergereicht”, erklärt Heinz-Josef Schlicher.

Nun gut, den Schöpfern der Gärten von Sanssouci dürften sie wohl nicht das Wasser reichen können. Aber das Stück Natur, das sich die Eheleute Schlicher im Klein Feldchen 12 geschaffen haben, ist auch in seiner Art einzigartig. Nicht nur das fröhliche Farbspektakel im Frühling hat seinen Reiz, auch die vielen anderen interessanten Gesichter des Gartens im Wandel der übrigen Jahreszeiten sind von schlichter bis bizarrer Schönheit. Es ist ein Ganzjahresgarten, quasi ein Perpetuum mobile der Botanik, das stets auf eine neue, andere Art den Menschen fasziniert. Sogar die Journalisten einer niederländischen Fachzeitschrift, die den Garten von Riekie und Heinz-Josef Schlicher in Wort und Bild über ein ganzes Jahr begleiteten.

Das Gespräch geht zu Ende, die Frühlingssonne senkt sich inzwischen im kräftigen Abendrot gen Westen. An diesem Tag ist die Explosion der Farben und Blätter noch ausgeblieben. Lassen wir uns am 21. und 22. April überraschen.

Auch andere Gärten öffnen ihre Pforten

Ihre Frühlingsgärten öffnen außerdem am Samstag und Sonntag, 21. und 22. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr:

Familie Bustin in Selfkant-Schalbruch, Schulstraße 40;

De Heerenhof in Maastricht/NL, Veldstraat 12 A.

An der „Offenen Gartenpforte”, die in private Gärten in Nordrhein-Westfalen und in den angrenzenden Niederlanden einlädt, beteiligen sich auch die Eheleute Schlicher, Familie Bustin und De Heerenhof, und zwar an folgenden Wochenenden: 19. und 20. Mai, 16. und 17. Juni, 21. und 22. Juli, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

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