Erkelenz-Borschemich - Borschemich vor dem Vergessen bewahren

Borschemich vor dem Vergessen bewahren

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Damit Borschemich nach dem Abbaggern durch den Braunkohlenabbau nicht vergessen wird, hat Heinrich Goebels mit seinen Arbeiten und Veröffentlichungen gesorgt. Jetzt vollendet der große Heimatforscher das 85. Lebensjahr. Foto: Dahmen

Erkelenz-Borschemich. Am 14. August steht in Borschemich ein Mann im Mittelpunkt, der sich mit seinem unermüdlichen Einsatz für seinen Heimatort Borschemich und darüber hinaus besondere Verdienste erworben hat: Heinrich Goebels.

An diesem Tag vollendet er das 85. Lebensjahr. Geboren wurde Heinrich Goebels am 14. August 1924 in Borschemich als ältester Sohn von zehn Kindern des Schlossermeisters Johann Goebels und Ehefrau Gertrud.

Nach dem Besuch der Volksschule Borschemich wechselte er zum Gymnasium in Erkelenz, das er 1942 mit dem Reifevermerk verließ. Nach Arbeits-, Wehr- und Kriegsdienst in der Luftnachrichtentruppe folgte 1947 das (echte) Abitur in Erkelenz. Die Wirren des Krieges verhinderten das beabsichtigte Philologie-Studium.

Stattdessen folgte ein Volontariat in der Bekleidungsindustrie und 40 Jahre Tätigkeit in dieser Branche, davon 14 Jahre in der Bekleidungsindustrie des Schwiegervaters Heinrich Tüscher. Als Heinrich Goebels vor 20 Jahren in den Ruhestand trat, folgte eher ein Unruhestand.

Nach dem Tod der Ehefrau Maria am 6. Dezember 2001, die vorher 16 Jahre als Küsterin an der Pfarrkirche St. Martinus Borschemich tätig war, übernahm er diese Aufgabe. Doch damit noch nicht genug. Zahlreiche Ehrenämter übte er in der Pfarre und in Borschemich aus. Darunter 36 Jahre im Kirchenvorstand und davon 29 Jahre als dessen stellvertretender Vorsitzender.

Seit 60 Jahren gehört Heinrich Goebels dem Kirchenchor als Sänger, Schriftführer und Kassierer an. Seine Mitarbeit im Arbeitskreis der Ortsvereinsvorstände, in den volkskundlichen und mundartlichen Arbeitsgemeinschaften im Heimatverein der Erkelenzer Lande sowie im Widerstand gegen den Tagebau Garzweiler II war und ist geschätzt.

Seine besonderen Interessen gelten der Erforschung und Darstellung der Heimatgeschichte, der Pflege der heimatlichen Mundart, dem Fotografieren und der Bildbearbeitung am Computer sowie heimatkundliche Veröffentlichungen. Darunter 1986 das Festbuch zum 350-jährigen Bestehen der St.-Martinus-Schützenbruderschaft, 1994 die Festschrift zum 90-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Borschemich, 1998 das Festbuch zu „1100 Jahre Borschemich”, 2000 die Festschrift zum Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Im Jahr 2004 folgte die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Borschemich. Im gleichen Jahr schloss sich das Festbuch zum 200-jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich an. Zudem informierte er 2007 in einer Fotoausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche ausführlich über die Baugeschichte. Heinrich Goebels schrieb Beiträge für Heimatbücher, Mundartgeschichten und -gedichte für Zeitungen und Zeitschriften. Als Ergänzung folgten Vorträge bei Mundart- und Senioren-Veranstaltungen und seit 1994 jedes Jahr Mess- und Wortgottesdienste in Borschemicher Mundart.

Anlässlich der anstehenden Umsiedlung von Borschemich nach Erkelenz-Nord liegt ihm zurzeit ein besonderes Projekt am Herzen: eine Bilddokumentation „Bilder erzählen Geschichten”. Dazu sollen Bilder von damals und heute für morgen Erinnerungen an die Heimat der Vorfahren vor Vernichtung durch den Braunkohlenabbau wach halten. Voraussichtlich erfolgt die Veröffentlichung im kommenden Jahr.

Dieser ehrenamtliche Einsatz zum Wohle von Borschemich und darüber hinaus würdigte Bundespräsident Johannes Rau am 14. Januar 2000 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Zudem hat ihn die Borschemicher Schützenbruderschaft mit dem Silbernen Verdienstkreuz der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft geehrt. Heinrich Goebels ist mit seinen 85 Lebensjahren noch voller Tatendrang und Leidenschaft für „sein” Borschemich.
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