Hückelhoven - Biomasse-Kraftwerk geplant: Einbau der effizientesten Filteranlagen

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Biomasse-Kraftwerk geplant: Einbau der effizientesten Filteranlagen

Von: Norbert F. Schuldei
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Das Biomasse-Kraftwerk, das di
Das Biomasse-Kraftwerk, das die WEP in Ratheim bauen wird, soll mit dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet werden, wie die Anlage, die bereits auf dem Gelände von Schacht 3 in Betrieb ist. Foto: Schuldei

Hückelhoven. Der Bau- und Umweltausschuss hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die planungsrechtliche Grundlage für den Bau eines neuen Biomasseheizkraftwerkes auf dem Grundstück im Industriegebiet Rurtal geschaffen.

Im Vorfeld der Sitzung war zwar bereits geklärt worden, dass eine Abfallverbrennungsanlage dort nicht zulässig ist. Auf die Bitte des SPD-Fraktionsvorsitzenden Willi Spichartz, die Begriffe „Abfall” und „Biomasse” terminologisch voneinander abzugrenzen, antwortete Wolfgang Müller-Dick für die Verwaltung, diese beiden Begriffe seien „schwer voneinander abzugrenzen” und stünden auch „nicht im Widerspruch zueinander”. Müller-Dick wies darauf hin, dass der „Katalog der zulässigen Verbrennungsstoffe festgeschrieben” sei. In jedem Fall aber sei die Verbrennung von „Fleischanteilen aus der Nahrungsmittelindustrie nicht zulässig”.

Die Liste der „Verordnung über die Verwertung von Bioabfällen” umfasst 22 DIN-A-4 Seiten, in denen genau spezifiziert wird, was in den Biomassekraftwerk als Brennstoff verwendet werden darf. Darunter fallen beispielsweise auch „Fett, Fettrückstände und Öl aus der Herstellung von Biodiesel” oder „Pilzsubstratrückstände” oder auch „Schlämme aus Gelatineherstellung”.

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz-Josef Kreutzer Material genug, um „verschärfte Prüfungen hinsichtlich der für die Abfallverbrennungsanlage erforderlichen Filteranlagen” sicherzustellen. Kreutzer befürchtet nämlich, dass ansonsten „Geruchsbelästigungen insbesondere für die Ortslage Ratheim nicht auszuschließen” seien. Er regt mit Nachdruck an, bei den Prüfungskriterien ein Hauptaugenmerk auf die Qualität der Filter zu richten.

Kreutzer ist sozusagen ein gebranntes Kind: In seinem Heimatort Brachelen gibt es Schweinemastbetriebe, von denen „nach Aussage der Genehmigungsbehörden”, also nach dem Bundesmissionsschutzgesetz, „keine Geruchsbelästigungen” ausgingen. In Wahrheit stinke es auch „bei einem Schutzabstand von 500 Metern zur angrenzenden Ortslage”. Kreutzer forderte für das geplante Biomassekraftwerk in Ratheim „restriktive Prüfungskriterien im Genehmigungsverfahren”.

Er jedenfalls habe auf das Problem hingewiesen - das wolle er auch festgehalten wissen. Sein Parteifreund Bürgermeister Bernd Jansen betonte, dass „es sich bei diesem Biomasse-Heizkraftwerk um eine hochmoderne Anlage mit der neuesten Filtertechnik” handele.

Ulrich Horst, Bündnis90/Die Grünen, wollte das zu verbrennende Material auf NaWaRo, also auf nachwachsende Rohstoffe, beschränkt wissen. Dem entgegnete der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns, dass „der Begriff
NaWaRo nicht festgesetzt werden kann”. Er verwies auf „noch andere Kategorien von so genannten Abfällen, die verbrannt werden dürfen.”

Eben auf die oben genannte Liste. CDU-Mann Kreutzer allerdings beharrte neuerlich und nachdrücklich auf die notwendigen Auflagen, die unbedingt eingehalten werden müssten: „Die Sensibilität, die politisch erforderlich ist, muss hundertprozentig in die Praxis umgesetzt werden.”
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