Kreis Heinsberg - Betriebsratswahlen: Aufruf von Kirchen und DGB

Betriebsratswahlen: Aufruf von Kirchen und DGB

Von: anna
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Sie stellten in Oberbruch den gemeinsamen Aufruf von DGB und Kirchen zum Thema Betriebsratswahlen vor: Willi Klaßen, Lutz Braunöhler, Johannes Eschweiler und Thomas Hartmann (v. l. n. r.). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. In vielen Betrieben der Region wird in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai der Betriebsrat neu gewählt. Dies haben der Kreisverband vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sowie die katholische und die evangelische Kirche in der Region zum Anlass genommen, gemeinsam zur Teilnahme an diesen Wahlen aufzurufen.

„Erwerbsarbeit ist aus Sicht von Gewerkschaften und Kirchen elementarer Bestandteil des menschlichen Lebens. Arbeit hat Rechte, Arbeit hat Würde“, heißt es in dem Aufruf, den Willi Klaßen als DGB-Kreisvorsitzender sowie Regionaldekan Gottfried Maria Graaff für die katholische Kirche und Superintendent Jens Sannig für die evangelische Kirche unterschrieben haben. Betriebsräte würden die Rechte der Beschäftigten vertreten, über die Einhaltung gesetzlicher und tariflicher Bestimmungen wachen und für ein kollegiales Miteinander eintreten, ist da weiter zu lesen.

„Kompetente und durchsetzungsfähige Betriebsräte sind die Voraussetzung dafür, dass die Würde der arbeitenden Menschen geachtet wird und nicht allein das Produkt und der Gewinne im Mittelpunkt stehen.“ Betriebsratsmitglied zu sein, bedeute, dem Vertrauen der Kollegen gerecht zu werden, aber auch Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu tragen. „Dies erfordert Kompetenz, Durchsetzungskraft, Ausdauer und Geschick. Betriebsräte verdienen Anerkennung Respekt, aber auch Unterstützung und Solidarität.“ Betriebsräte würden für den Erhalt des betrieblichen Friedens und für ein kollegiales Miteinander sorgen. „Daher ist es einfach unerklärlich, warum es immer noch Arbeitgeber gibt, die sich gegen die Gründung von Betriebsräten wehren.“

Ein Betriebsrat könne in einem Unternehmen gegründet werden, wenn es in einem Unternehmen fünf wahlberechtigte und drei wählbare Mitarbeiter gebe, so Klaßen. In den Räumen des Oberbrucher Hilfsvereins Amos stellte er den Aufruf für die Region Heinsberg zusammen mit Gewerkschaftssekretär Thomas Hartmann, Betriebsseelsorger Johannes Eschweiler und dem Katholikenratsvorsitzenden Lutz Braunöhler vor. Hartmann und Eschweiler machten dabei anhand von Beispielen aus der Nahrungsmittelindustrie deutlich, dass es sehr schade sei, wenn oft erst in Krisenzeiten von Unternehmen Betriebsräte gegründet würden.

So berichtete Hartmann von einem Unternehmen, dem ein Unternehmensberater in einer Krise zum Abbau von Mitarbeitern geraten habe. Der Betriebsrat des Unternehmens habe dann aber so viele Einsparpotenziale in den betrieblichen Abläufen aufzeigen können, dass die Krise auch ohne den Abbau von Arbeitsplätzen habe bewältigt werden können. In einem weiteren Unternehmen der Region sei leider erst nach dessen Übernahme durch einen größeren Konzern ein Betriebsrat gegründet worden, berichtete Eschweiler.

„Ein Betriebsrat ist heute wichtiger denn je“, fasste Klaßen zusammen. „Es geht nichts über eine ­zufriedene Belegschaft und eine zufriedene Geschäftsleitung mit einem intakten Betriebsrat dazwischen.“ Viele Arbeitgeber müssten jedoch noch erkennen, dass auch ein Betriebsrat den Blick für das Unternehmen habe, weil er seinen Arbeitsplatz nicht verlieren wolle, ergänzte Eschweiler. „Betriebsräte sind ganz wichtig für den sozialen Frieden.“

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