Betreuungsverein für Kinder: Positive Bilanz nach einem Jahr

Von: Rainer Herwartz
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Der Betreuungsverein legt Wert
Der Betreuungsverein legt Wert auf ein gemeinsames, ausgewogenes, konfessionsunabhängiges und kindgerechtes Mittagessen. Foto: imago/Horst Rudel

Heinsberg. Das Ziel, so beschreibt es Theo Krings, sei eine einheitliche Betreuung aller Heinsberger Schulen. Genauer gesagt deren Schüler. „Der Verein”, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, „macht nichts anderes, als sich mit diesem Thema zu beschäftigen.”

Die Mittags- und Nachmittagsbetreuung der Kinder war bislang reine Ehrensache. „Immer gebunden an bestimmte Personen”. Fielen diese aus, weil ihr Kind zum Beispiel die Schule wechselte, war stets guter Rat teuer. Damit sollte jetzt Schluss sein. „Es sollte eine dauerhafte Struktur gebildet werden”, sagt Krings. Und diese wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen. In diesem Jahr nun, nachdem der Betreuungsverein für Kinder der Schulen in der Region Heinsberg e.V. auf ein Jahr „operatives Geschäft” zurückblicken kann, zieht Krings gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins, Thomas Heinrichs, eine erste Bilanz.

„Wir haben hier in Heinsberg vor sieben Jahren mit einer sehr kleinen Gruppe angefangen”, erzählt Heinrichs von seinen Erfahrungen an der Sonnenschein-Schule, der größten Grundschule in der Kreisstadt, deren Leiter er ist. Die Eltern hätten das neue Angebot nachgefragt und gerne angenommen. „Die Halbtagsbetreuung der Kinder bis 13 Uhr oder die Betreuung bis 16 Uhr im Rahmen der Offenen Ganztagsschule ist eine gute Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung.

Für viele Eltern ist es auch eine gute Chance, sich selbst nicht so sehr um die Hausaufgaben ihrer Kinder kümmern zu müssen. Außerdem ermöglicht es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.” Bis dato hätten hier stets freundliche Tanten oder die Oma einspringen müssen. Vor allem natürlich bei den Grundschülern, die auch heute mit 300 Mädchen und Jungen, die mittlerweile betreut werden, „das Kerngeschäft des Vereins” bilden.

Dicke Bretter bohren brauchten Heinrichs und Krings daher nicht, als sie bei den Schulen in Heinsberg mit ihrer Idee, fortan die Mittags- und Nachmittagsbetreuung der Kinder gemeinschaftlich zu organisieren, auf der Matte standen. Bis auf die Grundschule Schafhausen/Unterbruch, die noch von der Caritas betreut wird und die Grundschule in Dremmen, die einen eigenen Verein besitzt, hätten sich mittlerweile alle Grundschulen der Stadt Heinsberg angeschlossen. Auch die beiden Grundschulen in Gangelt-Breberen und Birgden sind mit von der Partie. „Die Abwicklung über einen gemeinsamen Träger ist auch für die Einhaltung der zur Einrichtung des Betreuungsangebotes notwendigen Mindestschülerzahlen an teilnehmenden Schulen hilfreich”, erläutert Krings.

Derzeit werden rund 800 Kinder in den Stunden nach dem offiziellen Unterricht mit Freizeit und Bildungsofferten versorgt. Die Arbeitsgemeinschaften decken eine schier endlose Palette an Unterhaltungsmöglichkeiten ab. Tennis, Judo, Ballsportarten, Tanzen, Musikprojekte, zahlreiche schulische Förderangebote oder Kochen sind nur einige.

Der gemeinsame Mittagstisch gehört ebenso dazu. „Wir legen Wert auf ein gemeinsames, ausgewogenes, konfessionsunabhängiges und kindgerechtes Mittagessen”, sagt Heinrichs. „Die Kosten für das Mittagessen belaufen sich auf 2,50 Euro pro Mahlzeit.” Sowohl Getränke als auch Nachtisch und ein Snack im Nachmittagsbereich seien im Preis inbegriffen. Im Bedarfsfall bestehe die Möglichkeit für die Eltern, eine Unterstützung zu beantragen.

Der Betreuungsverein, der derzeit über ein Budget von rund 600 000 Euro verfügt, finanziert sich durch Landesmittel, den Schulträger und die Mitgliedsbeiträge. Rund 80 Mitarbeiter werden beschäftigt, „davon etwa 80 Prozent geringfügig. 20 Prozent haben eine halbe oder eine Dreiviertelstelle”, sagt Heinrichs. Der Hauptanteil werde durch Erzieherinnen gestellt, aber auch hier fächert sich ein breites Angebot auf. Die Berufsqualifikationen erstreckten sich vom Sozialpädagogen bis hin zur ehemaligen Fleischfachverkäuferin. Die Männer seien dabei in der Minderheit, meint Heinrichs. Sie stellen lediglich sieben oder acht Prozent der Belegschaft. Überraschend ist dies allerdings nicht. Setzen sich doch auch die Lehrerkollegien an den Grundschulen größtenteils aus Frauen zusammen.

Die neue Geschäftsstelle des Betreuungsvereins für Kinder der Schulen in der Region Heinsberg wird am Donnerstag, 20. September, im Gebäude des katholischen Pfarrhauses in Unterbruch eröffnet.
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