Bernhard Conzen: „Die Landwirte machen ein dickes Minus”

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Kreis Heinsberg. „Beim Verzehr der mit Dioxin belasteten Lebensmitteln bestand zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefahr”, stellt Bernhard Conzen klar und bezieht sich auf die Erklärung des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg verweist auf 300 Analyseergebnisse von Eiern und Schweinefleisch sowie 200 von Futtermittelproben. In NRW gab es in drei landwirtschaftlichen Betrieben erhöhte Dioxinfunde - davon seien keine Lebensmittel in den Handel gekommen, wie auch das NRW-Landwirtschaftsministerium am vergangenen Freitag bestätigte.

„Die Grenzwerte sind keine toxikologischen Grenzwerte, sie liegen weit unter dem Wert, bei dem ein Gesundheitsrisiko beginnt”, so Bernhard Conzen. Dioxin sei ein Umweltgift und jeder Mensch nehme täglich winzige Spuren davon auf.

Dioxin-Überschreitungen in Lebensmitteln seien auf keinen Fall hinnehmbar. Dennoch kann der Vorsitzende mit bestem Gewissen grünes Licht für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Deutschland geben: „Die Verbraucher wurden durch den Vorfall stark verunsichert. Unsere Lebensmittel sind aber sicher, gesund und hochwertig.” Daher empfiehlt der Vorsitzende, auf regionale Produkte zurückzugreifen, auf deren Qualität sich der Verbraucher verlassen könne. Regional erzeugte Lebensmittel seien mit kurzen Lieferwegen verbunden, würden nachhaltig erzeugt und böten Frische und Qualität.

Bernhard Conzen zeigt sich erleichtert, dass er für die Verbraucher Entwarnung geben kann. „Die erregte Diskussion ebbt jetzt ab, aber die Erlössituation für unsere Landwirte durch den Dioxin-Vorfall bleibt katastrophal. Sie machen ein dickes Minus”, so Bernhard Conzen.

Die Auswirkungen auf die Erzeugerpreise seien immens. Der Schweinepreis sei durch den Dioxin-Vorfall gesunken. Bei einem Schweinemastbetrieb mit 1000 Schweinen seien das 35000 Euro Verlust durch den gesunkenen Erzeugerpreis und durch gestiegene Futterkosten. „Am schlimmsten sind die Ferkelerzeuger dran”, meint Bernhard Conzen. Der Preis pro Ferkel sei von 45 Euro auf 30 Euro gesunken. Folglich machten Ferkelerzeuger einen Verlust von 33 Prozent oder 15 Euro pro Ferkel. „Die Landwirte müssen unverschuldet enorme Einkommensverluste ausgleichen”, betont der Vorsitzende.
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