Kreis Heinsberg - Berliner Malerin Simone Haack zeigt fiktionale Porträts

Berliner Malerin Simone Haack zeigt fiktionale Porträts

Von: defi
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Eine Serie Kinderporträts bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung „Salad Days“ der Berliner Künstlerin Simone Haack beim Kunstverein Region Heinsberg. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Fiktionale Porträts zeigt die Berliner Malerin Simone Haack beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch. Der Ausstellungstitel „Salad Days“ spielt an auf die unschuldigen Jugendjahre. Ingrid Trantenroth-Scholz, die künstlerische Leiterin des Kunstvereins, ging in ihrer Einführungsrede zur Vernissage auf das Bildnis eines hockenden „Mädchens“ ein, dessen rotes Kleid einen Komplementärkontrast zur grünen Landschaft bilde.

Es wirke, ob aufgrund einer Bedrohung von außerhalb oder ob des voyeuristischen Blickes des Betrachters, bedrohlich. Sein verfinsterter Blick erfahre eine gesteigerte, dramatische Wirkung durch den Lichteinfall. Haack lässt entgegen den Sehgewohnheiten des Betrachters das Licht gerne mal von unten einfallen, wie etwa spielende Kinder es tun, die sich mit einer Taschenlampe anleuchten, sodass sich eine maskenhafte Wirkung ergibt. „Das Bild erscheint auf den ersten Blick naturalistisch“, so Trantenroth-Scholz. Doch hafte den Bildern Haacks etwas Morbides an, das durch die Farbgebung unterstrichen werde. Es entstehe eine distanzierte und befremdliche Stimmung.

Sechs großformatige Porträts von Kindern, keines nach einem realen Vorbild gemalt, reihen sich im Erdgeschoss auf. Und tatsächlich, wer möchte, der kann sich wirklich fürchten vor diesen Kindern. Der Blick, dem der Betrachter begegnet, scheint nichts Gutes zu verheißen. Man mag nicht an die „unschuldigen Jugendjahre“ des Ausstellungstitels glauben.

Als humorvoll, sarkastisch bezeichnete Ingrid Trantenroth-Scholz ein Bild, das ein wenig aus dem Rahmen fällt, da es über das Porträt ­hinaus eine Geschichte erzählt. Das Bild zeigt ein Mädchen, das vor sich auf dem Tisch eine Schüssel stehen hat. In der Schüssel befindet sich der Kopf eines Mannes mit geschlossenen Augen. Das Mädchen scheint sich die Hände zu reiben. So genau sieht man das aber nicht, da die Hände hinter dem Kopf halb verborgen sind.

Simone Haack sagte: „Alles, was ich mache, ist zugunsten des Ausdrucks.“ Wenn sie spüre, dass ein Bild seinen „Ausdruck“ erreicht habe, höre sie auf zu malen. Und das Mädchen im roten Kleid? Da wisse sie eigentlich gar nicht, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handle. Haack lächelte: „Vielleicht androgyn?“ Weibliche und männliche Merkmale vereinigend. Und bedrohlich? „Das muss der Betrachter entscheiden“, so die Künstlerin.

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