Kreis Heinsberg - Beispielhafte Arbeit gewürdigt

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Beispielhafte Arbeit gewürdigt

Von: defi
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Da wurden Erinnerungen wach: H
Ein letzter Gruß zum Schluss: Nach 35 Jahren an der Oberbrucher Rurtal-Schule ist Schulleiter Bernd Schleberger in den Ruhestand verabschiedet worden. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Eine Matroschka hatte Oberkirchenrat Klaus Eberl mitgebracht nach Oberbruch zur feierlichen Verabschiedung von Bernd Schleberger. Der Leiter der Rurtal-Schule, der Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, tritt in den Ruhestand.

Die Matroschka ist dieses Holzpüppchen, in dem ein Püppchen und dann wieder ein Püppchen... und ganz zum Schluss ein ganz kleines Püppchen steckt. Eberl und Schleberger engagierten sich viele Jahre gemeinsam für das Heilpädagogischen Zentrum im russischen Pskow. Klaus Eberl: „Der ganz kleine Kerl, und da kommt jetzt der Theologe in mir zu Wort, das sind die Dinge, die wir von Gott geschenkt bekommen haben, die helfen, eine Behinderung wie eine Krone zu tragen; die helfen, das Wunderbare, das in jedem Menschen steckt, zu zeigen.”

Sehr persönliche Feierstunde

Es war eine sehr persönliche Feierstunde in der Rurtal-Schule. Landrat Stephan Pusch ließ sein Redemanuskript in der Jacketttasche stecken und sprach frei („Das kommt dann aus dem Herzen!”) zum scheidenden Schulleiter Bernd Schleberger: „Du hast viele Landräte und Oberkreisdirektoren verschlissen, da muss dann erst einer, Jahrgang 68, wie ich, kommen, um Dich zu verschleißen.”

Der Landrat würdigte die beispielhafte Arbeit an der Rurtal-Schule, die nur durch ein gut funktionierendes Netzwerk möglich geworden sei. Pusch ging auch auf das Engagement Schlebergers beim Aufbau des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) in Pskow ein. Es sei schön, so der Landrat, zu sehen, wie „viele Menschen mit leuchtenden Augen dabeistehen, wenn etwas entsteht”. Schleberger war 2010 für sein Engagement zugunsten vom HPZ mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden.

Volkmar Gilleßen werde nun in die Fußstapfen von Bernd Schleberger als Schulleiter treten, kündigte Pusch an.

35 Jahre an der Schule gewirkt

35 Jahre hat Bernd Schleberger an der Rurtal-Schule gewirkt. Am 1. August 1976 war er als stellvertretender Schulleiter nach Oberbruch gekommen. Willi Schürgers, damals Schulleiter, erinnerte sich bei der Feierstunde, wie aus dem stellvertretenden Schulleiter der Schulleiter Schleberger wurde. Es sei eine Bauchentscheidung gewesen, so Schürgers, getroffen in der Eckkneipe mit den knappen Worten an Schleberger: „Du wärst doch wat für die Schulleitung.” Im Februar 1999 war es denn so weit: Schleberger löste den in den Ruhestand gehenden Schürgers ab.

„Nihil est annis velocius - Nichts vergeht schneller als die Jahre”, so hatte Volkmar Gilleßen seine ­Power-Point-Präsentation betitelt, die den Gästen der Feierstunde manch Wissenswertes über Schleberger vermittelte. Der junge Schleberger sei ein begeisterter Leichtathlet und Tennisspieler gewesen, rückte auf Skifreizeiten die Schränke so lange, bis so standen, wie er sie haben wollte (eine Beharrlichkeit, die sich auch im beruflichen Einsatz als nützlich erwies), ein Meckerer mit ansteckendem Humor sei er und Schulleiter nur geworden, weil er aufgrund einer Verletzung die Qualikation im Marathonlauf für die Olympischen Spiele 1972 in München verpasst habe.

Curriculum entwickelt

Auch Gäste aus Pskow steuerten ihren Part zu der bewegenden Abschiedsfeier bei. Andrej Zarjow verriet, wie bei den ersten Begegnungen schon nach einer halben Flasche Wodka Verständigung über Sprachgrenzen hinweg geklappt habe. Und fügte in gestochenem Hochdeutsch hinzu: „Nur bei Bernd hat es nicht geholfen, er spricht bis heute wenig russisch.” Trotzdem habe Bernd Schleberger ein Curriculum entwickelt, das heute in Russland Maßstäbe für den Umgang mit geistig behinderten Kindern und Jugendlichen setze.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom kleinen Chor der Rurtal-Schule, dem Gospelchor All That Joy unter Beteiligung der Hauptperson des Abends, von der Band Rur-Rock” und dem ersten „Superstar” der Rur-Rocker, Daniel Stolz. Stolz: „Für Dich Bernd, singe ich heute: Let it be.” Und er tat dies mit einer wunderbaren Stimme, die begeistert beklatscht wurde. Helmut Frenken moderierte die Feierstunde in seiner unnachahmlichen Weise.

Mächtig abgerockt

Beate Theißen, Lehrerin an der Rurtal-Schule, moderierte die zweite Abschiedsfeier, die Lehrer und Schüler für ihren scheidenden Schulleiter Bernd Schleberger ausrichteten. Da wurde mächtig abgerockt zum handgemachten Sound der „Rur-Rocker”. Und spätestens beim Auftritt von Ex-DSDS-Kandidat Norman Langen durfte dann auch Bernd Schleberger nach einem Verabschiedungsmarathon tief durchatmen.
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