Bei U3 geht es voran, aber es bleibt noch viel zu tun

Von: disch
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Ortstermin vor der Sitzung: Der Jugendhilfeaussschuss des Kreises Heinsberg, der im Wegberger Rathaus tagte, besuchte den Katholischen Kindergarten St. Vincentius in Wegberg-Beeck und ließ sich von Leiterin Klaudia Ohlenforst informieren. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Der Ausbau der U3-Betreuung im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Heinsberg schreitet zwar voran, es bleibt aber noch viel zu tun. Dies war der Tenor bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

Das Kreisgremium tagte unter dem Vorsitz von Wilhelm Paffen (CDU) diesmal im Wegberger Rathaus, wo es von Bürgermeister Reinhold Pillich willkommen geheißen wurde.

48 Kindertagesstätten gibt es in den sechs Jugendamtskommunen, sprich in den Städten Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg sowie in den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht. Wie Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger mit Blick auf neue U3-Plätze berichtete, hätten 22 Einrichtungen ihre Baumaßnahmen abgeschlossen. Dafür seien insgesamt 3,8 Millionen Euro Fördermittel bewilligt worden. Sieben Kindertageseinrichtungen befänden sich zurzeit im Ausbau - mit bewilligten Fördermitteln in einer Gesamthöhe von 1,2 Millionen Euro. Nach Abschluss dieser sieben Baumaßnahmen stünden dann für das Kindergartenjahr 2012/2013 374 U3-Plätze zur Verfügung.

Derzeit würden dem Landesjugendamt 15 Anträge vorliegen, die entschieden werden könnten. Die beantragten Fördermittel belaufen sich laut Oehlschläger auf über 2,5?Millionen Euro. Bei vier Tageseinrichtungen bestehe mit Blick auf Ausbau und Förderung noch Klärungsbedarf. Dabei handele es sich um die Tageseinrichtungen in der Trägerschaft von pro multis in Boscheln, Frelenberg und Marienberg sowie eine Einrichtung eines Elternvereins in Wegberg.

Die Zielmarke steht: 632 U3-Plätze strebt das Kreisjugendamt bis zum 1. August 2013 an. Diese Zielsetzung basiert auf einer angenommenen Nachfrage von 50 Prozent bei den Zweijährigen und 20 Prozent bei den Einjährigen sowie von fünf Prozent bei den noch jüngeren Kindern, der dann entsprochen werden könnte.

Wolf Krämer-Mandeau von der Bonner Projektgruppe Bildung und Region stellte im Jugendhilfeausschuss die Kindertagesstättenplanung für den Jugendamtsbereich des Kreises in einer Fortschreibung bis zum Jahr 2030 vor, ein Werk von über 80 Seiten. Er sieht den Kreis Heinsberg in der U3-Betreuung zurzeit noch „sehr schwach aufgestellt”.

Ausgehend von aktuell 380 U3-Plätzen im Bereich des Kreisjugendamtes, kommt er in seinen Berechnungen bis zum Jahr 2020 - bei einer angenommenen Ab­deckung von 43 Prozent für alle unter Dreijährigen - selbst unter Berücksichtigung der Tagespflege sowie frei werdender Plätze älterer Kindergartenkinder letztlich auf einen Fehlbedarf von insgesamt über 400 Kita-Plätzen. Angesichts der Tatsache, dass rund 250 neue U3-Plätze geplant sind, wären also immer noch etwa 150 weitere neue Plätze zu schaffen. Und: Bis 2030 steigt der von Krämer-Mandeau errechnete Fehlbedarf sogar noch weiter an - von 400 auf 700 bei einer angenommenen Versorgungsquote von über 50 Prozent.

Einer seiner Appelle zielte darauf ab, Pakte zu schließen zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen und verstärkt auf eine Kombination dieser beiden Einrichtungen als „Haus des Kindes” zu setzen. Da gelte es, Zahlenrückgänge in Grundschulen als Chance zu sehen und vorhandene, aber nicht mehr benötigte Räume für Kindertagesstätten zu nutzen. Sonst, so Krämer-Mandeaus Überzeugung, wäre das Ganze nicht zu finanzieren. Wie schon bei der von ihm erstellten Schulentwicklungsplanung für den Kreis Heinsberg formulierte er: „Alle Dächer sind gebaut.”

Der zukünftige U3-Bedarf im Bereich des Kreisjugendamtes werde, daran ließ er mit seinem umfangreichen Zahlenwerk keinen Zweifel aufkommen, „immens” sein. Und ausgehend von der jetzigen Situation sagte er mit Blick auf die Verantwortlichen in der Region: „Sie werden sich mehr anstrengen müssen als andere”.
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