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Bei Schlecker hat der Räumungsverkauf schon begonnen

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
Fünf Märkte des insolventen
Fünf Märkte des insolventen Unternehmens müssen im Kreisgebiet schließen. Auch in Wegberg wird der Laden geräumt. Foto: Nicola Gottfroh

Heinsberg. In der hellen, modernen Schlecker XXL-Filiale in Wassenberg ist wie an so vielen Tagen wieder einmal wenig los. Nur ein einsamer Kunde bummelt ungestört durch die Gänge.

Eigentlich hätte die Drogeriemarktmitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, genug Zeit für einen kurzen Schnack. Doch sich zur Schließung äußern, das möchte sie öffentlich nicht. Zu groß, so sagt sie, sei die Loyalität zum insolventen Unternehmen, das am Mittwochmorgen eine Liste mit 2000 Filialen veröffentlichte, die geschlossen werden sollen. Auf dem 40 Seiten langen Dokument finden sich neben der Wassenberger Filiale auch vier weitere Schleckermärkte im Kreis. Die Läden begannen schon am Mittwoch mit dem Räumungsverkauf und sollen nur noch bis 24. März geöffnet bleiben. 12.000 Mitarbeitern soll infolge der Insolvenz in den kommenden Wochen gekündigt werden.

Und so lässt sich das Schweigen der rund 15 Mitarbeiterinnen der betroffenen Filialen im Kreis Heinsberg gegenüber unserer Zeitung sicherlich nicht nur durch die Loyalität zum Unternehmen begründen. Denn die Hoffnung, den Job zu behalten, hegen viele Angestellte weiterhin. Immerhin: „Die Schließung der 2000 Märkte bedeutet nicht automatisch die Kündigung aller dort beschäftigten Mitarbeiter”, betont Schlecker-Pressesprecher Phillip Kübber. Die Entlassungen, erklärt er, folgten einem Sozialplan, der derzeit noch diskutiert werde. „Keine der Schlecker-Mitarbeiterinnen kann jetzt schon wissen, ob sie ihren Job verlieren wird”, sagt er.

Keine leichte Situation für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die berufliche Zukunft, so sagt eine der Verkäuferinnen in einer betroffenen Filialen im Kreis, sei für sie derzeit sehr ungewiss. „Man hängt halt in der Schwebe. Es wäre besser direkt zu wissen, ob und wie es mit uns Mitarbeiterinnen weitergehen wird”, sagt sie.

Für die Kunden kommt das Aus an vielen der betroffenen Standorten nicht überraschend. „Dieser Markt hier ist nicht besonders schön und schon gar nicht zeitgemäß”, kritisiert Schlecker-Kundin Marita Schmitz in Wegberg. „Ich gehe nur zu Schlecker, wenn ich ohnehin in der Fußgängerzone unterwegs bin - ansonsten kaufe ich lieber bei der Konkurrenz”, fügt sie hinzu. Auch Paul Königs aus Wassenberg wundert sich nicht, dass das Unternehmen 2000 Märkte schließen muss.

Dass es aber ausgerechnet die moderne Schlecker XXL Filiale an der Erkelenzer Straße in Wassenberg trifft, das erstaunt ihn dann schon. „Schlecker hat in den vergangenen Jahren so viel schlechte Presse bekommen - etwa die Meldungen über die Behandlung der Mitarbeiter- dass es mich nicht wundert, dass immer weniger Menschen bei Schlecker einkaufen. Dass allerdings dieser schöne, neue Markt geschlossen wird, das ist schwer zu verstehen”, sagt er. Doch die Kriterien, nach denen es zu Schließungen kommt, betreffen Umsatz, Standort, Markt- und Konkurrenzsituation, sagt Pressesprecher Kübber. Auf die Schönheit einer Filiale nehme der Insolvenzplan deshalb keine Rücksicht.
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