Bei den „unkorrekten Witzen” lacht selbst der Pfarrer

Von: defi
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Das Kirchenkabarett Klüngelbe
Das Kirchenkabarett Klüngelbeutel wühlte bei seinem Auftritt in der Erlöserkirche Oberbruch im „Papierkorb der unkorrekten Witze”. Foto: defi

Heinsberg-Oberbruch. „Isch kann am beste lache, wenn dä dabei is”, säht, tschuldijung, sagte Wolfram Behmenburg, als er als Hausmeister die Bühne der Erlöserkirche Oberbruch betrat, das Kruzifix putzte und an die Bühnenwand nagelte.

Behmenburg ist Jahrgang 54, Pfarrer mit halber Stelle in Köln-Weiden und gründete 1990 das Kirchenkabarett-Ensemble Klüngelbeutel, das seitdem das kirchliche Leben hierzulande satirisch und komödiantisch begleitet.

Klüngelbeutel besteht aus zwei echten und zwei angeheirateten Behmenburgs, alle vier direkt oder indirekt „Berufsgeschädigte”. Ulrike Behmenburg ist Sozialpädagogin und verheiratet mit Pfarrer Wolfram Behmenburg. Ulrikes Schwägerin heißt Jutta Behmenburg und ist demnach verheiratet mit Wolframs Bruder, Friedrich Behmenburg, Pfarrer in Nordhorn. Nordhorn liegt da, wo die Evangelischen deutlich mehr sind als die Katholischen, also ziemlich weit weg von Heinsberg.

Klüngelbeutel spielt mit dem, was schicklich ist, wenn man über Kirche und Religion spricht. Was darf man sagen, was besser nicht, welche Witze darf man reißen, welche besser nicht. Klüngelbeutel hat für das Sortieren der schicklichen und der unschicklichen Witze eigens den „Papierkorb der unkorrekten Witze” erfunden. Diesen stellten die Ensemblemitglieder bei einem Sketch dar und wühlten eifrig in den zerknüllten Zetteln im Papierkorb.

Zum Aufwärmen gab es einen Witz, der beim Publikum, die Erlöserkirche war fast ausverkauft, bestens ankam. Und da auch Sebastian Walde, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg, schmunzelte, darf man diesen Witz wohl weitergeben: „85 Prozent aller evangelischen Pfarrerfrauen finden ihren Arsch zu dick, zehn Prozent finden ihn zu dünn und fünf Prozent würden ihn wieder heiraten.”

Zugabe: Der stinkfaule David wird von seiner Mutter als letzte Rettung auf die von Nonnen geleitete Schule St. Ursula geschickt. Als Mama nach kurzer Zeit schon eine 1 unter der Mathearbeit ihres Sprösslings entdeckt, versteht sie die Welt nicht mehr und stellt ihren Sohn zur Rede. David: „Als ich den Typen gesehen hab, den man an dat Pluszeichen über der Tür genagelt hat, da wusste ich, mit so was versteht man hier keinen Spaß.”

Die vier Klüngelbeutels trumpften übrigens nicht nur bei ihrem Auftritt mit ihrem aktuellen Programm „Gott ist ein Hütchenspieler” in der Erlöserkirche auf, sondern auch schon beim bundesweit ersten Kirchenkabarettpreis in Bad Honnef. Dort errangen die Behmenburgs den ersten Preis. Den Titel ihres aktuellen Programms „Gott ist ein Hütchenspieler” haben die Klüngelbeutler angelehnt an einen Spruch des Astrophysikers Stephen Hawking, der hat mal zu Papier gebracht: „Nach allem, was wir heute wissen, hat der liebe Gott eine ziemlich ausgeprägte Spielernatur.”

Sollte dies zutreffen, müsste man auch in der Kirche mal lachen dürfen, Klingelbeutel machts möglich: Betriebsausflug im Himmel. Vorgeschlagen wird Jerusalem. Jesus lehnt ab, keine guten Erfahrungen dort gemacht. Nächster Vorschlag Bethlehem. Maria: „Bitte nicht, dort kriegt man ja nie ein Zimmer.” Dritter Vorschlag Rom. Der Heilige Geist ist begeistert: „Super Idee, da war ich noch nie.”
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