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Begas Haus wächst zu einem Museum für Kunst und Regionalgeschichte

Von: defi
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Dornröschen schläft noch, ab
Dornröschen schläft noch, aber in einem Jahr kommt der Prinz. Ende 2013 soll das Museum Begas Haus in Heinsberg eröffnet werden. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Seit 2010 wird am Begas Haus, dem Museum für Kunst und Regionalgeschichte, gebaut. Ende 2013 soll der Fünf-Millionen-Bau an der Heinsberger Hochstraße eröffnet werden.

Auch wenn zwischenzeitlich der Planer der Ausstellungspräsentation wechselte, soll der Zeitplan eingehalten werden. Der neue Ausstellungsgestalter ist die Firma Zyro aus Würselen und als Messebauer termingerechtes Arbeiten gewohnt. Also wird das schon klappen vor Weihnachten 2013. Auch der Verantwortliche für die Ziegel drum herum, Andreas van Vliet vom Bauverwaltungs- und Planungsamt der Stadt Heinsberg, ist zuversichtlich, dass Ende 2013 das neue Museum eröffnet werden kann.

Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann stellte im Rahmen eines VHS-Vortrags im Kreishaus die aktuellen Planungen vor und hatte erste Bildsimulationen der neuen Raumplanung für die Besucher mitgebracht. Sie schilderte, wie sich ein Museum neu erfindet - vom Kreismuseum zum Themenmuseum, vom Tante Emma Laden zum ?? - mal schauen, was draus wird.

Wie bekannt, wird der künftige Schwerpunkt des Hauses die umfangreiche und bedeutende Sammlung zur Künstlerfamilie Begas sein. „Unsere Begas-Sammlung mit zurzeit über 300 Werken ist ein Alleinstellungsmerkmal, das dem Begas Haus auch überregional ein einzigartiges Profil geben wird”, hob Museumsleiterin Müllejans-Dickmann hervor. Zurzeit laufen Verhandlungen zum Ankauf zweier bedeutender Bilder, ein Großformatiges und ein wahres Kleinod; Werke des Stammvaters der Dynastie von Malern, Bildhauern und Grafikern, dem 1794 in Heinsberg geborenen Carl Joseph Begas d. Ä., der ab 1825 in Berlin als königlich-preußischer Hofmaler wirkte.

So alt die ausgestellte Kunst ist, so modern wird ihre Präsentation sein. Getreu dem Motto „lifelong learning” wird der Besucher, wie Müllejans-Dickmann erläuterte, in der interaktiven Ausstellungspräsentation nicht nur die Künstler, sondern auch die Zeit, in der sie lebten, begreifen lernen. Die Besucher werden im Bürgerbuch der Stadt Heinsberg, der ältesten erhaltenen Quelle zur Einbürgerung in die Stadt, „blättern” können.

Das Original, das die Namen aller Heinsberger Neubürger zwischen 1726 und 1794 enthält, ist im Archiv des Kreishauses verwahrt. Die Medienagentur Minkenberg Medien aus Karken hat die Digitalisierung des Bürgerbuches übernommen, die das Blättern mit feuchtem Finger realitätsnah simulieren wird.

Für Wechselausstellungen etwa zur Volkskunde soll auch nach dem überarbeiteten Konzept der große Ausstellungsraum im ersten Stock von Haus Lennartz dienen. Dieser Raum werde auch, so Müllejans-Dickmann, als „Trauzimmer mit Traumblick” auf Burgberg und Dom zur Verfügung stehen.

Ob dem damaligen ehrenamtlichen Museumsleiter August Lentz, der zu Beginn der 1950er Jahre in der Zeit des Wiederaufbaus den Grundstock zur heutigen Sammlung mit Werken des Hofmalers Carl Joseph Begas d. Ä. legte, in seinen kühnsten Träumen ein Museum erschien, wie es nun an der Hochstraße entsteht?

Man darf gespannt sein auf das Begas Haus. Ende des Jahres ziehen Museumsleiterin Müllejans-Dickmann und der Wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Wolfgang Cortjaens vom Kreishaus in das Begas Haus um. Die beiden Teilzeitkräfte sind zur Zeit rund um die Uhr im Einsatz für das Verfassen von Ausstellungstexten, die Anlieferung von Text-, Daten- und Bildmaterial für die medialen Vertiefungsstationen, die Erarbeitung eines Bestandskatalogs und nicht zuletzt, um Förderanträge für die Neuerwerbungen und die Umsetzung der Neueinrichtung zu stellen.

Und dies tun die Beiden nicht ohne Erfolg: ganz aktuell hat der Kulturausschuss des Landschaftsverbands Rheinland (vorbehaltlich der Zustimmung der Landschaftsversammlung) für die Neukonzeption und Neueinrichtung des Begas Hauses 147.128 Euro zur Verfügung gestellt.

Spätestens, wenn wie geplant im Mai 2013 das Café im Begas Haus eröffnet, wird es lebendiger werden jenseits des Torbogens. Wenn das ganze Ensemble Dom, Burgberg, Begas Haus Ende 2013 harmoniert, wird dies auch weiteren Geschäftsansiedlungen eine attraktive Plattform bieten.

Öffnungszeiten und Eintrittspreis

Die Öffnungszeiten des neuen Museums Begas Haus werden sich deutlich von denen des Kreismuseums unterscheiden. Angedacht ist, das Museum täglich (außer montags) von 10 beziehungsweise 11 Uhr bis 17 Uhr für Besucher offen zu halten. Um den Betrieb zu gewährleisten werden ein Mitarbeiter im Museumsshop und vier in der Aufsicht notwendig sein. Um dies zu gewährleisten, wird ein Eintrittsgeld erhoben werden, das im Schnitt (ermäßigter/nichtermäßigter Eintritt) bei 3,50 Euro liegen wird.

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