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Beatrice Kaps und Tillmann Courth treten in der Erlöserkirche auf

Von: Petra Wolters
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Nicht nur ihre Uniform, auch ihren Ausweis hatte Beatrice Kaps (auf dem Knie von Tillmann Courth) noch dabei. Foto: Petra Wolters

Heinsberg-Oberbruch. Wenn am Mittwochabend im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig das neue Kabarett „Helden der Einheit” Premiere feiert, stehen die Schauspielerin Beatrice Kaps und der Kabarettist Tillmann Courth nicht zum ersten Mal gemeinsam vor Publikum auf der Bühne.

Rund 70 begeisterte Zuschauer strapazierten ihre Lachmuskeln schon bei der Vorpremiere in der Oberbrucher Erlöserkirche.

Wie vor 20 Jahren

Wie beim Mauerfall vor 20 Jahren zwei ganz unterschiedliche Teile Deutschlands über die geöffneten Grenzen hinweg aufeinandertrafen, so tun dies in dem neuen Kabarett „Ossi” Kaps und „Wessi” Courth. So beginnt das Stück auch schon im Streit, der in Oberbruch allein über Lautsprecher aus dem Off, genauer aus der Garderobe der beiden übertragen wurde, bevor sich Kaps in Schwarz-Rot-Gold - schwarzes Kleid, rote Strumpfhose und gelbe Schuhe - zunächst alleine auf die Bühne stellt.

„Zwangsensemble”

Als „Zwangsensemble vom Arbeitsamt” erläuterten die beiden dann die Geschichte, die sie den Zuschauern präsentieren sollen: das „Bildungsintegrationsprojekt Ost-West”. Immer wieder griffen sie daher im Laufe des Abends zu einer roten Mappe, um ihrem Publikum die wesentlichen Daten der deutschen Geschichte in Ost und West in Erinnerung zu rufen.

Dazwischen gaben sie einige Witze zum besten, die eigentlich jeder kennt. Etwa den vom Bananenkompass: „Leg eine Banane auf die Mauer. Wo abgebissen wird, ist Osten.”

Aber auch viele Eigenheiten vor allem aus Ost, die selbst eingefleischten DDR-Kennern hier weniger bekannt sind, brachten sie auf die Bühne: zum Beispiel den „Lipsi”. Dieser Tanz sollte Ende der fünfziger Jahre in der DDR den Rock „n„ Roll ablösen.

Nach der Pause suchten die beiden zunächst das Gespräch mit dem Publikum, wollten die ganz individuellen Ost-West-Erlebnisse hören und aufschreiben. Etwa das von Dirk, der im Osten lebte. Er habe sich nach Öffnung der Grenzen „sieben Tage nicht raus getraut, weil ich Angst hatte, dass die hinter mir wieder zumachen”, erzählte er.

Die Jungen Pioniere

Mit „Nimm die Hände aus der Tasche” präsentierte Kaps dann in ihrer alten Uniform ein Lied der Jungen Pioniere. Sogar ihren alten Jungpionierausweis hatte sie noch dabei. Als sie daraus die zehn Gebote der Jungpioniere vorlas, setzte Courth diesen jeweils auf Kölsch eine Vorgabe des sogenannten Kölner Grundgesetzes entgegen, was zu Pointen führte wie „Wir Jungpioniere lernen fleißig, sind ordentlich und diszipliniert - Et bliev nix wie et wor.” Unter dem Motto ihres Stücks „Was tun? Ganz einfach: sich treffen, miteinander reden, zusammen lachen lernen”, taten sie dies am Ende dann auch selbst, natürlich gemeinsam mit ihrem Publikum.

In Köln zu sehen

Wer Courth und Kaps in Oberbruch verpasst hat: Am 19. und 20. September sind sie wieder im Westen, jeweils um 20 Uhr im Bürgerhaus Stollwerck in Köln.
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