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„Baumarbeiten”: Ausstellung eröffnet neues Denken über die Natur

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Beim Kunstverein Canthe im Alten Rathaus in Ratheim stellt Susanne Walter ihre Baumarbeiten aus. Die Ausstellung kann noch am nächsten Sonntag besichtigt werden. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Baumarbeiten” - wer denkt dabei nicht unwillkürlich an kanadische Holzfäller oder abgeholzten Urwald im Amazonasgebiet? Aber auf eine ganz andere Spur lenkt die Ausstellung unter diesem Titel, die im Alten Rathaus in Ratheim eröffnet wurde.

Der Kunstverein Canthe präsentierte Arbeiten der Aachener Künstlerin Susanne Walter, die auf ganz unspektakuläre, aber doch sehr beeindruckende Weise ein neues Denken über die Natur eröffnete.

Der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke, ebenfalls aus Aachen, und in Ratheim kein Unbekannter mehr, führte engagiert und kenntnisreich in lebendiger, freier Rede in ein Werk ein, das sich den meisten Betrachtern wohl erst im zweiten oder gar dritten Blick erschloss und weit weg von spektakulären Farben und Formen vor allem das eigene Denken herausforderte.

Die 1968 in Bielefeld geborene Susanne Walter hat an verschiedenen Hochschulen freies Zeichnen und Druckgrafik studiert, mehrere Preise und Stipendien bekommen und in zahlreichen Ausstellungen ihre Kunst vorgestellt. Auch sind inzwischen viele ihrer Arbeiten in öffentlichen Sammlungen zu finden. Sie hat der traditionellen Druckgrafik, wie sie im Holzschnitt, im Kupferstich und in der Radierung zu finden sind, neue Impulse gegeben.

Wenn auch viele der Arbeiten im Atelier vollendet werden, so ist doch ihr Ursprung im Freien entstanden, was der Betrachter unter anderem in einer Diasequenz auf dem Laptop verfolgen kann. Bei manchen Arbeiten aus einer Kombination von Baumecken, wie sie beim Baumfällen entstehen, um die Fallrichtung zu bestimmen, und einer Art Flügel mit Grafikmustern kann man den Eindruck haben, es flögen was für Wesen auch immer umher.

Außer den minimalistisch anmutenden Grafiken gibt es aber auch großformatige Werke, wie etwa das mit Holzkohle gezeichnete eindrucksvolle „Geäst”, das eine Besucherin an eine Dornenkrone denken ließ - was wiederum ein Beispiel dafür ist, dass Kunst vielfältig interpretierbar ist und nicht eindimensional festgelegt werden darf. Die Ausstellung ist noch geöffnet am Sonntag, 27. März, von 11 bis 17 Uhr. Die Künstlerin ist dabei anwesend.
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