Kreis Heinsberg - AWO leistet Hilfe für Mutter und Kind

AWO leistet Hilfe für Mutter und Kind

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Kreis Heinsberg. 1298 Beratungskontakte weist die Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität im vergangenen Jahr auf, darunter Beratungsgespräche, Hausbesuche, telefonische Beratung, E-Mail-Beratung sowie Begleitung zu Ärzten oder Behörden.

Es gab insgesamt 487 Beratungsfälle, darunter waren 157 Schwangerschaftskonfliktberatungen. In 41 Informations-und Präventionsverantaltungen wurden zudem weitere 775 Personen erreicht. Das ist die Bilanz im Jahresbericht der AWO-Beratungsstelle.

„Die häufigsten Gründe für einen Schwangerschaftskonflikt sind nach wie vor psychische Überforderung, die wirtschaftlichen Verhältnisse und Partnerschaftsprobleme”, erklärte Sozialarbeiterin Birgit Goertz als Leiterin der seit elf Jahren bestehenden Beratungsstelle. Besonders belastend sei ein Schwangerschaftskonflikt für unverheiratete junge Frauen islamischen Glaubens aus traditionellen Familienstrukturen. Für sie sei es meist undenkbar, ein außereheliches Kind zu gebären. „Unterstützungs- und Hilfeangebote, die das Fortführen der Schwangerschaft erleichtern sollen, greifen hier nicht”, so Goertz.

Die Schwangerschaftskonfliktberatung ist nach ihren Angaben ergebnisoffen zu führen, die Frau dürfe sich nicht unter Druck gesetzt oder von der Beraterin be­einflusst fühlen. Vorrangige Ziele der Beratung seien der Schutz des ungeborenen Lebens und die psychosoziale Unterstützung der Schwangeren, auch wenn sie sich letztlich für einen Abbruch entscheide. „Wir freuen uns aber sehr darüber, dass die Anzahl der Frauen, die zur Schwangerschaftskonfliktberatung kamen und sich danach für das Kind entschieden haben, im Vergleich zu Vorjahren deutlich gestiegen ist.”

Bei der allgemeinen Schwangerschaftsberatung standen vornehmlich Fragen nach familienfördernden Leistungen, sozialrechtlichen Ansprüchen, Kindschaftsrecht und Geburtsvorbereitung im Vordergrund. 204 Anträge auf Mittel aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens” - hauptsächlich für Umstandsmode und Säuglingserstausstattung - wurden bewilligt.

Darüber hinaus können aber weitere Hilfen geleistet werden, zum Beispiel für die Anschaffung einer Waschmaschine. „Auch schwangere Studentinnen können Leistungen aus der Bundesstiftung beantragen”, so Goertz: „Vielfach ist die Schwangerschaft beziehungsweise anschließende Mutterschaft mit ­einem Urlaubssemester verbunden. Für diesen Zeitraum können oftmals spezielle sozialrechtliche Ansprüche, über die wir umfassend informieren, geltend gemacht werden, da während des Urlaubssemesters beispielsweise ein bestehender BAföG-Anspruch ruht.”

Für die kommenden Monate hat die Beratungsstelle vermehrte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Schwangerschaft und Erwerbstätigkeit” geplant. In der allgemeinen Schwangerschaftsberatung zeige sich immer wieder, dass Arbeitgeber und schwangere Arbeitnehmerinnen unzureichend über die Mutterschutzbestimmungen informiert seien. „Gerade in kleineren Betrieben sind Vorgaben wie Kündigungsschutz für Schwangere, Mitteilungspflicht des Arbeitgebers über die Beschäftigung ­einer Schwangeren gegenüber der Aufsichtsbehörde, generelle Beschäftigungsverbote und Ähnliches vielfach nicht bekannt oder werden nicht beachtet”, so Goertz.

Die Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität - eine Einrichtung des AWO-Kreisverbandes Heinsberg - befindet sich in ­Hückelhoven an der Bauerstraße 38. Sie ist zu erreichen per ­E-Mail an schwangerschaft@awo-hs.de oder unter Tel. 02433/901701.

Das Sekretariat der Beratungsstelle ist von montags bis freitagsjeweils von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Beratungsgepräche werden werktags von 8 bis 16 Uhr angeboten. Berufstätige Ratsuchende können Termine nach 16 Uhr ausmachen. In Einzelfällen sind auch Hausbesuche möglich.

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