Kreis Heinsberg - Ausstellung „Unsere Vorfahren” ein Spiegel menschlichen Lebens

Ausstellung „Unsere Vorfahren” ein Spiegel menschlichen Lebens

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Im Kreismuseum: Heiner J. Coenen (2.v.l.) stellte die Ausstellung „Unsere Vorfahren” vor. Aufmerksam lauschten Sibylle Cremer, Dr. Rita Müllejans-Dickmann, Erwin Dahlmanns und Richard Jochims (v.r.). Foto: defi

Kreis Heinsberg. In einen „Spiegel menschlichen Lebens” blickt, wer die Ausstellung „Unsere Vorfahren” im Heinsberger Kreismuseum besucht. Der Arbeitskreis für Familienforschung - Kreis Heinsberg und Umgebung hat die sehenswerte Schau erstellt.

Jahrzehntelange Forschungsarbeit ist in die Ausstellung eingeflossen. Doch wer glaubt, Ahnenforschung sei eine so trockene Angelegenheit, wie Staub auf Papieren und Archivalien, der irrt. Schon bei der Ausstellungseröffnung wurde heftig diskutiert und und gefachsimpelt.

Wohl jeder Namensträger wird sich schon gefragt haben, warum er denn nun Schultze und nicht Meyer heißt, wo seine Vorfahren herkamen und was das für Menschen waren. Lässt man es nicht bei der Fragestellung bewenden, wird Mann oder Frau ganz schnell zum Forscher, zum Genealogen, sprich Familienforscher. Heiner J. Coenen ist ein solcher und zusammen mit Uwe Korbella hauptverantwortlich für „Unsere Vorfahren”.

Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann dankte dem gesamten Arbeitskreis Familienforschung, der sich regelmäßig im Kreismuseum trifft: „ Viele Aspekte der Familiengeschichtsforschung finden sich zusätzlich zu Stammbäumen und Ahnenlisten in Ihren Präsentationen wieder. So sind es unter anderem auch sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte. Man erfährt etwas über Lebensumstände und Berufe früherer Zeit, ebenso über Armut und reiche Heiraten, hohe Geburtszahlen und hohe Kindersterblichkeit, Kriegszeiten und Familienfehden.

Die Ausstellung ist also viel mehr als eine Sammlung von Namen und Lebensdaten, sie ist ein Spiegel menschlichen Lebens.” Die Museumsleiterin dankte auch ihrem Kollegen Richard Jochims, dem es gelungen sei, aus der Vielzahl der Ausstellungsstücke - Briefe, alte Fotografien und Stammbäume - eine „informative und ansprechende Präsentation zu gestalten”.

Der Sammlungsschwerpunkt des Museums, die Künstlerfamilie Begas, darf in „Unsere Vorfahren” nicht fehlen. Der Ur-Enkel des gebürtigen Heinsbergers und preußischen Hofmalers Carl Joseph Begas, Ekkehard Begas aus Düsseldorf, stellte den Stammbaum seiner Vorfahren zur Verfügung.

Heiner J. Coenen beschrieb in seiner Ansprache die Arbeit eines Genealogen: „Vom Ablauf her ist es dann oft so, dass man zu Beginn nur genealogische Fragmente hat, so wie der Archäologe oft mit dem Sammeln von Scherben beginnt, die er dann nach und nach zusammenbaut, so dass sich mit und mit wieder eine komplette alte Form, zum Beispiel eine Vase, ergibt. Nach einer langen Beschäftigung mit den Daten einer einzelnen Person oder ganzen Personengruppe kommen einem diese dann sehr vertraut vor.”

Entscheidend sei, so Coenen, „dass wir durch unsere Forschung wieder einen Menschen dem Vergessen entrissen haben. Das macht uns dann froh und angesichts der Freude und auch des Leids, das wir bei unseren Forschungen aufdecken, auch wieder ein bisschen dankbarer für unser Leben.”

Ein besonderes Ereignis steht im Rahmen der Ausstellung am kommenden Freitag, 11. Juni, bevor. Dann wird eine 30-köpfige Gruppe von Amerikanern aus Louisiana erwartet. Deren Vorfahren waren 1880 aus dem Raum Gangelt/Selfkant in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Nach der Begrüßung um 15 Uhr im Kreismuseum und einem Vortrag um 16 Uhr im Jugendheim Brücke wird die Gruppe einen geschichtsträchtigen Ort besuchen, das Hubertus-Kreuz zwischen Lindern und Linnich. Dort haben zwei Schlachten stattgefunden: 1444 und 1944. An der Schlacht des Zweiten Weltkriegs waren auch amerikanische Soldaten beteiligt.

Die Ausstellung „Unsere Vorfahren” ist im Kreismuseum in Heinsberg an der Hochstraße noch bis zum 11. Juli zu sehen und zwar samstags von 14 bis 18Uhr sowie sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter http://www.kreismuseum-heinsberg.de. Dort findet sich auch der zweite Brief von Carl Joseph Begas, der weitere Erkenntnisse über Leben und Wirken des Malers eröffnet. Er wurde von Wilhelm Oeben aus Unterbruch in heutiges Schriftbild übertragen. Anlässlich der Ausstellungseröffnung erfolgte die Freischaltung im Internet.
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