Selfkant-Tüddern - Ausstellung „Einmal Niederlande und zurück“: Zu Hause angekommen

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Ausstellung „Einmal Niederlande und zurück“: Zu Hause angekommen

Von: agsb
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Die Ausstellung im Rathaus fasziniert die Besucher und macht die Zeit der Auftragsverwaltung lebendig. Foto: agsb
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Bürgermeister Herbert Corsten bei seiner Begrüßungsrede zur Ausstellung. Foto: agsb

Selfkant-Tüddern. Selten gab es im Rathaus Tüddern so großen Andrang wie am Wochenende. Grund dafür war die Eröffnung der Wanderausstellung „Einmal Niederlande und zurück“, die nun im Selfkant gezeigt wird und sich mit der niederländischen Auftragsverwaltung im Selfkant beschäftigt.

Bürgermeister Herbert Corsten begrüßte zahlreiche Ehrengäste und viele an dem Thema interessierte Bürger. Corsten erläuterte kurz die Geschichte der Annexionspläne der Niederländern und nannte den Selfkant ein „bewegtes Stückchen Erde“, das von der Maas bis nach Maastricht reicht und in dem alle Menschen das limburgische Platt sprechen.

Bürgermeister Corsten dankte in seiner Rede insbesondere den beiden Gymnasiallehrern Josef Backhaus und Hans Fiebre, die diese Ausstellung in den Selfkant geholt hatten, indem sie viele Sponsoren überzeugten, wie wertvoll so eine geschichtliche Ausstellung für die Region sei.

Ein ganz besonderer Dank ging an „Stichting Cultuur en Grensgeschiedenis“. Die Ideen zur Ausstellung hatten Manuela Friedrichs (Amsterdam) und Simon Hopf (Neuss), sie fanden bei Peer Boselie sowie weiteren Historikern und Heimatforschern große Unterstützung.

Manuela Friedrichs lebt in Amsterdam und ist Historikerin, 2011 traf sie zufällig Simon Hopf aus Neuss. Hopf entdeckte 2001 die vielen Menschen noch immer unbekannte Annexionsgeschichte der Niederlande als mögliche Abschlussarbeit seiner Studienarbeit. So entstand auch das Buch „Einmal Niederlande und zurück“ unter Mithilfe von Peer Boselie und Markus Conen.

Hopf thematisierte auch die Verunsicherung, die 1949 im Selfkant herrschte. Und fand dann heraus, dass die Verunsicherung der Bürger in den folgenden Jahren schnell wich: Denn dank der niederländischen Auftragsverwaltung war der Wohlstand im Selfkant deutlichen höher als in den anderen Gebieten im Kreis Heinsberg.

Passendes Ambiente

Peer Boselie sagte gleich zu Beginn seiner Festrede: „Nun ist die Ausstellung zu Hause angekommen“. Vor allem freute er sich, dass „Einmal Niederlande und zurück“ in einem ausstellungswürdigen Ambiente gezeigt werden konnte.

Boselie erinnerte an den Selfkant kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges, der 1949 nicht von Deutschland abgekapselt werden wollte. Und er erinnerte an einen Selfkant, der nur wenige Jahre später, im Jahr 1963, hätte eine persönliche Abstimmung unter den Bürgern stattgefunden, nicht mehr zu Deutschland hätte gehören wollen.

Manuela Friedrichs dankte den Selfkantbürgern für die Unterstützung bei ihrer Vorrecherche, viele Bilder und sonstige Exponate wurden zur Verfügung gestellt. Mittlerweile haben über 5000 Besucher die Wanderausstellung im Haus der Niederlande in Münster und in Sittard mit großem Interesse besucht. Friedrichs blickte nach Elten und Suderwick-West am Niederhein, die ebenfalls unter Auftragsverwaltung gestellt wurden. „Diese Ausstellung erzählt eindrucksvoll 14 Jahre besonderer Geschichte von 1949 bis 1963“, eröffnete Manuela Friedrichs die Ausstellung „Einmal Niederlande und zurück“.

Gerd Passen, Vorsitzender der Heimatvereinigung Selfkant, war wie alle Besucher sehr fasziniert von der Ausstellung. „Etwas Besseres hätte uns nicht passieren können“, sagte er und betonte: „So eine Ausstellung ist einmalig für den Selfkant.“ Passen hofft, dass viele Schulen die Ausstellung besuchen, um so Geschichte aus erster Hand zu erfahren.

Erinnerung an Kindheit

Viele ältere Bürger des Selfkants erlebten während der niederländischen Auftragsverwaltung ihre Jugend. Und so wurden Kindheit und Jugend in den Gedanken kurz lebendig. Beim Rundgang lachte das Herz der Besucher aus dem Selfkant auch mit Wehmut. Rund 80 Exponate, fast 30 Vitrinen und viele Stellwände bestaunt werden.

Auch Bürgermeister Herbert Corsten schwelgte in Erinnerungen. In einem Filmbeitrag vom Schützenfest 1962 in Wehr, sah er sich selbst: Als kleiner Trommler im weißem Hemd marschierte er mit den Schützen und Musikern mit. Willi Hostenbach, selbst Historiker aus dem Selfkant, staunte über das Bildmaterial.

Die Ausstellung bietet den Besuchern bewegende Bilder, darunter auch Einblicke in die Lebensmittelgeschäfte, in die Vereinswelt, die die Zeit der Auftragsverwaltung lebendig machen. Zudem gibt es zahlreiche historische Bekanntmachungen und Dokumente zu sehen.

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