Kreis Heinsberg - Ausschuss stellt Entwurf für Pflegeplanung vor

Ausschuss stellt Entwurf für Pflegeplanung vor

Von: disch
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Kreis Heinsberg. „Pflege, Betreuung und Beratung sollen quartiersnah erfolgen“ lautete die Schlagzeile nach der September-Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales. Die Quartiersentwicklung als zentraler Lösungsansatz spielte auch eine große Rolle, als Volkhard Dörr von der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung jetzt in diesem Ausschuss den Entwurf der kommunalen Pflege­planung präsentierte.

Zwei Drittel der Menschen würden im Alter von 70 Jahren eigenständiges Wohnen bevorzugen, verwies Dörr auf Studien und sprach erneut von einem Paradigmenwechsel in der kommunalen Pflegeplanung. Die zentrale Frage laute: „Was müssen wir tun, um pflegebedürftigen oder behinderten Menschen die Führung eines selbstbestimmten Lebens in ihrer eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen?“

Es gehe um den Aufbau sozialer Netzwerke im direkten Umfeld, die Annäherung aller Generationen und Kulturen, soziale Teilhabe und gegenseitige Hilfe, Vielfalt von Wohn- und Serviceangeboten. Um „Wohnen bleiben“ möglich zu machen, seien zugehende Altenberatung, Fachberatung für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen, Alltagshilfen durch Freiwilligendienstler und Ehrenamtler, Vermittlung von ehrenamtlichen und professionellen Hilfen, Wohnungsanpassungsmaßnahmen, Beratung zur Finanzierung häuslicher Pflege sowie technischer Service erforderlich. In einem Abstimmungsprozess zwischen kreisangehörigen Kommunen und Kreis seien 20 Sozialräume mit 45 Quartieren definiert worden; weitere sollen folgen.

Auch wenn die Versorgungsstrukturen im Bereich der Pflege und Medizin in den letzten Jahren zum Teil deutlich ausgeweitet worden sind, so geht es bei der Pflegeplanung natürlich vor allem um Prognosen. Aus dem umfangreichen Zahlenwerk präsentierte Dörr im Ausschuss ausgewählte Statistiken: Demnach wird es im Kreis Heinsberg – von 2010 bis 2030 – zwar 18,4 Prozent weniger Haushalte mit drei und mehr Personen geben, aber 15,4 Prozent mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte.

Auf der Basis von Zahlen der Bertelsmann-Stiftung, des Landesbetriebes Information und Technik NRW und Eigenberechnungen des Kreises ergeben sich in einem Szenario für das Jahr 2030 rund 6000 Pflegegeldempfänger (2011: 5447), 2830 Menschen in ambulanter Pflege (2011: 1821) und 2670 Menschen in stationärer Pflege (2011: 2482).

Dieses Szenario setze sowohl einen konsequenten Einstieg der Kommunen in die Quartiersentwicklung voraus als auch den entsprechenden Ausbau der ambulanten Pflegestrukturen und eine Intensivierung der Pflege- und Wohnberatung, heißt es in dem 200-Seiten-Dokument. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten im vollstationären Langzeitpflegebereich sei aus heutiger Sicht nicht geboten und entspreche auch nicht den politischen Vorstellungen der Landesregierung.

Was die Versorgungslücke beim Personal angeht, würde sich – ebenfalls bei einer Berechnung mit einem Mix der Zahlen von Bertelsmann-Stiftung, IT.NRW und Kreis – bis 2030 ein zusätzlicher Bedarf von rund 760 Pflegekräften ergeben.

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