Auffällige Schüler sollen wiedereingegliedert werden

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Kreis Heinsberg. Einstimmig hat der Jugendhilfeausschuss des Kreistages beschlossen, das Projekt der Reintegration von verhaltensauffälligen Schülern an der Janusz-Korczak-Schule in Geilenkirchen für das zweite Halbjahr des Schuljahrs 2010/11 mit weiteren 22.700 Euro zu unterstützen.

Leo Windelen, Schulleiter der Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung in Geilenkirchen und zugleich Leiter des Projekts, hatte zuvor über den Erfolg der im Februar 2010 gestarteten Nachmittagsbeschulung informiert.

Nach ersten Überlegungen zur Einrichtung eines Jugendcamps oder der Beschulung auf einem Bauernhof habe man auf der Suche nach einer alternativen, kostengünstigen Beschulungsform die Idee zur Nachmittagsbeschulung entwickelt. Nach Gesprächen mit dem Kreisjugendamt und der Schulaufsicht des Kreises habe das Projekt für zunächst ein Jahr installiert werden können.

Dabei kooperieren der Caritasverband für die Region Heinsberg und die Schule mit dem Ziel, verhaltensbedingt nicht in einem Klassenverband beschulbare Jugendliche wieder in einen Klassenverband zu integrieren.

Schulische Inhalte werden im Projekt etwa über die Zubereitung von Mahlzeiten, über die Pflege von Gebäude oder Garten sowie über die Planung und Durchführung von konkreten Arbeiten, etwa der Erstellung von Speiseplänen oder Einkaufslisten vermittelt. Das Team besteht derzeit aus zwei Sonderpädagogen und einem Sozialarbeiter der Schule sowie einem Sozialarbeiter des Caritasverbandes. Diese sinnvolle und effiziente Vernetzung von Institutionen und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen seien in Kombination mit dem Bildungsspektrum der Schule im Regierungsbezirk Köln und auch in angrenzenden Regierungsbezirken einzigartig, betonte Windelen.

Im Schuljahr 2009/10 hätten bereits 31 Schüler an dem Projekt teilgenommen. Sechs davon hätten in die Klasse zurückgeführt werden können, einer sogar in eine Regelschule. Von den 16 Schülern in diesem Schuljahr seien drei in eine Klasse zurückgekehrt und ebenfalls zusätzlich einer in eine Regelschule. „Als Leiter dieses Projekts bin ich von der Wirksamkeit und Effizienz dieser Maßnahme überzeugt”, erklärte der Schulleiter. „Ich sehe hier Mittel der Jugendhilfe sinnvoll eingesetzt und gemeinsame Ressourcen sinnvoll genutzt.”

Die Schüler würden für sich positive Perspektiven sehen, sich als Mensch mehr angenommen fühlen und mehr persönliche Wertschätzung für ihr Tun erfahren. Insgesamt habe das Projekt überraschend schnell zu einer positiv veränderten Atmosphäre in der gesamten Schule beigetragen, weil so in den Klassen auch ein leistungsorientierteres Arbeiten möglich sei.

Eine Möglichkeit der Optimierung des Projekts für die Zukunft sieht Windelen in der Durchführung der Maßnahme ganztägig auf einem Bauernhof, der „natürliche Arbeitsanlässe” biete und über die Kleintierhaltung auch eine andere Ebene der emotionalen Ansprache ermögliche.

Prof. Dr. Thomas Hennemann von der Humanwissenschaftlichen Fakultät - Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung - der Universität zu Köln habe bereits angedeutet, dass er an einer wissenschaftlichen Begleitung und Evaluierung dieses Projekts interessiert sei.
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