Hückelhoven-Ratheim - Auf der Jagd nach kurzen Funkkontakten

Auf der Jagd nach kurzen Funkkontakten

Von: hewi
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Die Aktiv-Funker des Ortsverba
Die Aktiv-Funker des Ortsverbandes Wegberg im Deutschen Amateur Radio Club demonstrierten in Ratheim ihre Ausrüstung. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Ratheim. Zum Vatertag tragen sich Funkamateure aus Wegberg an der Kohlewäsche zum Aktionstag „Bergbau und Amateurfunk”. Trotz des Namens hatte das Ganze jedoch nichts mit dem Bergbau an sich zu tun. Vielmehr ging es um eine „funksportliche Leistung”, wie Wolfgang Schrey vom Wegberger Ortsverband des „Deutschen Amateur- und Radio-Club” (DARC) betonte.

Ziel der vierstündigen Aktion war es, so viele verifizierte und dokumentierte Funkkontakte wie möglich mit Austausch der entsprechenden Kennziffer zu sammeln. Dafür grasten die Funkamateure eine vorher festgelegte Bandbreite ab und sammelten die Kontakte. Im vorigen Jahr konnten die Wegberger rund 80 dokumentierte Funkkontakte aufweisen.

Das funksportliche Speed-Dating ließ keinen Raum für persönliche Gespräche. „Lange Unterhaltungen sind nicht erwünscht”, bestätigte auch der Vorsitzende des Ortsverbandes, Dr. Jens Schumann. Trotzdem war es möglich, ein paar persönliche Worte zu senden. Dies jedoch in verschlüsselter Form. Dabei bedienen sich die Funker eines Zahlencodes. So steht zum Beispiel „55 - 73” für „Danke, viel Erfolg”.

Denn allzu lange konnte man sich nicht aufhalten, wenn ein Gesprächspartner auf einer der Frequenzen geortet worden war. Immerhin kann man auch Charmantes absetzen, wie „88” („Liebe Küsse”), wenn es sich um eine Funkerin am anderen Ende handelt. Doch dann ging es auch schon weiter. Schließlich ist jeder dokumentierte Kontakt zu einer Funkstation einen Punkt wert.

Das Wetter war ideal zum Punktesammeln. Bei klarem Himmel kamen so zumeist Funkkontakte mit Amateurfunkern aus dem süddeutschen Raum zustande. „Bei schlechtem Wetter kommen wir mit derselben Ausrüstung nur einige hundert Meter weit”, erklärte Schumacher. Der Amateurfunk stellt ein interessantes Hobby dar, wie die Funker am Schacht 4 betonten. Schrey ist schon seit den 60er Jahren dabei. Mittlerweile ist es jedoch schwierig, junge Leute für den Funk zu begeistern.

Konkurrenz der Mobiltelefone

Die Konkurrenz der Mobiltelefone ist zu groß. Dabei ist der Funk immer noch von besonderer Bedeutung, wie Schrey und Schumacher erklärten. Zum Beispiel im Katastrophenfall, wenn die Telefonmasten und Mobilnetze gestört sind.

„Dann ist der Funk oftmals die einzige Verbindung zur Außenwelt”, so Schumacher. Als aktuelles Beispiel nannte er die USA, wo ganze Landstriche nach dem Wirbelsturm verwüstet waren. „Die ersten Meldungen über Schäden und darüber, was dringend vor Ort gebraucht wird, kamen von Amateurfunkern”, betonte er. Bei den Wegberger Funkern überwiegt das kommunikative Element. „Man lernt Menschen aus allen möglichen Ländern kennen und hat auch gleich ein gemeinsames Thema”, betonte der Vorsitzende.

Nur nicht am Vatertag, denn da zählte Masse statt Klasse. Und so wurden die Kontakte meistens nach dem Austausch der Daten beendet, um im Äther nach weiteren Funkern zu suchen.

G38 und DM2KJ geben gerne Auskünfte

Der „Deutsche Amateur- und Radio-Club” (DARC) hat bundesweit über 1000 Ortsverbände, in denen sich die knapp 50.000 Mitglieder organisieren.

Neben regelmäßigen Aktionstagen bietet der DARC auch die Ausbildung und Vorbereitung auf die Funkprüfungen an, denn ohne Lizenz darf man in Deutschland nicht Amateurfunker sein. Der nächste Aktionstag des DARC findet am Sonntag, 18. September statt.

Den Wegberger Ortsverband „G38” der Funkamateure erreicht man unter 02431 / 97 832. Oder Interessenten funkten den Vorsitzenden Dr. Jens Schumann einfach unter „DM2KJ” an.
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