Wegberg - Auf den Spuren eines Literaten

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Auf den Spuren eines Literaten

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Grundschüler enthüllten auf dem Wegberger Friedhof eine Gedenktafel für Werner Oellers. Foto: Koenigs

Wegberg. Auf dem alten Friedhof an der Bahnhofsstraße erinnert neuerdings eine Tafel an den Wegberger Schriftsteller Werner Oellers (1904 bis 1947). Die Idee dazu kam von den Schülern der Klasse 4a der Erich-Kästner-Schule.

In einem Brief hatten sie sich an Bürgermeisterin Hedwig Klein gewendet und darum gebeten, den berühmten Sohn der Stadt gebührend zu würdigen. Denn der Schriftsteller dürfe nicht „aus dem Gedächtnis der Wegberger verloren gehen”. Eine Bitte, der Klein nur zu gerne nachkam.

Und so wurde die Gedenktafel aus Plexiglas im Beisein der Schüler enthüllt. Mit dabei war auch Ehrenbürgermeister Fritz Jakobs, der den Schülern in seiner Funktion als „Vorleseopa” von Oellers und seinen Büchern erzählt hatte. Vorgelesen hatte er aus dem ersten Kapitel des Romans „Gewalt der Waffen”, in dem Wegberg unter dem Namen „Schwalmenried” auch literarisch verewigt wurde.

Er beschrieb seine Heimat als eine Gegend, „wo die Erde so flach ist, dass man rundum sehen kann, wie sie mit dem Himmel zusammenstößt”. Und das ist ja durchaus auch heute noch so. Jakobs ist wahrscheinlich der einzige Wegberger, der noch alle Werke von Oellers besitzt. „Alle bis auf den ersten Roman”, betonte er. Den hatte er nämlich nach dem Krieg an einen guten Bekannten verliehen und nie mehr zurückbekommen.

Das ist umso tragischer, da Oellers„ Bücher nicht mehr aufgelegt werden und nur noch antiquarisch zu erhalten sich. Damit die Schüler auch wissen, für wen sie sich da eingesetzt haben, wussten Jakobs und Stadtarchivar Thomas Düren einiges zu berichten und zeigten auch Fotos von Oellers. Dieser war als Journalist für verschiedene regionale Zeitungen tätig und verfasste einige Romane und Erzählungen, die in seiner Zeit durchaus ihre Leser fanden.

Auch wenn Oellers heute kaum noch bekannt ist, hat er seine Spuren im Literaturbetrieb hinterlassen. So war sein Sohn Norbert Professor für Literaturwissenschaften an der Universität Bonn. Tochter Marianne war von 1968 bis 1979 mit dem Autor Max Frisch verheiratet.
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