Arbeitslosenzahlen: Caritas-Kritik an Statistik und Förderpraxis

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Kreis Heinsberg. „Monat für Monat berücksichtigt die Bundesagentur für Arbeit einen Teil der über 58-jährigen faktisch Arbeitslosen nicht in der Arbeitslosenstatistik. Ältere Hartz-IV-Empfänger haben ein überdurchschnittlich hohes Risiko einer langfristigen Hilfebedürftigkeit. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte über 50 Jahre werden seltener arbeitsmarktpolitisch gefördert.“

Dies sind nach Angaben des Caritasverbandes für das Bistum Aachen die alarmierenden Ergebnisse des aktuellen Arbeitslosenreports NRW, vorgelegt von der Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände.

Diese Entwicklung bildet sich laut Caritas auch im Kreis Heinsberg ab. Auch dort seien aufgrund gesetzlicher Vorgaben weit über 400 ältere Arbeitslose über 58 Jahre statistisch nicht zu den Arbeitslosen gezählt, weil sie in den vergangenen zwölf Monaten kein Jobangebot erhalten hätten oder Arbeitslosengeld beziehungsweise Hartz-IV-Leistungen unter erleichterten Bedingungen beziehen würden. Sie würden von der Agentur für Arbeit in der Unterbeschäftigungsstatistik erfasst. So werde die monatlich verkündete Arbeitslosenzahl nach unten korrigiert.

Genauso skandalös sei es, dass ältere Hartz-IV-Empfänger am stärksten von Langzeitleistungsbezug betroffen seien, aber kaum arbeitsmarktpolitische Förderung erhalten würden. So seien im Kreis Heinsberg im März 2411 Langzeitleistungsbezieher registriert gewesen, die älter als 50 Jahre seien. Die ­Aktivierungsquote liege nur bei 5,4 Prozent; nur jeder 18. erwerbsfähige Leistungsberechtigte über 50 Jahre in der Region die Möglichkeit, an ­einer arbeitsfördernden Maßnahme teilzunehmen.

„Die in unzähligen Sonntagsreden hochgeschätzte berufliche Kompetenz und Erfahrung gerade bei älteren erwerbsfähigen Arbeitslosen wird durch die Ergebnisse des aktuellen Arbeitslosenreports ad absurdum geführt“, kritisierte Roman Schlag, beim Caritasverband zuständig für Arbeitslosenfragen. „Dies ist für uns nicht hinnehmbar. Wir fordern eine wahrnehmbare Intensivierung der arbeitsmarktpolitischen Förderungen auch für Menschen über 50.“

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