Erkelenz-Lövenich - Anzeige vom 12. Oktober 1885 gibt Hinweise

CHIO-Header

Anzeige vom 12. Oktober 1885 gibt Hinweise

Von: dn
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz-Lövenich. . Ein großes Ereignis wirft in Lövenich seinen Schatten voraus: 125 Jahre Cäcilienchor an St. Pauli-Bekehrung.

Für die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Theo Schläger ist dies der Anlass, das Jubiläum im Laufe des Jahres mit kirchlichen und weltlichen Festen gebührend zu feiern.

Das Jubiläum lädt auch zu einer Rückschau ein: Bei der Entstehung von Kirchenchören im 19. Jahrhundert unterscheidet man drei Arten. Die einfachste war, dass der Chor als kirchlicher Gesangverein gegründet wurde und sich als solcher weiter entwickelte. Diese Entstehungsweise ist allerdings die jüngste von dreien. Die ältere Art war die, dass sich aus einem weltlichen Gesangverein mit kirchlichen Aufgaben im Laufe der Zeit ein rein kirchlich ausgerichteter Chor abspaltete.

Daneben gab es die dritte Möglichkeit: Einige Sänger fanden sich bereit, den Organisten beim Gesang im Gottesdienst zu unterstützen. Gemeinsam probten sie mit ihm den Choral ein, ohne natürlich an mehrstimmige Werke zu denken. Auf diese Weise übernahmen sie über Jahre hinweg die Funktion eines Kirchenchores, ohne dass es vorerst zu einer offiziellen Konstituierung eines Vereins kam.

Erst unter Einfluss des Allgemeinen Cäcilienvereins schloss man sich zu einem Kirchenchor zusammen und gab sich mit den nötigen Statuten einen Namen. Wesentlichen Anteil an der Gründung des Bezirks- (Dekanats)-Cäcilienvereins Erkelenz und den Pfarr-Cäcilien-Chören hatte der katholische Kirchenkomponist Franz Nekes (1844-1914), der von 1871 bis 1887 in der Gemeinde Gerderath als Priester wirkte.

Das energische Betreibern

Bis Ende 1873 schaffte er es, den „Cäcilienverein des Dekanates Erkelenz” nach Vorbilder anderer Dekanatsvereinigungen zu gründen. Auf sein energisches Betreiben hin wurden in den folgenden Jahren etliche Kirchenchöre in den Pfarren gegründet und straff organisiert; darunter auch der „Pfarr-Cäcilien-Verein Lövenich”. Leider fehlen dem Lövenicher Cäcilienchor jegliche Unterlagen über das Gründungsjahr und über den weiteren Aufbau in den folgenden Jahrzehnten. Spärliche Notizen sind in den Jahren mühselig zusammengetragen worden. Erst 1984 wurde bei den Nachforschungen eine Anzeige in der Ausgabe „Erkelenzer Kreisblatt” vom 12. Oktober 1885 gefunden, die auf eine Versammlung des Bezirks-Cäcilien-Vereins im Dekanat Erkelenz in Lövenich hinweist. Die festliche Andacht in der Kirche wurde vom „Pfarr-Cäcilien-Verein” Lövenich gestaltet. Demnach muss der Chor bereits einige Zeit bestanden haben, sonst wäre ihm die Ausrichtung der Versammlung nicht übertragen worden. Also darf der Cäcilienchor in diesem Jahr mindestens sein 125-jähriges Bestehen feiern.

Bis zur eigentlichen Gründung des Kirchenchores nahm der Männergesangverein Concordia Lövenich von 1848 bei hohen kirchlichen Festen die Aufgaben wahr.

Mit Knabenstimmen durchsetzt

Waren die Kirchenchöre Männerchöre, so überrascht eine Notiz aus dem Jahre 1893: Bei der Bezirksversammlung in Holzweiler waren die Männerchöre mit Knabenstimmen durchsetzt. Bei den Gesängen mit deutschen Texten waren beim Lövenicher Kirchenchor die Knabenstimmen durch einen Jungfrauenchor verstärkt; lateinische Texte trug der Chor ohne diese Verstärkung vor.

Eine Blüte erlebte der Kirchenchor 1929, als sich auf Betreiben der Geistlichkeit der Chor um 60 neue Sängerinnen und Sänger vergrößerte. Mit dieser Erneuerung änderte sich auch die Zusammensetzung. Aus dem bis dahin reiner Männerchor wurde ein gemischter Chor. Frauen und Männer probten getrennt, nur bei der Generalprobe fanden sich alle zusammen ein.

1919 kam Hermann Zimmermann als Organist nach Lövenich und übernahm den Kirchenchor. Nach dessen Tod 1961 übernahm Theo Schläger den Kirchenchor, gründete 1962 zusätzlich den Kinderchor und 1983 den Jugendchor. Instrumental- und Flötengruppe kamen hinzu.

Im Jahre 2006 fusionierte der Kirchenchor Katzem mit Lövenich zur heutigen Chorgemeinschaft Cäcilia Katzem-Lövenich.

Im Jubiläumsjahr steht auch Kirchenmusiker, Komponist und Chorleiter Theo Schläger im Mittelpunkt: Seit fast 50 Jahren prägt er mit seinen Chören das kirchliche und kulturelle Leben in Lövenich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert