Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Anita-Lichtenstein-Gesamtschule: Ausgezeichnete Völkerverständigung

Letzte Aktualisierung:
begegnung-3sp
Große Freude am Freitagnachmittag in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen über „Begegnung 2009”: Bei der Verleihung des Ehrenpreises der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung an die Projektgruppe Israel durften die Schülerinnen und Schüler auf der Bühne nicht fehlen. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. In einer stimmungsvollen und bewegenden, aber auch heiteren Feier ist am Freitagnachmittag die Projektgruppe Israel der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen mit „Begegnung 2009”, dem Ehrenpreis der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung, ausgezeichnet worden.

Theo Clemens, Vorsitzender des Kuratoriums, und Lothar Salentin, Vorsitzender des Vorstandes, überreichten den mit 5000 Euro dotierten Preis an Schulleiter Klaus Braun, die Projektlehrer Gabriele Czech und Walter Scheufen sowie die Schülerinnen und Schüler.

Bei der 2008 ins Leben gerufenen Partnerschaft mit der Yohana-Yabotinsky-School in Beer Yakov nahe Tel Aviv handele es sich um eine ganz außergewöhnliche Völkerverständigungsmaßnahme, die in ihrer schon jetzt spürbaren Intensität und ihrer gelebten Begegnung von jungen Menschen unterschiedlicher Kulturen die Jury überzeugt habe, sagte Theo Clemens in der Laudatio.

Nicht zuletzt setze die Projektgruppe den Schulnamen mit ihren Initiativen in vorbildlicher Form um; Anita Lichtenstein, ein jüdisches Mädchen, hatte mit seinen Eltern in Geilenkirchen gelebt und war in einem Konzentrationslager ums Leben gekommen.

Clemens wünschte den Verantwortlichen in den Partnerschulen Glück und Durchhaltevermögen. Es werde ein hartes Stück Arbeit, die weite geographische Entfernung immer wieder zu überbrücken und damit eine Brücke zwischen den Herzen der Menschen zu schlagen.

Bei der Feier am Freitag gab es Momente, die unter die Haut gingen. Als der von Musiklehrer Guido Beisner geschriebene „Song for Anita” dargeboten wurde. Als Direktor Klaus Braun in seiner Dankesrede die neue Freundschaft in dem Satz zusammenfasste: „Wir haben einen Schatz gefunden.” Als die gemeinsam mit Schulleiterin Mila Spivak extra zu dieser Feier aus Israel angereiste Projektlehrerin Sara Dar von der Liebe und Arbeit erzählte, die in diese Partnerschaft gesteckt werde, und ihre feste Überzeugung äußerte: „Kinder können die Welt verändern.” Und als eine Schülerin - beeindruckt vom Besuch im Yad-Vashem-Holocaust-Museum in Jerusalem - mit Blick auf die Nazi-Verbrechen im Namen aller den Appell formulierte: „Das darf sich nie wiederholen!”

Aber auch heitere Momente fehlten nicht. Als Projektlehrer Walter Scheufen von der ersten Begegnung der Lehrkräfte („Wie in einer Tanzstunde!”) berichtete. Als bei den Reiseimpressionen Bilder vom Bad im Toten Meer auftauchten, wo - aufgrund des hohen Salzgehaltes - sogar im Wasser liegend das Zeitungslesen möglich ist. Und als der Musiklehrer es zum Ausklang schaffte, das gesamte Auditorium in einen weit über 100-stimmigen Chor zu verwandeln, der das Volkslied „Shalom chaverim” als Kanon anstimmte.

Schülerinnen und Schüler gestalteten die Feier in der Schulaula: Leon Simons und Aylin Strobl kommentierten die Bilder von der Israel-Reise. Amelie Krings, Cynthia Dolinski und Michelle Borgel sorgten mit Gesang für die musikalischen Zwischenspiele. Nina Davids, Jacqueline Mast und Lydia Wolf berichteten in einer Talkrunde von der Herzlichkeit der Begegnungen und der Gastfreundschaft, von nachdenklich stimmenden und fröhlichen Augenblicken, von Freundschaften, Kontakten via E-Mail und Einladungen für ein Wiedersehen.

Als Moderator führte Regionalredakteur und Jurymitglied Dieter Schuhmachers durch die Veranstaltung, der auch ein Glückwunschschreiben aus Berlin verlesen durfte: von der Botschaft des Staates Israel. Darin wurde diese Schulpartnerschaft als beispielhaft für gelebten Jugendaustausch bezeichnet. Der Austausch sei „der Schlüssel für die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder in Gegenwart und Zukunft”.

Sparkassendirektor Lothar Salentin kündigte an, dass auch in diesem Jahr wieder der Begegnungspreis ausgeschrieben werde. Er hoffe auf viele Vorschläge. Und er hoffe noch mehr, dass die vielen Jugendlichen und Erwachsenen, die Kontakte zu Menschen in anderen Ländern unterhalten würden, nicht nachlassen mögen, diese weiterhin zu pflegen. „Denn nur, wenn viele Menschen viele kleine Schritte gehen, kann sich das Gesicht der Erde verwandeln”, zitierte er die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Margot Käßmann.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert