Geilenkirchen - Am Telefon 30.000 Euro verlangt und Schüsse angedroht

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Am Telefon 30.000 Euro verlangt und Schüsse angedroht

Von: Herbert Keusch
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Geilenkirchen. Ein 41-jähriger Mann aus Übach-Palenberg ist vor dem Geilenkirchener Schöffengericht freigesprochen worden. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft beinhaltete versuchte Erpressung, Bedrohung und Beleidigung.

Entscheidend für den Freispruch war das Gutachten der 42-jährigen Medizinerin Dr. Dinah Mörth, die den Angeklagten schon seit 1993 kennt, als er erstmals mit einer Psychose behandelt werden musste. „Man kann davon ausgehen, dass die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten zum Zeitpunkt der Tat am 23. Januar 2009 zumindest eingeschränkt war.” So lange der nun Angeklagte die sehr gut eingestellten Medikamente nehme und er sich von Cannabis und Amphetaminen fern hält, stellt er keine Gefahr für die Allgemeinheit dar, erläuterte die Ärztin auf Nachfrage des Gerichts.

Der Angeklaget drohte der eigenen Schwester

Am 23. Januar 2009 hatte der Angeklagte seine Schwester angerufen und zunächst 5000 Euro gefordert, geht aus der Klageschrift hervor. In zwei weiteren Anrufen forderte er am gleichen Tag zunächst 10.000 und wenig später in einem dritten Telefonat 30.000 Euro. Falls die nicht sofort gezahlt würden, werde er mit seinen Bekannten vorbeikommen und seine Schwester sowie deren Lebensgefährten erschießen.

Zu dieser Anschuldigung erklärte der 41-Jährige, dass sein Geld auf einem Sparbuch sei, das sich bei seiner Schwester befinde. „Es ist richtig, dass ich an einem Abend meinen Schwager angerufen und das Geld verlangt habe.” Nachdem ihm erklärt worden sei, dass so viel Geld nicht vorhanden wäre, habe er den Lebensgefährten seiner Schwester bedroht und beleidigt. „Ich hatte insgesamt 6000 Euro angespart, dieses Geld habe ich inzwischen auch bekommen”, erklärte der 41-Jährige jetzt in der Verhandlung.

Während die 39-jährige Schwester des Angeklagten aufgrund des engen Verwandtschaftsverhältnisses von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, musste der 35-jährige Lebensgefährte der Schwester deshalb aussagen, weil eben kein verwandtschaftliches Verhältnis besteht.

Angst um den Bedroher

Auf die Frage von Strafverteidiger Theo Depenau, weshalb er als Schwager damals die Polizei informiert hatte, erklärte der 35-Jährige: „Wir wussten, dass er psychisch krank ist, und deshalb wollten wir ihm helfen. Ich hatte Angst um ihn, nicht davor, dass er seine Drohung in die Tat umsetzt.”

Staatsanwalt Alexander Muhl schloss aufgrund des Gutachtens der Ärztin die Schuldfähigkeit des Angeklagten aus und beantragte Freispruch.

Auch das Plädoyer von Strafverteidiger Theo Depenau fiel kurz aus, er schloss sich dem Antrag des Staatsanwaltes an, wobei er aber eine entsprechende Betreuung seines Mandanten anregte. So erkannte auch das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schöning, der den Angeklagten freisprach, aber durchaus eine Betreuung empfahl.
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