Kreis Heinsberg - Als die Hebamme noch mit dem Fahrrad zur Geburt kam

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Als die Hebamme noch mit dem Fahrrad zur Geburt kam

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Bei der Vorstellung des ersten Buches der Arbeitsgruppe „Frauenschätze”: Franz-Josef Dahlmanns, Marianne Breda, Maria Meurer, Dr. Ulla Louis-Nouvertné und Alexandra Gedak (v.l.n.r.). Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Die Hebamme Judith Robertz aus Süsterseel im Selfkant machte sich Mitte des vergangenen Jahrhunderts mit ihrem Fahrrad auf den Weg, wenn ein neuer Erdenbürger ankündigte, das Licht der Welt erblicken zu wollen. Ihr Foto ziert jetzt ein neues Buch.

„Als die Hebamme noch mit dem Fahrrad kam - Das Hebammenwesen im Kreis Heinsberg”, lautet der Titel des von der Kulturwissenschaftlerin Alexandra Gedak aus Geneiken und der Journalistin Maria Meurer aus Granterath herausgegebenen, genau 100 Seiten umfassenden Werkes.

Entstanden ist es im Rahmen von Recherchen in der Arbeitsgruppe „Frauenschätze”, die sich vor acht Jahren gegründet hat. Etwa zehn Frauen sind derzeit aktiv damit beschäftigt, die Geschichte ihresgleichen im Kreis Heinsberg zu erforschen. Was sich als Ergebnis bisher auf einzelne Vorträge oder Sammlungen kopierter Berichte beschränkte, ist mit dem vorgelegten Werk erstmals als Buch erschienen.

Den Anstoß dazu gab Marianne Breda aus Hilfarth, eine der „Schatzsucherinnen”, die der Arbeitsgruppe von Beginn an angehört. Sie war nicht nur selbst bis 2001 aktive Hebamme. Ihre Mutter übte diesen Beruf schon aus, und auch ihre beiden Töchter sind praktizierende Hebammen.

Diesen Frauenberuf zu beleuchten, sei vor allem deshalb besonders interessant, weil er im Lauf der Geschichte einen ganz erheblichen Wandel durchgemacht habe, betonte sie. Sie wisse von ihrer Mutter, wie diese in Kriegszeiten gearbeitet habe, vom folgenden medizinisch-technischen Wandel bis in die heutige Zeit, wo es viel familienorientierter zugehe. „Da werde ich selbst fast neidisch, wenn ich sehe, wie schön Mütter heute ihre Kinder bekommen können”, erklärte sie bei der offiziellen Präsentation des Buches.

Das Buch, an dem auch die Pfarrerin Susanne Bronner aus Ratheim als Autorin mitgewirkt hat, beleuchtet die Geschichte des Hebammenwesens unter unterschiedlichen Aspekten, etwa der Ausbildung oder der Entlohnung, bevor es die Realität im 20. Jahrhundert beschreibt. Erinnerungen an ihre Mutter Wilhelmine Hensen hat dann Marianne Breda aufgeschrieben, bevor Interviews mit den Hebammen Judith Robertz und Käthe Motzkus die Darstellung abrunden.

Diese Veröffentlichung gebe interessante Einblicke in die Entwicklung eines Frauenberufs, verdeutliche gleichzeitig aber auch ein Stück regionale Gesellschaftsgeschichte, betonten Volkshochschulleiter Franz-Josef Dahlmanns und Fachbereichsleiterin Dr. Ulla Louis-Nouvertné in ihrem Vorwort.

Seit 2005 arbeitet die Gruppe „Frauenschätze” unter dem Dach der VHS. „Wir nehmen Frauenthemen sehr ernst”, so Dahlmanns bei der Vorstellung des Buches. „Denn Weiterbildung ist weiblich!” Rund 70 Prozent der VHS-Besucher und 60 Prozent der Dozenten seien weiblich.

Erhältlich ist das Buch, das mit Unterstützung der VHS und des Vereins Frauenzentrum entstand, bei der Arbeitsgruppe „Frauenschätze”, im Bürger-Service-Center des Kreishauses in Heinsberg sowie in Buchhandlungen (ISBN 978-3-83-702097-7).
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