23 Mal in Erkelenz: Stolpersteine für das Nachdenken

Von: hewi
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Erkelenz. Vor sechs Wohnhäusern in der Erkelenzer Innenstadt werden am Mittwoch, 14. Dezember, Stolpersteine verlegt. Sie sollen an die 23 jüdischen Bewohner erinnern, die von dort aus von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden.

Geplant und organisiert wird die Aktion von einer Gruppe Hauptschüler um den Lehrer Josef Adams. Sie haben sich im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts (WPU) für die Pflege und die Betreuung des jüdischen Friedhofs an der Neußer Straße entschieden.

Mit den Stolpersteinen schließen sie an eine Aktion an, bei der in Erkelenz vor einigen Jahren schon Steine verlegt wurden, um an die jüdischen Bewohner der Häuser zu erinnern.

Adams hat den Arbeitskreis vor rund zehn Jahren ins Leben gerufen. Damals wie heute richtet sich das Angebot an Schüler ab der achten lasse, von denen die meisten auch bis zum Ende ihrer Schulzeit mitmachen.

„Die Hauptschule ist die einzige Erkelenzer Schule, die sich über einen längeren Zeitraum mit dem Thema befasst und auch Verantwortung übernimmt”, betont Adams. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von der Schulseelsorgerin Maria Bubenitschek.

Die Stolperstein-Aktion stammt von dem Kölner Künstler Gunter Demnig, der erhöhte Steine in den Bürgersteig vor Häusern einlässt, in denen bis zu ihrer Deportation Juden gelebt haben. Jeder Stein steht für einen der Menschen, die durch die Aktion nicht vergessen werden sollen.

Deshalb haben die Schüler recherchiert und neben den Namen auch Fotos der Erkelenzer zusammengetragen, die in den Häusern gelebt haben. Die Stolpersteine kosten rund hundert Euro.

Zehn der Steine haben Schulklassen und Eltern sowie Lehrer der Gemeinschaftshauptschule bezahlt. 13 weitere haben Paten aus Erkelenz gefunden, darunter auch Parteien, Vereine und Geschäftsleute. Der erste Stein wird um 11.30 Uhr vor dem Gebäude Burgstraße 10 verlegt.

An jeder Station werden Bilder der Verstorbenen gezeigt und das aus ihrem Leben erzählt, was die Schüler zusammentragen konnten. Unterstützt wurden die Schüler von Hubert Rütten, der schon über das jüdische Leben in Erkelenz geschrieben hat. Geplant ist , in zwei bis drei Jahren die nächsten Stolpersteine in Erkelenz zu verlegen.

Die Stolpersteine sollen an Karolina Hirsch und Ernestine Marcus (Burgstraße 10), Joeseph und Cilly Hes (Johannismarkt 4), Sibilla und Heinz Katz, Hans Günther sowie Klara und Helene Leyens (Johannismarkt 1), Ernst und Johanna Weinberg (Kölner Straße 4), Juliana, Hans und Henriette Moll (Aachener Straße 5), Erna und Leopold Leyens, Grete Rosenstein, Mathilde; Henriette und Alfred Rubens sowie Johanna Lowitz (Wilhelmstraße 18) erinnern.
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