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2010 ging es krimineller zu im Kreis Heinsberg

Von: disch
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Das spektakulärste Verbrechen des Jahres 2010, das bundesweit für Aufsehen sorgte, war der Mord im Januar an einem Erkelenzer Augenarzt. Für die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst” wurde der Fall in dramatischen Szenen von Schauspielern dargestellt. Foto: Securitel

Kreis Heinsberg. Während die Fallzahlen für Nordrhein-Westfalen landesweit einen Rückgang von 1,1 Prozent ausweisen, ist die Kriminalitätsbelastung im Kreis Heinsberg im vergangenen Jahr gestiegen. Dies sei „weniger erfreulich”, musste Kreisdirektor Peter Deckers am Mittwoch bei der Pressekonferenz im Heinsberger Kreishaus zur Präsentation der Kriminalitätslage einräumen.

17.126 registrierte Fälle bedeuteten einen Anstieg um 8,4 Prozent. Allerdings machte Deckers zugleich auch zwei positive Feststellungen: Mit der Kriminalitätshäufigkeitszahl von 6712 Straftaten pro 100.000 Einwohner liege der Kreis Heinsberg nach wie vor deutlich unter dem Landeswert (8073). Und die Aufklärungsquote sei im Kreis Heinsberg von 49,8 auf 50,7 Prozent verbessert worden. Landesweit liegt die Quote bei 49,9 Prozent.

Das spektakulärste Verbrechen des Jahres 2010, das in der Region Entsetzen auslöste und bundesweit für Schlagzeilen sorgte, war der - bislang nicht aufgeklärte - Mord im Januar an einem Erkelenzer Augenarzt.

Die Gewaltkriminalität stieg im Kreis generell um fast zehn Prozent an, während sie landesweit um 2,7 Prozent sank. Die Gesamtzahl aller Körperverletzungsdelikte (von gefährlichen und schweren bis zu leichten, vorsätzlichen) kletterte im Kreis von 1217 auf 1389 in die Höhe. Es sei mehr Gewalt auf der Straße, beispielsweise auch im Umfeld von Diskotheken, festzustellen, so Kriminaloberrat Stephan Wey. Auch die Betrugskriminalität wächst: Die Steigerung um 28 Prozent oder 570 Fälle sei zu einem großen Teil auf mehrere Serienstraftaten zurückzuführen, so Wey.

Dabei sei es um Internetbetrügereien gegangen. Vor allem in Geilenkirchen seien diese Fälle zu Buche geschlagen, was die Kriminalitätshäufigkeitszahl dieser Stadt von 6162 auf 8268 in die Höhe schnellen ließ. Deutlich auch der Anstieg bei den Autoaufbrüchen: 903-mal wurde Diebstahl aus Pkw verzeichnet. Dies war sehr viel öfter als im Jahr zuvor (680), aber wiederum sehr viel seltener als noch vor Jahren; so gab es 2003 noch 1603 Fälle.

Wohnungseinbruch ist und bleibt das große „Sorgenkind” der Polizei im Kreis Heinsberg. Doch der Kriminaloberrat zeigte sich „hochzufrieden” über erste Erfolge der Schwerpunktarbeit, zu der unter anderem verstärkte sichtbare Präsenz von uniformierten Einsatzkräften in belasteten Wohngebieten wie auch vermehrt verdeckte Observationen gehörten. Die Zahl der Einbruchsdelikte war von 560 (davon 183 Versuche) im Jahr 2002 auf 947 (davon 340 Versuche) im Jahr 2009 angestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 841 Taten (davon 323 Versuche) gezählt; ein Rückgang um 11,2 Prozent. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen konnte - obwohl sich gerade da die Ermittlungen meist als sehr schwierig erweisen - von 12,1 auf 15,0 Prozent verbessert werden. Die Kreispolizeibehörde Heinsberg will in diesem Deliktbereich weiter einen Schwerpunkt setzen, werde doch ein Einbruch von Betroffenen, die Verluste und Schäden hinzunehmen hätten, vor allem auch als Einbruch in die Intimsphäre wahrgenommen, so Wey.

Die Häufigkeitszahl liegt mit 330 Einbrüchen pro 100000 Einwohner im Kreis weiterhin weit über dem Landesschnitt (250). Da dürfte es für die Opfer nur ein schwacher Trost sein, dass die Werte in den benachbarten Grenzregionen der Niederlande und Belgien noch weitaus höher sind.

Nach einem deutlichen Rückgang in 2009 sank die Zahl der Sexualdelikte weiter: auf 171; davon waren 46 Fälle ein Missbrauch an Kindern.

Mit 67 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt der Kreis Heinsberg bei den Sexualdelikten aber immer noch über der für NRW errechneten Zahl (60).
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