Heinsberg - 15-jährige Radfahrerin stirbt nach Kollision mit Auto

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15-jährige Radfahrerin stirbt nach Kollision mit Auto

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
hs-unfallfo
Für das 15-jährige Mädchen, das in Karken in einer Wohngruppe lebte, kam jede Hilfe zu spät. Es starb noch an der Unfallstelle.

Heinsberg. Eigentlich war es ein Montag wie schon unzählige zuvor. Nach dem Wochenende stand wieder Unterricht auf dem Programm der Schülerinnen und Schüler der Hauptschule an der Westpromenade in Heinsberg. Doch am Montag war in der neunten Klasse daran wohl nicht zu denken.

Vergeblich warteten die Mädchen und Jungen auf eine 15-jährige Mitschülerin, die seit eineinhalb Jahren ihre Klasse besuchte und sich an diesem Morgen wie so oft mit ihrem Fahrrad von einer Wohngruppe in Karken auf den Weg zur Schule gemacht hatte - dort aber nie ankommen sollte.

Gegen 7.45 Uhr endete das Leben der 15-Jährigen durch einen grausamen Verkehrsunfall im Straßengraben der Landstraße 230 zwischen Karken und Kempen.

Laut Angaben der Polizei befuhr das Mädchen zum Unfallzeitpunkt mit dem Rad die Mühlenstraße in Richtung L230. Zur gleichen Zeit fuhr eine 58-jährige Frau aus Übach-Palenberg mit ihrem Pkw auf der L230 aus Richtung Kempen kommend in Richtung Karken.

Als das Mädchen die Fahrbahn überqueren wollte, sei es vom Pkw der Übach-Palenbergerin frontal erfasst und zu Boden geschleudert worden. Dabei habe die 15-Jährige schwerste Verletzungen erlitten.

Eine hinzugerufene Notärztin habe ihr nicht mehr helfen können, erklärt die Polizei. Noch am Unfallort sei das Mädchen verstorben. Die Autofahrerin, die einen Schock erlitt und ins Heinsberger Krankenhaus gebracht wurde, konnte dieses - dem Vernehmen nach - wenig später wieder verlassen.

Die Schuldfrage, so sagte Polizeipressesprecher Karl-Heinz Frenken auf Nachfrage, war am Montag noch nicht geklärt. Ein Polizeihubschrauber machte zu diesem Zweck Luftaufnahmen vom Unfallort. Diese würden später durch das Verkehrskommissariat ausgewertet. Nötigenfalls müsse auch ein Gutachter hinzugezogen werden.

„Begutachtet” wurde die Unfallstelle allerdings in der Vergangenheit schon öfters. „Die Kreuzung ist bereits in früheren Jahren zeitweilig als Unfallhäufungsstelle qualifiziert gewesen”, heißt es in einer Stellungnahme des Kreises Heinsberg.

Nachdem verschiedene „geringfügige Maßnahmen” - wie zum Beispiel eine Änderung der Radwegeführung an der L230 - vorgenommen worden seien, sich das registrierte Unfallaufkommen zurückentwickelt habe und die Qualität einer Unfallhäufungsstelle zeitweilig nicht mehr gegeben gewesen sei, erfülle die Kreuzung aber seit 2007 wieder diese Kriterien. Zumindest nach der Definition der Unfallkommission, die sich erst im April wieder mit der Kreuzung befasste.

In den Jahren 2007 und 2008 wurden demnach jeweils drei Unfälle aktenkundig, davon einer mit schwerem Personenschaden. Als Unfallursachen registrierten die Behörden ausnahmslos Verletzungen der Vorfahrt.

Die Unfallkommission kam zu dem Schluss, dass „weitere verkehrsregelnde Maßnahmen alleine nicht als erfolgversprechend zur Erhöhung der Verkehrssicherheit angesehen werden”.

Es bestehe die einvernehmliche Einschätzung, dass nur durch eine bauliche Umgestaltung der Kreuzung, für die der Landesbetrieb Straßenbau NRW verantwortlich wäre, „eine hinreichende Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erzielen ist”.

Es sei zwar eine zeitnahe Errichtung eines Kreisverkehrs durch das Aufsetzen provisorischer Leitelemente vorstellbar, so die Kommission. Aber als problematisch würden nach vorläufiger Einschätzung die unterschiedlichen Neigungsverhältnisse auf den beteiligten Fahrbahnästen angesehen.

„Ein regulärer klassischer Umbau oder die Installation einer Lichtzeichenanlage ist nach der Erfahrung nicht zuletzt wegen begrenzter finanzieller Mittel nicht kurzfristig zu realisieren”, heißt es.

Im Hinblick auf den Tod der 15-Jährigen aus Karken nicht gerade ein tröstlicher Ausblick.
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