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140 Musiker versetzen Besucher in die „gute, alte Zeit”

Von: hl
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Erkelenz. Es war ein Konzert, das im Wortsinn der Veranstaltung am Sonntag im Burghof entsprach: Eine heitere Musik zum Abend.

Das Serenadenkonzert mit 140 Mitwirkenden aus einem Chor und drei Orchestern war nicht nur von der Atmosphäre her in der romantischen Umgebung des alten Gemäuers ein voller Erfolg, sondern auch wegen der musikalischen Qualität aus gut 400 Jahren Tonkunst.

Die Kultur GmbH Erkelenz hatte ein gutes Händchen bewiesen mit der Auswahl des Ortes und der Musikanten. Das Collegium Musicum der Volkshochschule des Kreises Heinsberg und der Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande unter Leitung von Professor Dr. Norbert Brendt sowie das Orchester der Kreismusikschule Heinsberg und das Kammerorchester Locatelli Landgraaf unter dem Dirigat von Ernest Frissen, der sich übrigens auch als exzellenter Geiger erwies, brachten 14 Stücke aus Romantik und Klassik bis in die Neuzeit mit einem Soundtrack von Hans Zimmers „Pirates of the Caribbean” zur Filmreihe mit dem Seeräuber Jack Sparrow.

Die drei Orchester unter der Leitung von Ernest Frissen vermittelten etwas von dem abenteuerlichen Milieu, wenn auch das Zuhören einer gewissen Eingewöhnung bedurfte.

Norbert Brendt führte sachkundig und humorvoll durch das Programm, das wohl vor allem durch seine Vielseitigkeit die Zuhörer begeisterte, die am Schluss mit dem Beifall gar nicht aufhören wollten.

Die Abendmusik begann mit dem Slawischen Tanz op. 46 Nr. 8 von Antonin Dvorák, gespielt vom Collegium Musicum, das furios die Lebensfreude des tschechischen Komponisten zum Klingen brachte. Mit Liedern aus dem Frühbarock und der Romantik unter anderen der Komponisten Michael Praetorius, Leo Hassler und Johannes Brahms sprach der Burgh-Chor insbesondere Herz und Gemüt an.

Die für die heutige Jugend alten Weisen wie „Herzlich tut mich erfreuen die schöne Sommerzeit”, „Erlaube mir, feins Mädchen, in den Garten zu gehn” oder „Wach auf, mein Herzensschöne” ließen so manchen älteren Besucher vielleicht etwas wehmütig der eigenen Vergangenheit nachtrauern.

Die Großen Cherubini (1. Satz Largo-Allegro aus der Sinfonie D-Dur), Vivaldi (Der Herbst aus den Vier Jahreszeiten), Respighi (Antike Tänze) und Rossini (Ouvertüre aus Der Barbier von Sevilla), dirigiert von Ernest Frissen und Norbert Brendt mit ihren Orchestern gaben dem Abend einen weiteren teils fröhlich-heiteren, teils nachdenklich-besinnlichen Akzent.

Und vielleicht lässt sich der ganze Abend mit einem Zitat aus dem vom Chor vorgetragenen Lied des weithin unbekannten Paul Peuerl (1570-1625) überschreiben: „O Musica, du edle Kunst, dir wirdt groß Lob gegeben. Denn du viel Lust und Kurzweil bringst, erfrischst das traurig Leben. Wo du hinkommst, da ist groß Freud mit Tanzen, mit Singen und Springen. Bey dir wohnt selten Traurigkeit.” Mit „Rosen aus dem Süden” von Johann Strauß (Sohn), bei dem die drei Orchester und der Chor gemeinsam musizierten, endete das fast zweistündige Programm.

Die Wolken zu Anfang hatten sich verzogen, die Sonne schien, und vom Winde verweht wurden ab und zu eine Notenseite oder ein Ton.

Und vor der beginnenden Urlaubszeit wurde mit diesen Melodien die alte deutsche Sehnsucht nach Italien wieder belebt.
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