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135 Helfer trainieren den Ernstfall

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
Dem Aufbau einer autarken Komm
Dem Aufbau einer autarken Kommunikationstechnik, auch über das klassische Feldkabel, kam bei der Landesübung des Deutschen Roten Kreuzes eine besondere Bedeutung zu. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Zum wiederholten Mal absolvierte der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine Übung zur Aus- und Fortbildung auf dem Bundeswehrgelände innerhalb des Truppenübungsplatzes auf dem Nato-Stützpunkt in Geilenkirchen. Unterstützt vom DRK-Kreisverband Heinsberg, trainierten 135 Helferinnen und Helfer den Ernstfall.

„Helfen wollen bedeutet für das DRK auch helfen können”, so Marlis Cremer. Die Landesbereitschaftsleiterin war an allen drei Tagen mit von der Partie. Sie kannte das vom Nordtor in Stahe aus zu erreichende Gelände bereits aus den letzten Jahren. Dort, wo auch Polizei und Sondereinsatzkommandos aus ganz Nordrhein-Westfalen üben, können die Einsatzkräfte ungestört trainieren.

Der DRK-Landesverband Nordrhein war Ausrichter der Übung, bei der zudem Gäste aus den Verbänden Westfalen-Lippe und Hessen ihre Erfahrungen und ihr Equipment mit einbrachten. Bei diesem Qualifizierungswochenende standen in diesem Jahr die Betreuung einer Vielzahl von Patienten und evakuierter Personen sowie deren Unterbringung auf dem Übungsplan.

„Um solche klassischen sanitätsdienstlichen Herausforderungen bewältigen zu können, bedarf es einer engen Verzahnung von Fach- und Führungsfunktionen im Hintergrund”, erläuterte der stellvertretende Referatsleiter des DRK-Landesverbandes Nordrhein, Reginald Berndt. Nach umfangreichen theoretischen Ausbildungen im Vorfeld sollte bei der Abschlussveranstaltung auf dem Übungsgelände die vernetzte Hilfe aller unterstützenden Einheiten unter realen Einsatzbedingungen auf der „grünen Wiese” unter Beweis gestellt werden.

So wurde bereits am Freitag mit dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur begonnen. Dazu gehörten die Einrichtung einer kompletten „Zeltstadt” mit mehr als zwei Dutzend Zelten für die Unterbringung der evakuierten Personen. Die Sicherstellung der Kommunikation sowie der dafür wie auch für die Beleuchtung notwendigen Stromversorgung musste ebenfalls gewährleistet sein. Eine nicht unbedeutende Rolle spielte die Versorgung mit Wasser und auch die spätere Entsorgung.

Daneben erfolgte am Wochenende eine spezielle Fortbildung zu den Themen Technik und Sicherheit sowie Informations- und Kommunikationstechnologien unter taktischen Gesichtspunkten. Dabei standen unter anderem die partielle Einbindung modernster Informationstechnik und Telekommunikationstechnologien in völlig autark arbeitenden Führungsebenen im Vordergrund. Auf dem Übungsgelände standen dafür ein voll klimatisierter Container für den Führungsstab und eine mobile Fernmeldezentrale zur Verfügung. Letztere verfügte über Satellitenschüssel, Analog- und Digitalfunk und mehrere Computerarbeitsplätze. Dort wurden auch alle eingehenden Nachrichten gebündelt. „Wenn alle öffentlichen Netze ausfallen, müssen wir dennoch die Kommunikation aufrecht erhalten können”, sagte Marlis Cremer.

Das DRK baue im Fall der Fälle ein eigenes Netz auf und verfüge über vier Rückfallebenen, unter anderem über eine Kommunikation über Kurzwelle. Dabei komme auch dem klassischen Feldkabel eine besondere Bedeutung zu, denn es könne über eine parallele Übertragungserweiterung mit VDSL-Modem einsatztaktisch aufgewertet werden. Neben einem Telefonanschluss können so auch PC-Ethernetzugänge über mehrere hundert Meter zu zentralen IT-Knoten in Einsatzgebieten ermöglicht werden.

„Unsere Technik hat den höchsten Sicherheitsstandard den es derzeit gibt”, vermeldete Marlis Cremer nicht ohne Stolz. Aber: „Die guten alten Strippen sind weniger anfällig gegen Störungen als moderne Technik”. Aus diesem Grund würden zukünftig auch weiterhin viele Kilometer Kabel verlegt, um bei einem Ausfall von DSL die Versorgung - und damit lebenswichtige Funktionen - aufrecht zu erhalten.

Der Heinsberger Kreisbereitschaftsleiter Heinz Grevenrath war am Wochenende mit einem Team unterstützend zur Stelle. Schließlich musste auch die Verpflegung der 135 Frauen und Männer sichergestellt werden. Neben den speziellen Fachgebieten standen ganz „banale” Dinge auf dem Übungsplan. Dazu gehörte zum Beispiel das Fahren mit Lastwagen und Anhänger oder das Aufziehen von Schneeketten.

Am Sonntagabend machten sich die Rot-Kreuzler auf den Heimweg - in der Gewissheit, dass sie in der Lage sind, ihre erlernten Kenntnisse im Ernstfall einsetzen zu können.
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