Kreis Heinsberg - 111 kleine Kunstwerke auf dem Boden platziert

111 kleine Kunstwerke auf dem Boden platziert

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Beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch: Zur Eröffnung der Ausstellung mit einer Installation von 111 Schalen der koreanischen Künstlerin Young-Jae Lee sprach die stellvertretende Vorsitzende Inge Keitel; im Bild mit den Vereinsmitgliedern Hubert Schmitz und Willy Lennartz (v.l.). Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Auf den ersten Blick sind es unzählige, sich vielfach ähnelnde Keramikschalen, die derzeit den Boden im großen Raum des Kunstvereins Region Heinsberg im Horster Hof in Unterbruch zieren.

Wer genauer hinschaut, entdeckt jedoch in der neuen, am Sonntag eröffneten Ausstellung genau 111 kleine Kunstwerke, die koreanische Künstlerin Young-Jae Lee dort selbst installiert hat.

Wegen der widrigen Witterungsverhältnisse konnte die in Seoul geborene Künstlerin, die seit 1987 in ihrer Essener Werkstatt arbeitet, zur Eröffnung am Sonntag selbst nicht anwesend sein. Auch die Kunsthistorikerin des Kunstvereins Leverkusen, die in die Ausstellung einführen sollte, war nicht vor Ort.

Die Erläuterung des Werks übernahmen dann nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Alwin Hintzen mit Kunsthistorikerin Inge Keitel und Kunstpädagogin Ingrid Trantenroth-Scholz spontan zwei Mitglieder des Heinsberger Kunstvereins.

Hinter diesen Kunstwerken stehe die Symbolik der zur Schale geformten Hände, des Gebens und Nehmens in seinem sakralen Charakter, so Keitel. Lee habe sich dabei sehr früh von der angewandten Kunst weg und zum rein Künstlerischen hin gewandt. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale der installierten Schalen seien ihre Größe sowie ihre Glasur, die glänzend, matt oder auch transparent sein könne.

Die Glasur sei dabei immer sehr hell, wodurch der Lichteinfall in die Schale von großer Bedeutung sei. Durch ihre kleinen Standfüße würden die Werke zugleich schwebend erscheinen, ergänzte Trantenroth-Scholz. Über die eigentlichen Werke hinaus habe auch die Installation beim Kunstverein, bei der sich die Künstlerin an die L-Form des Raumes angepasst habe, ihren Wert an sich.

Wie schon zuvor Keitel, ging dann auch die Kunstpädagogin auf die beiden großformatigeren Spindelvasen ein, die - in Blickhöhe auf Sockeln stehend - die Installation ergänzen. Zwei Schalen wurden dabei in Anlehnung an die Tradition überlieferter koreanischer Keramik in Form der aus dem 17. und 18. Jahrhundert bekannten Mondtöpfe spiegelbildlich aufeinander gefügt. Anders als bei der historischen Variante bleibe die Fügestelle, der sogenannte Äquator, bei den Spindelvasen von Lee jedoch bewusst sichtbar, so Trantenroth-Scholz. Die untere Schale sei sogar tatsächlich höher als die obere, wies sie abschließend auf ein interessantes Detail hin. Ansonsten würde die untere Schale dem Betrachter als Teil der Vase durch eine optische Täuschung immer kleiner erscheinen als die obere.

Ergänzt wird die Kunstausstellung im Heinsberger Stadtteil Unterbruch durch eine Präsentation mit keramischem Gebrauchsgeschirrs, das in der Keramischen Werkstatt Margartenhöhe gefertigt wird, deren Leiterin Lee seit ihrer Gründung 1987 ist.

Die Ausstellung „Installation und Gefäße” mit Werken von Young-Jae Lee ist beim Kunstverein in Unterbruch (Horster Hof) bis 31.Januar zu sehen: sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr.

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