Kreis Düren - Zuversicht bei den Vereinigten Industrieverbände

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Zuversicht bei den Vereinigten Industrieverbände

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VIV-Vorsitzender Dr. Stephan Kufferath-Kassner (r.) und sein Stellvertreter Hans Helmuth Schmidt (l.) begrüßten als Gastredner der Jahreshauptversammlung Geruchsforscher Prof. Hanns Hatt.

Kreis Düren. Wenn die Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (VIV) zur Jahreshauptversammlung laden, dann dürfen sich die Mitglieder für gewöhnlich auf den Gastvortrag eines renommierten Wirtschaftsexperten freuen.

Diesmal war das anders. Der wirtschaftliche Sachverstand sei bei den Anwesenden ausreichend vorhanden, schmeichelte VIV-Vorsitzender Dr. Stephan Kufferath-Kassner den Gästen und präsentierte ihnen als Gastredner den Geruchsforscher Prof. Hanns Hatt.

Das passte gut, denn vor dem sehr unterhaltsamen und interessanten Vortrag des Lehrstuhlinhabers an der Uni Bochum machte Kufferath-Kassner deutlich, was ihm derzeit stinkt: ein „weit verbreiteter wirtschaftlicher Analphabetismus, die bis in die höchsten Politikerkreise hineinreicht”.

Positiv und optimistisch begann der VIV-Vorsitzende seine Rede. Er sprach von Mut und Zuversicht, von einer Reihe Indikatoren, die inzwischen wieder aufwärts zeigen. „Unsere Unternehmen haben auch im Krisenjahr 2009 an die eigene Stärke geglaubt”, betonte Kufferath-Kassner. „Wer 2009 ein Umsatzminus von 15 Prozent zu verkraften hatte, aber weniger als vier Prozent der Belegschaft abbaut, der muss notwendigerweise an die Zukunft seines Unternehmens glauben.” Die gesetzlichen Erleichterungen bei der Kurzarbeit und die „kluge Politik der Gewerkschaften” hätten maßgeblich zur Stabilisierung beigetragen, machte der Arbeitgebervertreter den Arbeitnehmervertretern ein ungewöhnliches Kompliment.

Ein vernichtendes Urteil

Auch der Blick auf den stabilen Ausbildungsmarkt verrate, dass sich die heimische Industrie selbst in der Krise ihrer Verantwortung bewusst sei. Immer problematischer werde aber der Bildungsnotstand. „Kaum ein Schüler kann heute sagen, wie viel zehn Prozent von 100 sind”, fällte Kufferath-Kassner ein vernichtendes Urteil. An der Nahtstelle zwischen Schule und Beruf müsse Deutschland deutlich besser werden.

Der Industrieverband nehme seine gesellschaftliche Verantwortung wahr und lasse sich gezielte Förderprogramme 50.000 Euro pro Jahr kosten. Leider gebe es nach wie vor kein Pflichtfach „Wirtschaft” an deutschen Schulen, monierte Kufferath-Kassner, bevor er deutlich machte, dass davon aus seiner Sicht auch so mancher Politiker hätte profitieren können. „Abenteuerlich unsachliche Diskussionen” müsse man verfolgen, und nirgendwo werde „so gelogen wie in der Politik”.
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