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Zukunft des ländlichen Raums ist Thema im Kreishaus

Von: ch
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Kreis Düren. Dörfer, in denen einmal pro Woche ein rollender Gemischtwarenladen Halt macht, Menschen, die aus ihrem Ort zehn Kilometer oder weiter bis zum nächsten Metzger fahren müssen: Das alles muss nicht unbedingt so weit kommen - zumindest, wenn es nach der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen geht.

Die hatte mehr als 100 Einzelhändler sowie Entscheidungsträger aus den Räten und Verwaltungszentralen in das Dürener Kreishaus eingeladen, um über - so der Titel des Forums - „Nahversorgung im ländlichen Raum - eine Herausforderung für die Zukunft” zu informieren. Kompetente Referenten setzten mit ihren Vorträgen Impulse. Ziel: Mit dem Forum und den daraus folgenden Gesprächen und Diskussionen in der Region eine Verbesserung einzuleiten.

Landrat Wolfgang Spelthahn ordnete in seiner Begrüßung das IHK-Forum in einen größeren Zusammenhang ein: „Es geht um die Zukunft des ländlichen Raumes.” Denn Düren sowie seine Nachbarkreise Euskirchen und Heinsberg kennzeichnet ebenso wie Teile der Städteregion Aachen eine dörfliche Struktur. Oberstes Gebot des politischen Handelns sei darum, wie Spelthahn weiter ausführte, „die Lebensqualität zu erhalten oder zu steigern”. Gelingt das nicht, sind nach Meinung des Dürener Landrats die Konsequenzen unausweichlich: „Ist die Infrastruktur nicht angemessen ausgerichtet, droht Einwohnerverlust.”

Professor Dr. Christoph Hebel, der als Stadtplaner an der Fachhochschule (FH) Aachen lehrt, oblag es bei dem von Ministerialdirektor Dr. Michael Schaloske moderierten Forum, die Zuhörer genauer in das Thema einzuführen. Hebel skizzierte, dass das Forum einen offenen Diskussionsprozess in Gang setzen soll.

Dessen Inhalt und Ziel stehen für den Professor nicht fest: „Wir wissen gar nicht, wo die Reise hinführt.” Auf jeden Fall will Hebel eine Voraussetzung gewahrt sehen: „Es ist sinnvoll, die Bürger in diesen Prozess mit einzubeziehen.” Im Übrigen, befand der Fachmann, müsse für jeden Ort den Bedürfnissen der Einwohner gemäß eine eigene Lösung gefunden werden. Er rief dazu auf, „Konzepte von unten” zu entwickeln.

Dr. Stefan Holl von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung unterfütterte das Referat des Vorredners mit wissenschaftlichen Erkenntnissen - und machte die Notwendigkeit einer guten Erreichbarkeit von Geschäfte am stetig wachsenden Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung fest. Generell sei ein genauer Plan ein Muss, denn: „Wir versuchen immer wieder, Leute in unsere Ortsmitten zu locken - und was haben wir: keine Nahversorgungskonzepte.”

Dem Thema komme der höchste Stellenwert zu - und darum nahm Holl Bürgermeister wie Landräte in die Pflicht: „Die Nahversorgung muss Chefsache werden.”
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