Schleiden-Gemünd - Wer bezahlt das Nationalpark-Jubiläum?

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Wer bezahlt das Nationalpark-Jubiläum?

Von: Gudrun Klinkhammer
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Seit zehn Jahren ist die Eifel Nordrhein-Westfalens einziger Nationalpark. Vor den Feierlichkeiten am Wochenende in Gemünd stehen Fragen nach deren Finanzierung im Raum. Foto: dpa

Schleiden-Gemünd. „Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen“, dieser Spruch ist landläufig bekannt, gilt allerdings aktuell nicht für die Nationalpark-Verwaltung Eifel, wie jetzt aus internen Kreisen bekannt wurde.

Zehn Jahre Nationalpark Eifel – für die Nationalpark-Verwaltung ein Grund zum Feiern, obwohl es in den vergangenen Monaten zunehmend Kritik am Vorgehen der Behörde hagelte. Am Samstag und Sonntag, 30. und 31. August, steigt nun die Jubiläums-Party in Schleiden-Gemünd.

Vorträge stehen auf dem Programm ebenso wie ein lustiger Abend im großen Kursaal mit der Kabarett-Gruppe „Springmaus“ aus Bonn. Die Verträge für Kabarett-Gruppe und Referenten waren zum Teil abgeschlossen, bevor etwas geschah, was der Sache nicht dienlich war: Norbert Walter-Borjans, Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, verhängte am 1. Juli nach seiner Niederlage im Verfassungsstreit eine Haushaltssperre, von der auch die Nationalpark-Verwaltung betroffen ist.

Zwar hatte sich der Förderverein Nationalpark Eifel bereits im Vorfeld bereit erklärt, einige Kosten der Fete wie etwa die Bezahlung von Referenten zu übernehmen. Nun soll er nach Insideraussagen rund 10.000 Euro auf die Theke blättern, damit die Fete in der annähernd geplanten Form steigen kann. Denn die Nationalpark-Verwaltung ist eben nicht flüssig.

Kein Geheimnis ist es, dass der Förderverein Nationalpark Eifel immer weiter den Weg verließ, den die Nationalpark-Verwaltung beschritt. Zu unterschiedlich waren die Ansichten, was beispielsweise den großflächigen Holzeinschlag anging. So kursierte im Förderverein schon der Spitzname „Holzverkaufsbude NRW“ in Bezug auf den Nationalpark. Ironie des Schicksals, dass nun ausgerechnet die mit dem Förderverein nicht immer auf einer Wellenlänge funkende Behörde ausgerechnet diesen um Geld bitten musste.

Für Michael Lammertz, Pressesprecher der Nationalpark-Verwaltung, steht eines im Vordergrund: „Wir wünschen uns eine schöne Feier, mit der wir allen danke sagen möchten, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben.“ Er bestreitet, dass der Förderverein die Feierlichkeiten finanziell großzügig unterstützt. Lammertz: „Das alles ist totaler Blödsinn. Tatsächlich übernimmt der Förderverein kleinere Beträge.“

Wie hoch das gesamte Kostenvolumen für die Jubiläumsfestivität ist, das kann oder will er nicht sagen. Er räumt jedoch ein: „Vor anderthalb Jahren starteten die Planungen für das Jubiläum und wir schlossen Verträge ab. Diese müssen wir einhalten. Mit den über uns stehenden Behörden fanden wir eine Lösung.“

So erhält die Kabarett-Gruppe „Springmaus“ ihre Gage laut Lammertz nicht aus dem Budget des Fördervereins. Wie hoch die Gage ist und wer sie bezahlt, das bleibt jedoch geheim. Oliver Krischer, der Vorsitzende des Nationalpark Fördervereins, sagt dazu: „Tatsächlich stand von vorneherein fest, dass wir uns an den Kosten für das zehnjährige Jubiläum beteiligen, auch haben wir gesagt, dass wir maximal 10.000 Euro zuschießen. Und es entspricht der Tatsache, dass die Nationalpark-Verwaltung bei uns wegen weiterer Mitfinanzierung anfragte, nachdem die Haushaltssperre verhängt worden war. Nach meinem letzten Kenntnisstand liegen wir aber deutlich unter dem maximal zugesagten Betrag.“

Auf keinen Fall würde der Förderverein Nationalpark Eifel Dinge mitfinanzieren wie etwa die Verköstigung, die nicht mit dem Fördervereinsgedanken konform gingen. Stattdessen würden Referenten-Honorare, die Dokumentation der Veranstaltung und ein dritter Posten – der nicht näher bezeichnet wurde – bezahlt. Oliver Krischer: „Das Budget haben wir beschlossen, aber die Zahl habe ich nicht im Kopf.“ Auf jeden Fall würde die Zahlen später öffentlich gemacht, versichert Krischer.

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