Kreis Düren - Wasserverband will bis 2027 rund 253 Millionen Euro investieren

Wasserverband will bis 2027 rund 253 Millionen Euro investieren

Von: Jörg Abels
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Eines der vorrangigsten Projekte bei der Renaturierung der Rur: der Umbau des Wehres bei Lendersdorf, der vom Wasserverband Eifel-Rur bereits konkret geplant wird. Foto: Abels

Kreis Düren. Einen „guten ökologischen Zustand” fordert die EU-Wasserrahmenrichtlinie bis spätestens 2027 für alle Gewässer innerhalb der EU. Biologisch-chemisch hat der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) dieses Ziel weitgehend bereits erreicht.

Dass der Lachs als Vorzeigefisch in der Rur aber immer noch nicht wieder heimisch geworden ist, liegt an der baulichen Situation des Flusses mit seinen vielen Wehren.

„Ab Düren ist die Rur flächendeckend ausgebaut”, erklärt Diplom-Biologin Dr. Antje Goedeking vom WVER. Ziel im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist aber ein möglichst „naturnaher Zustand”. Wie der durch Renaturierungsmaßnahmen - Aufbrechen der Ufersicherung und Verkleinerung des Abflussprofils, so dass der Fluss ausufern und an anderer Stelle Sandbänke bilden kann - erreicht werden könnte, hat der WVER nach umfangreicher Datensammlung in einem Bewirtschaftungsplan aufgezeigt.

Dieser Plan ist Grundlage für konkrete Einzelprojekte im gesamten Einzugsgebiet der Rur in den nächsten Jahren. Da eine komplette Renaturierung - der laufende Meter kostet zwischen 1000 und 2000 Euro - schon finanziell kaum zu bewältigen ist, es aber auch Bereiche (z.B. Stadtlagen) gibt, in denen keine Flächen mehr zur Verfügung stehen, will sich der WVER in seinem Verbandsgebiet auf rund 110 Projekte mit Strahlwirkung konzentrieren, für die bis 2027 rund 253 Millionen Euro aufgebracht werden sollen.

Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen, die auf angrenzende Bereiche „ausgestrahlt” haben, sind die in den 90er Jahren durchgeführten Projekte in Birkesdorf und Jülich, erklärt die Biologin. Wie genau die einzelnen Maßnahmen aussehen und wann sie umgesetzt werden sollen, will der WVER in den nächsten Monaten festlegen.

Einige besonders wichtige Bereiche, erklärt die Biologin, sind die nördlich von Linnich, der Barmener Driesch und die Indemündung bei Kirchberg. „Auch der Merzbach und die Wurm sind noch Schwachpunkte”, erklärt Dr. Goedeking.

Darüber hinaus müsse ein Großteil der 56 Wehre in der Rur von Obermaubach bis zur niederländischen Grenze zurückgebaut oder - wo zusätzliche Flächen das Gefälle nicht ausgleichen können - mit Fischtreppen ausgestattet werden.

Für Lachse ist auf ihrem Weg flussaufwärts bislang in Heinsberg-Karken die Reise bereits beendet. Bereits in der Planung ist der Ausbau des Lendersdorfer Wehrs, wichtig für die Durchgängigkeit der Rur für Lachse in den Kreis Düren hinein ist aber auch das Wehr bei Linnich-Rurdorf.

Dort aber hat der WVER seine Renaturierungspläne erst einmal zurückgestellt, will doch zum einen eine Bürgerinitiative das historische Bauwerk erhalten, auf der anderen Seite aber ein Investor möglicherweise Strom produzieren.

Das Land NRW fördert die Renaturierung zu 80 Prozent. Den Rest müssen die WVER-Mitglieder, in diesem Fall Städte und Gemeinden, aus ihren allgemeinen Finanzmitteln über die Verbandsabgabe aufbringen, erklärt WVER-Sprecher Marcus Seiler. Eine Belastung des Gebührenzahlers durch die Renaturierung entstehe nicht.
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