Kreis Düren - Verlängerung der Euregiobahn bis Linnich: Konsens in Gefahr?

Verlängerung der Euregiobahn bis Linnich: Konsens in Gefahr?

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Derzeit endet die Euregiobahn am Bahnhof Düren. Die Diskussion um eine geplante Verlängerung bis Linnich geht weiter. Foto: Abels

Kreis Düren. Wie sinnvoll sind die Pläne des Nahverkehrs Rheinland (NVR) und des Aachener Verkehrsverbundes (AVV), die Euregiobahn über Düren hinaus nach Linnich zu verlängern?

20 Millionen Euro in eine dafür erforderliche Brücke über die Hauptstrecke Aachen-Köln im Bereich des Dürener Vorbahnhofs und den Ausbau der Streckeninfrastruktur zu investieren, um 20 Sekunden Fußweg beim bislang notwendigen Umsteigen im Bahnhof Düren einzusparen, halten die Grünen für unvernünftig.

Sie fordern, die Gelder - vier Millionen müsste der Kreis beisteuern - effektiver einzusetzen, endlich - wie von allen Parteien gefordert - die Bördebahn in Richtung Euskirchen und Zülpich zu reaktivieren (wir berichteten) und damit bis zu 2700 neue Fahrgäste täglich zu gewinnen. „Mit dem Versuch, Düren-Euskirchen auf die Überholspur zu setzen, gefährden die Grünen den regionalen Konsens”, ärgerte sich Hans-Willi Dohmen (CDU) im Kreisentwicklungsausschuss mit Blick auf die sensiblen Entscheidungsprozesse im NVR, „zumal wir überhaupt nicht wissen, ob die Mittel vom NVR 1:1 umgeschichtet würden”, ergänzte sein Fraktionskollege Dr. Ralf Nolten.

Jörg Hamel (CDU), wie Dohmen Mitglied in verschiedenen NVR-Gremien, schloss dies bereits aus, verwies gleichzeitig aber auf die Bedeutung der Hauptstreckenquerung für die Schieneninfrastruktur im Kreis. Auf keinen Fall dürfe der Eindruck entstehen, der Kreis Düren würde sich von der Septemberresolution verabschieden, in der er mit Nachdruck nicht nur die Reaktivierung der Bördebahn, sondern auch den Lückenschluss Linnich-Baal forderte.

Grüne nicht gegen Linnich-Baal

„Wir sind nicht gegen Linnich-Baal, im Gegenteil”, versicherte der grüne Verkehrspolitiker Hansbert Schruff, dass seine Partei den parteiübergreifenden Konsens keineswegs verlassen will. „Aber muss es unbedingt die Euregiobahn sein, die dorthin fährt? Uns geht es nur um den effektiven Einsatz der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel.”

Und Schruff wies in diesem Zusammenhang am Mittwoch auch noch einmal „lokalpolitisch verständliche Maximalforderungen” wie die von der UWG wieder in die Diskussion gebrachte Reaktivierung der alten Jülicher Kreisbahn als „wenig hilfreich” zurück

Der Ausschuss verständigte sich schließlich, NVR und AVV zur Vorstellung ihrer Pläne einzuladen, vor einer endgültigen Beratung noch offene aber auch mit der Rurtalbahn zu diskutieren. Eine Entscheidung, machte Kreisdezernet Hans-Martin Steins deutlich, müsse wahrscheinlich binnen Jahresfrist fallen, damit die Kreisdürener Position bei den Investitionsplanungen von NVR und AVV für die Jahre ab 2015 diskutiert werden kann.
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