Kreis Düren - Verein „Frauen helfen Frauen” schildert Liesel Koschorreck seine Nöte

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Verein „Frauen helfen Frauen” schildert Liesel Koschorreck seine Nöte

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Im Gespräch mit den Verantwortlichen des Dürener Frauenhauses und des Vereins „Frauen helfen Frauen” informierte sich die SPD-Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck (l.) über die Probleme vor Ort.

Kreis Düren. Da ist nicht nur der Schmerz, der physische und der psychische. Da sind auch bürokratische Hürden zu überwinden, wenn von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit ihren Kindern dauerhaft Schutz vor ihren gewalttätigen Partnern finden wollen.

Einfühlsame Hilfe bieten dann die Mitarbeiterinnen des Dürener Frauenhauses und der Frauenberatungsstelle. Wie diese Hilfestellung konkret aussehen kann, hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck bei einem Besuch vor Ort erklären lassen.

In einem ausführlichen Gespräch diskutierten Anne Pentzlin und Elke Mertens vom Vorstand des Vereins sowie Sonja Waltl und Ute Assmacher-Becker als sozialpädagogische Mitarbeiterinnen von „Frauen helfen Frauen e.V.” aktuelle Probleme und Fragen. Besonders problematisch sei die Situation von Frauen mit Wohnsitzauflagen wie bei Asylsuchenenden.

„Obwohl sie akut gefährdet sind, müssen sie zurück in das unmittelbare Umfeld des Gewalttäters. Es ist zwar zulässig, in einem vom Wohnort des Täters weit entfernten Frauenhaus Zuflucht zu erhalten, jedoch müssen die Frauen mit ihren Kindern zurück in den Wohnraum, der auch Aufenthaltsort des Täters ist, sobald sie das Frauenhaus wieder verlassen”, beschreibt Ute Assmacher-Becker einen aktuellen Fall aus ihrer Arbeit. Hier helfe nur eine gesetzliche Änderung, die Ausnahmetatbestände zulasse.

Auch die finanzielle Zukunft des Frauenhauses gebe Anlass zur Sorge, schildert Anne Pentzlin die momentane Situation. „Für das Personal des Frauenhauses gibt es zu der Landesförderung Zuschüsse von der Stadt und dem Kreis Düren. Gefördert werde für die Betreuung der Frauen und Kinder im Frauenhaus eine Stelle für eine Diplom-Sozialpädagogin, eine Stelle für eine Erzieherin und eine sonstige Stelle.

Die Betriebskosten des Frauenhauses müssen weitgehend über einzelfallfinanzierte Tagessätze von den Bewohnerinnen aufgebracht werden (zum Beispiel Einkommen oder ALG-II). Eine vom Einzelfall unabhängige, pauschale Finanzierung von Frauenhäusern mit bundeseinheitlichen, verbindlichen Regellungen sei dringend notwendig, um allen von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern, unabhängig vom Status, Einkommen und Herkunft eine sichere Zuflucht und gewaltfreie Zukunft gewährleisten zu können!”

Für seine Beratungsstelle erhalte der Verein „Frauen helfen Frauen” gar keine finanzielle Unterstützung. Diese werde alleine aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. „Dabei können wir durch umfangreiche Gewaltschutzberatungen im Vorfeld, wenn Frauen über die Flucht aus einer bedrohlichen häuslichen Situation nachdenken, dabei mithelfen, dass der Weg ins Frauenhaus vermieden werden kann.” Stattdessen könnten die Frauen einen direkteren Weg in ein eigenständiges, sichereres Leben nehmen, schildert Sonja Waltl die Erfolge der Beratungsstelle.

„Auf Granit gebissen”

Während der Haushaltsberatungen des Landtages hatte sich die SPD-Fraktion dafür eingesetzt, dass den Frauenhäusern die Zuschüsse für die sogenannte „Vierte Stelle” wieder gezahlt werden. Liesel Koschorreck empört: „Aber hier haben wir bei der Landesregierung auf Granit gebissen. Das ist mal wieder ein Zeichen dafür, dass die vermeintliche Frauen- und Familienfreundlichkeit von Schwarz-Gelb ein bloßes Lippenbekenntnis ist”, ärgert sich die Sozialdemokratin.
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