Unterwegs im Dienst der Verkehrssicherheit

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Feinschliff auf der kreiseigenen Verkehrsinsel: Mehrfach im Jahr mähen die Straßenwarte die Grünflächen an den Kreisstraßen.

Kreis Düren. Plaste und Farbe sind seine bevorzugten Materialien, der öffentliche Raum ist sein Betätigungsfeld, und seine Handschrift ist ganz unverwechselbar: die gerade Linie. Seine Aufgabe verlangt viel Kunstfertigkeit, Erfahrung und Akkuratesse; die Arbeiten sind im ganzen Kreisgebiet zu finden - doch als Künstler würde sich Gerold Schmeide deswegen nun wirklich nicht bezeichnen.

Schmeide ist einer von 19 Straßenwärtern der Kreisstraßenmeisterei. Derzeit ist er mit Kollegen im Nordkreis unterwegs, um auf neuen Straßen Markierungen aufzubringen.

Gefragt ist Maßarbeit, es gibt nur einen Versuch. Die Straßenwärter haben von Fällen gehört, in denen Markierungen über Dreck, Steine, ja „rund um Eichhörnchen” gezogen wurden. „Das können Sie sich im Internet angucken”, sagt Helmut Schmidt, Leiter der Kreisstraßenmeisterei. „Das würde ich nie durchgehen lassen”, fügt er hinzu. Die Markierungsarbeiten sind nur ein kleines Beispiel aus dem dicken Aufgabenkatalog der Straßenmeisterei. Doch sie stehen sinnbildlich für das, was die Arbeit der Straßenwärter ausmacht: Ordnung schaffen und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer rund um die Uhr gewährleisten. In jeder Jahreszeit, an jedem Tag, zu jeder Stunde.

Ein Straßenwärter ist dabei ein echtes Multitalent: Er beherrscht die Kunst des Baumrückschnitts ebenso wie das Ausbessern von Schlaglöchern, er pflegt Ausgleichsflächen und räumt beim Winterdienst die Straßen von Schnee und Eis. „In diesem Beruf ist Flexibilität gefragt”, betont Helmut Schmidt. Handwerklich, und auch zeitlich. Wenn es hart auf hart kommt, wird der Feierabend auch schon einmal verschoben. Wie im vergangenen Winter, wo die Straßenwärter so viele Überstunden angesammelt haben, dass sie voraussichtlich erst bis Ende Oktober ganz abgebaut sind. 110 Einsätze wurden gefahren, 1400 Tonnen Salz ausgestreut. Der Winter davor war ebenfalls nicht mild, doch so lange am Stück mussten die Mitarbeite der Straßenmeisterei seit 40 Jahren nicht mehr räumen und streuen.

Durch diesen Schnee-Marathon blieben später einige Dinge liegen, beispielsweise in der Gehölzpflege. „Wir versuchen, das wieder aufzuholen”, bittet Schmitz um Verständnis.

Scherben auf dem Fahrradweg

Vorrang hat stets die Verkehrssicherungspflicht. Zwei Streckenwarte sind beispielsweise jeden Tag auf festgelegten Routen unterwegs, um die kreiseigenen Straßen zu kontrollieren. Dabei legen sie rund 30.000 Kilometer im Jahr zurück. Sie fegen Scherben von Fahrradwegen, streuen Ölspuren nach Unfällen ab, ersetzen beschädigte oder gestohlene Verkehrsschilder und Leitpfosten. „Gab es einen Unfall, werden wir im Regelfall alarmiert”, berichtet Helmut Schmidt. Die Streckenwarte prüfen auch Leitplanken und Brücken nach Kollisionen, führen kleine Reparaturen vor Ort durch - oder veranlassen das Nötige. Sie schreiben auch Rechnungen an Unfallverursacher: für verbogene Pfosten, beschädigte Bäume, beschädigte Mittelinseln.

„Straßenbegleitgrün”

Andere Trupps der Meisterei sind unterwegs, um das - Amtsdeutsch formuliert - Straßenbeleitgrün zu pflegen. Vom Handrasenmäher bis zum Unimog mit zwei ansteuerbaren Mäharmen bietet der Fuhrpark einen reichhaltigen Fundus für die anfallenden Arbeiten. Rund 1,3 Millionen Quadratmeter Grünfläche müssen jedes Jahr gepflegt werden. „Es gibt jeden Tag genug zu tun”, versichert Leiter Schmidt.

Gearbeitet wird übrigens selbst dann, wenn Straßenwarte am Wegesrand sitzen: Bis Ende September steht im Land die Verkehrszählung an. Alle fünf Jahre gehört auch das Erfassen von Verkehrsströmen zu den Aufgaben der Straßenwarte.

Zuständig für 195 Kilometer Straße

Die Straßenmeisterei des Kreises mit Sitz in Stockheim ist verantwortlich für 195 Kilometer Straßen. Zum Zuständigkeitsbereich der 19 Mitarbeiter zählen zudem: 25 Kilometer Radwege, 22 Brücken, 7600 Bäume, sieben Kilometer Kanal, 129 Schächte, 100 Kilometer Rinnen außerhalb der Ortschaften und 2700 Straßenabläufe.

Auch die Pflege der Grünstreifen, in Amtsdeutsch: Straßenbegleitgrün, gehört zu den Aufgaben der Straßenmeisterei. Im Kreisgebiet gibt es beispielsweise 680.000 Quadratmeter Rasen und Wiesen entlang der Straßen, der zwei bis vier Mal im Jahr von den Mitarbeiten gemäht wird. Auch 800.000 Quadratmeter Gräben und Böschungen müssen gepflegt werden.

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