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Teilzeitausbildung: „Viele Arbeitgeber müssen in Zukunft umdenken”

Von: kin
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Kreis Düren. Marga Lennartz ist 36 Jahre alt, Mutter dreier Kinder und hat einen großen Traum: Sie möchte unbedingt eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin machen. Und zwar in Teilzeit. Diese Möglichkeit gibt es, aber Marga Lennartz hat bislang keine Lehrstelle gefunden.

„Ich habe mich echt bei allen Zahnärzten in Düren beworben”, sagt sie. „Aber das sind ganz schön dicke Bretter, die man da bohren muss.”

Marga Lennartz bekommt Hilfe. „Tep 4 Future” heißt ein gemeinsames Projekt der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Low-Tec, des Frauenbüros der Stadt Düren, der Industrie- und Handelskammer Aachen, der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer und der Job-com des Kreises Düren. Projektleiterin Marion Klein-Bojanowski: „Wir wollen Männern und Frauen helfen, die Kinder haben oder Angehörige pflegen müssen, eine Ausbildungsplatz in Teilzeit zu bekommen.”

Sieben Frauen haben sich bei „Tep 4 Future” beworben, zwei haben mittlerweile einen Ausbildungsplatz bekommen. Rebecca Marx, 20, Mutter einer anderthalbjährigen Tochter, macht eine Lehre als Personaldienstleistungskauffrau, Carmen Heder, 27, hat eine Ausbildung zur Schneiderin begonnen.

Gesucht werden noch Teilzeit-Lehrstellen für Reiseverkehrsleute, Kaufleute für Bürokommunikation, Kaufleute im Gesundheitswesen und Fachangestellte für Arbeitsförderung. Bei der Teilzeitausbildung ist die Arbeitszeit auf 25 Wochenstunden reduziert, die normale Ausbildungszeit verkürzt sich trotzdem nicht.

„Ich hatte anfangs schon Zweifel”, sagt Susanne Kirfel, die Carmen Heder den Ausbildungsplatz ermöglicht hat, „aber Frau Heder hat ihren Sohn sehr gut betreut und kann sich wirklich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.” Dirk Dohmen, der Rebecca Marx nach einem Praktikum eingestellt hat, sieht das ähnlich: „Wenn sie da ist, ist Frau Marx voll in unser Team eingebunden. Ich sehe da kein Problem.”

Karl-Josef Cranen, Amtsleiter bei der Job-com, glaubt, dass Ausbildungsplätze in Teilzeit in Zukunft noch viel stärker gebraucht werden. „Die Arbeitgeber müssen einfach umdenken.” Und Bewerberin Emine El-Hage, 26, ergänzt: „Es werden doch Fachkräfte gesucht. Und wir brauchen Kinder. Also muss es die Möglichkeit geben, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen.”

Wer sich näher über „Tep 4 Future” informieren möchte oder gar eine Ausbildungsstelle im Angebot hat, kann sich unter ? 02421/ 403649 direkt bei der Projektleiterin Marion Klein-Bojanowski melden.
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